LUZERN: Baldeggersee: Der schöne Schein trügt

Über die Nutzung des Baldeggersees wird derzeit lautstark polemisiert. Klar ist: Der Eintrag an Phosphor ist alarmierend hoch.

Merken
Drucken
Teilen
Der See hat noch einen langen Genesungsweg vor sich. (Bild Neue LZ Archiv / Boris Bürgisser)

Der See hat noch einen langen Genesungsweg vor sich. (Bild Neue LZ Archiv / Boris Bürgisser)

io. Es gibt kaum einen Flecken im Kanton Luzern, wo der Schein so sehr trügt wie am Ufer des Baldeggersees. Auf den ersten Blick: natürliche Uferabschnitte, die satten Hügel des Seetals und in der Ferne das Alpenpanorama. Auf den zweiten Blick ist der Baldeggersee jedoch Schauplatz einer andauernden ökologischen Tragödie. Der See ist dermassen von Düngestoffen belastet, dass er seit mittlerweile drei Jahrzehnten künstlich belüftet und mit Sauerstoff versorgt werden muss.

Konsequente Schritte wären nötig

Die Belüftung erhält den See zwar am Leben – eine baldige selbstständige Genesung kann man sich daraus aber nicht erhoffen. Dazu wären konsequente Schritte nötig, um den Zufluss von Nährstoffen aus den umliegenden Bauernhöfen zu verringern. In einer Gegend, in welcher der Bestand an Nutztieren, vor allem an Schweinen, extrem hoch ist, scheint dieses Thema für Lokal- und Kantonspolitiker offensichtlich ein zu heisses Eisen zu sein: Nach markanten Fortschritten in den 80er- und 90er-Jahren «dümpelt» der Genesungsprozess des Sees nunmehr seit Jahren vor sich hin.

Eine Studie der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag), zeigt alarmierende Werte. Die Studie befasst sich sowohl mit dem Sempacher- als auch mit dem Baldeggersee. Für Letzteren fällt das Fazit ernüchternd aus: Laut Eawag fliessen jährlich 4,5 Tonnen an Phosphor, von dem sich Algen ernähren, in den See. Tolerierbar wären höchstens 2,2 Tonnen pro Jahr. Die Studie kommt zum Schluss, dass – sofern sich an den Rahmenbedingungen nichts ändert – der Grund des Baldeggersees «noch während vieler Jahren feinblasig belüftet werden muss». Ohne die Belüftung wäre der See inner kürzester Zeit tot.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als Abonnent/in kostenlos im E-Paper.