LUZERN: Bauern retten Rehkitze mit Ballonen

Derzeit mähen viele Bauern ihre Wiesen. Das kostet vielen Rehkitzen das Leben. Bauern und Jäger versuchen, dies zu verhindern.

Yasmin Kunz
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Landwirt Roman Abt befestigt auf einer Wiese in Sempach Ballone an Gräsern, um so Rehkitze zu vertreiben. (Bild Domink Wunderli)

Landwirt Roman Abt befestigt auf einer Wiese in Sempach Ballone an Gräsern, um so Rehkitze zu vertreiben. (Bild Domink Wunderli)

296 Rehkitze: So viele sind im Kanton Luzern in der Jagdsaison 2012 meist leidvoll zu Tode gekommen. Rund die Hälfte davon starb den Mähtod. Schweizweit verendeten im letzten Jagdjahr 4784 Rehkitze. Am Montag und Sonntag war die Gefahr für Rehkitze besonders gross, weil viele Bauern ihre Wiesen mähten und die Rehgeissen ihre Jungtiere meist im Mai oder Juni gebären. Die Todesfalle dabei: Die Rehgeiss hat das Kitz im hohen Gras versteckt. Sobald die Mähmaschine sich nähert, rennt das Kitz nicht davon, sondern duckt sich.

Fremdkörper vertreiben Rehe

Landwirte versuchen nun, möglichst viele Rehkitze zu retten: Mit fremden Gerüchen, akustischen Signalen, Fahnen oder Ballonen werden die Tiere von den Wiesen vertrieben.

Roman Abt, Landwirt und Obmann der Jagdgesellschaft Neuenkirch-Ost in Sempach, bindet auf seinem vier Hektar grossen Feld 10 bis 15 farbige Ballone an Gräser. «Fremdkörper auf dem Feld machen dem Reh Angst und es verlässt die Wiese», sagt Abt.

Kümmern sich alle Bauern um diese präventiven Massnahmen? Roman Abt ist der Meinung, dass die Landwirte diesen Auftrag sehr ernst nehmen und auch umsetzen. Abt: «Es will kein Bauer, dass ein Kitz stirbt.»