LUZERN: Bahnhofstrasse: Heftige Kritik am Stadtrat

Ein Teil der Bahnhofstrasse soll autofrei werden. Nun wurden erstmals die Anwohner über die Pläne der Stadt informiert. Die Erklärungen von Stadtrat Borgula überzeugten die Anwesenden jedoch nicht.

Christian Hodel
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Steht heftig in der Kritik: Adrian Borgula (Bild: Dany Schulthess)

Steht heftig in der Kritik: Adrian Borgula (Bild: Dany Schulthess)

Es war ein klarer Entscheid: 56 Prozent der Stimmberechtigten haben am 22. September Ja gesagt zur Initiative «Für eine attraktive Bahnhofstrasse». Der Abschnitt vom Luzerner Theater bis zur Hauptpost soll «wenn immer möglich autofrei» werden.

Am Mittwochabend hat die Stadt nun den Grundeigentümern, Firmen und Organisationen, die rund um die Bahnhofstrasse ansässig sind, die weiteren Schritte vorgestellt. Stadtrat Adrian Borgula musste heftige Kritik einstecken.

«So geht das nicht»

Der Stadtrat sei autofeindlich, habe kein Verständnis für das lokale Gewerbe und fördere mit einer autofreien Bahnhofstrasse ein regelrechtes Verkehrschaos – so der Tenor der zahlreichen Wortmeldungen. Franz Stalder, Präsident der City Vereinigung Luzern sagt etwa: «So geht das nicht. Wir wollen endlich wissen, wie die Verkehrsprobleme gelöst werden.» Man hätte bereits vor der Abstimmung, über die Auswirkungen einer autofreien Bahnhofstrasse informieren sollen. Die Kritik, dass der Stadtrat bei der Abstimmung nicht transparent informiert habe, liess Borgula nicht gelten. «Wir haben keine verborgene Agenda», sagt er. Aber es mache keinen Sinn, vorab alle Fragen abzuklären, wenn der Entscheid des Volkes ausstehe. Man wolle nun mit den direkt Betroffenen gemeinsam an Lösungen arbeiten, damit 2015 der Projektwettbewerb zur Neugestaltung durchgeführt werden könne.