Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Bauernsohn fackelt elterlichen Hof ab

Vom Kriminalgericht ist ein junger Mann zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe bedingt verurteilt worden. Der heute 22-Jährige hatte nach einem Familienstreit auf dem Heustock buchstäblich mit dem Feuer gespielt.
Der Eingang des Kriminalgerichtes in Luzern. (Bild: Pius Amrein / LZ)

Der Eingang des Kriminalgerichtes in Luzern. (Bild: Pius Amrein / LZ)

Roger Rüegger

Für die Überraschung zu seinem 20. Geburtstag sorgte ein Bauernsohn in einer Luzerner Gemeinde gleich selber. Anstatt Kerzen auf der Torte auszublasen, zündete er das Haus seiner Eltern an. Bei der gestrigen Verhandlung wurde er von den Kriminalrichtern für eventualvorsätzliche Brandstiftung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt.

Auf der Heubühne über dem Wohnteil des Gebäudes zündete der Beschuldigte im März 2016 eine Handvoll Stroh an. Das Feuer breitete sich rasch aus. Löschversuche des Mannes waren erfolglos. Der Tat ging ein Streit mit dem Vater und einem Bruder voraus. Der heute 22-Jährige gab den Sachverhalt zu. Er betonte aber, verschiedene Faktoren hätten eine Rolle gespielt. So hätte es ohne Streit nie einen Brand gegeben. Auf die Frage eines Richters, wie viel Schaden er habe anrichten wollen, entgegnete er: «Keinen. Es war nicht Absicht, nur fahrlässig. Ich dachte nicht nach, was geschehen könnte. Ich hatte damals Schlafmangel.»

Es entstand ein Sachschaden von 1,3 Millionen Franken

Das Haus mit angebautem Stall brannte bis auf die Grundmauern ab. Es entstand ein Schaden von 1,3 Millionen Franken. Der Beschuldigte wirkte bei der Verhandlung, als ginge ihn dies nichts an. Als der Staatsanwalt ausführte, das Feuer sei nicht fahrlässig gelegt worden, sondern es sei absichtlich eine Gefahr für Familienmitglieder und Tiere geschaffen worden, wippte der Beschuldigte fast unbeteiligt auf dem Stuhl. Auch beim Strafantrag: Für Brandstiftung beantragte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von drei Jahren teilbedingt, davon 1,5 Jahre unbedingt bei einer Probezeit von 4 Jahren.

Der Verteidiger forderte eine bedingte Strafe von 24 Monaten. Sein Mandant habe die Sorgfaltspflicht verletzt und sich unvorsichtig benommen. Aber er habe keinesfalls beabsichtigt, das Haus in Brand zu stecken.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.