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LUZERN: Bahnhof wird zum Shoppingcenter

Mit dem Umbau ziehen weitere Läden in den Bahnhof Luzern. Das Geschäft unter den Gleisen boomt – auch dank Kunden, die gar nicht den Zug benutzen.
Eine Übersicht über die Geschäfte im Bahnhof Luzern. (Bild: Grafik: Lea Sigwart)

Eine Übersicht über die Geschäfte im Bahnhof Luzern. (Bild: Grafik: Lea Sigwart)

Raphael Gutzwiller

Vieles wird anders im Untergeschoss des Luzerner Bahnhofs. Noch bis Mitte 2016 dauern die Bauarbeiten. Dabei zügelt das SBB-Reisezentrum vom Unter- ins Obergeschoss. Im Untergeschoss bleibt lediglich eine Selbstbedieungszone mit Billett- und Geldautomaten. Daneben entstehen neue Verkaufsläden (siehe Grafik). Zudem ziehen dort, wo das Selbstbedienungsrestaurant Bodega ist, vier Take-aways ein (Ausgabe von gestern). Derweil zieht die Migros neu an den Standort von Aperto beim Ausgang zur Hauptpost.

«Nachfrage ist gross»

Mit dem Ausbau der Läden wird der Bahnhof immer mehr zu einem Einkaufszentrum mitten in der Stadt Luzern. «Die Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs an den Bahnhöfen ist gross, unsere Kunden wollen auch an den Bahnhöfen einkaufen können», sagt SBB-Mediensprecherin Franziska Frey. Künftig gibt es allein im Untergeschoss über 30 Einkaufsläden. Bereits jetzt generiert der Luzerner Bahnhof einen Umsatz von 120 Millionen Franken jährlich – so viel wie ein mittelgrosses Shoppingcenter. Zum Vergleich: Das Emmen-Center erzielte im Jahr 2013 einen Umsatz von 254 Millionen Franken, der Pilatusmarkt Kriens 183 Millionen. Mit den neuen Läden wird der Umsatz im Bahnhof wohl noch deutlich steigen.

2000 Franken pro Quadratmeter

Grösster neuer Name im Bahnhofsshopping ist die schwedische Modekette H & M. Sie wird in den ehemaligen Schalterhallen eine Ladenfläche von über 800 Quadratmetern erhalten. Daneben ziehen Body Shop, Mobilezone und die Kosmetikkette Rituals ein. Eine kleine Verkaufsfläche von 55 Quadratmetern ist noch nicht vergeben. Wie Recherchen unserer Zeitung zeigen, kostet dort die Miete für einen Quadratmeter jährlich mindestens 2000 Franken. Das ist etwa halb so viel wie die Spitzenmieten in der Luzerner Altstadt.

Grosser Ausbau bei Take-aways

Auch kulinarisch wird einiges neu im Bahnhof Luzern. Das Angebot wird vergrössert. Statt des Selbstbedienungsrestaurants Bodega entstehen vier neue Take-aways mit unterschiedlichster Küche. «Little Istanbul» kombiniert die europäische und die orientalische Küche, «Dean & David» setzt auf gesunde Ernährung. «Holy-Cow» ist spezialisiert auf die Zubereitung von Burgern mit hausgemachten Saucen, und «Bobby & Fritz» wird künftig im Bahnhof Luzern Grillspezialitäten anbieten, wie die SBB mitteilen.

Schnellster Weg für Passanten

Schon länger mit dabei ist die Confiserie Bachmann. Sie ist mit zwei Filialen am Bahnhof vertreten und zählt zu den wenigen einheimischen Familienbetrieben, die es dort noch gibt. Matthias Bachmann, Verwaltungsratspräsident der Confiserie, sagt, die Mieten seien «fair und standortgerecht. Der Bahnhof ist stark frequentiert, deshalb rentiert es, im Bahnhof einen Laden zu betreiben.» Der Bahnhof Luzern sei sogar noch deutlich interessanter für Geschäfte als andere grosse Schweizer Bahnhöfe, findet Bachmann. «In Luzern hat der Bahnhof eine grössere Zentrumsfunktion.» Das heisst: Viele Passanten wählen die Bahnhofsunterführung als schnellsten Weg, um den Bahnhofplatz zu überqueren. «Von dieser Laufkundschaft profitieren wir selbstverständlich», sagt Matthias Bachmann.

Der Bahnhof sei denn auch kein reines Prestigeobjekt. «Da ist es beispielsweise in der Zürcher Bahnhof­strasse ganz anders», so Bachmann. Die Mieten seien da so hoch, dass Läden nur selten rentierten.

Bachmann findet es naheliegend, dass sich der Luzerner Bahnhof immer mehr zu einem Einkaufszentrum entwickelt. «Die Bedürfnisse der Leute haben sich verändert. Deshalb sind gerade Take-aways für den Bahnhof wichtig.» Dabei sei aber auch ein ausgewogener Branchenmix zentral. «Sechs Bäckereien würden beispielsweise keinen Sinn machen», sagt Bachmann. «Wenn es aber verschiedene Take-aways hat, ist das für die Kunden ein Mehrwert.» Auch die SBB bestätigen, dass sie durchaus auf den Mix achten und die Flächen nicht einfach an den Meistbietenden vermieten.

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