LUZERN: Bauernpaar erhält im Steuerstreit teilweise recht

Ein Luzerner Bauernpaar hat im Streit mit der Steuerbehörde um Gewinn aus einer Grundstücküberführung vom Kantonsgericht teilweise Recht erhalten. Die Behörde muss den Fall nochmals einschätzen und die errechnete Gewinnsumme von 750'000 Franken wohl reduzieren.

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Das Bauernehepaar hatte drei landwirtschaftlich genutzte Grundstücke vom Geschäfts- ins Privatvermögen verschoben. Die Steuerbehörde errechnete daraus einen Gewinn von 750'000 Franken. Das Bauernpaar hingegen hatte keinen Rappen deklariert und den Entscheid beim Verwaltungsgericht angefochten.

Das Kantonsgericht hiess die Beschwerde teilweise gut und wies die Sache zur Neuveranlagung an die Steuerbehörden zurück, wie es in einem am Montag publizierten Urteil heisst. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden.

Ein kleiner Teil eines der drei Grundstücke war im Rahmen einer Teilrevision der Ortsplanung von der Gemeindeversammlung der Bauzone zugewiesen worden. Die Dienststelle Steuern setzte deshalb für den eingezonten Teil den Wert von Bauland ein und ermittelte einen entsprechenden Verkehrswert.

Gemäss Urteil des Kantonsgerichts unterstehen landwirtschaftlich genutzte Grundstücke dem Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht. Sie müssten deshalb ungeachtet ihrer Zonenzugehörigkeit als land- oder forstwirtschaftlich betrachtet werden und würden steuerlich privilegiert.

Der Gewinn aus der Überführung vom Geschäfts- ins Privatvermögen dürfe nur bis zur Höhe der Anlagekosten besteuert werden. Dies gelte auch dann, wenn ein Grundstück teilweise innerhalb einer Bauzone liege, solange es nicht in entsprechende Nutzungszonen aufgeteilt sei und überbaut werden könne, schreibt das Gericht.

Das Kantonsgericht hält weiter fest, dass im vorliegenden Fall für die Überführung vom Geschäfts- ins Privatvermögen die Methode der buchmässigen Einzelbehandlung von Gebäuden und Boden massgeblich ist. Der Wert der Gebäude und des Bodens muss damit separat bestimmt werden. Für die Berechnungen sei zudem von der bisherigen Nutzung des Grundstücks und nicht von einer Nutzung als Bauland auszugehen. (sda)