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LUZERN: Baumfällaktion im Luzerner Wesemlinwald sorgt für Kritik

Im Wesemlinwald werden 40 ausgewachsene Buchen gefällt. Dass darunter auch mehrere gesunde Bäume sind, verstehen einige Anwohner nicht.
Auch diese beiden Buchen im Wesemlinwald müssen weg. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20. März 2018))

Auch diese beiden Buchen im Wesemlinwald müssen weg. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20. März 2018))

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Im Wesemlinwald nahe der Hünenbergstrasse in der Stadt Luzern steht eine grosse Baumfällaktion bevor. 40 teilweise grosse Buchen werden gefällt. Gemäss dem Stadtforstamt ist dies aus Sicherheitsgründen notwendig. Viele der Bäume wiesen «Vitalitätsverluste» und Pilzbefall auf; dies führe meist zu ihrem Absterben oder schon vorher zum Bruch des Stamms.

Allerdings werden nicht nur kranke Bäume gefällt; auch gesunde Bäume müssen weichen. Das stösst bei einigen Anwohnern auf Unverständnis, so auch bei Daniel Ess. «Dass aus Sicherheitsgründen grosse, gesunde Bäume gefällt werden müssen, ist nicht nachvollziehbar», sagt er.

Man habe in den letzten Jahren mehrmals «punktuell» eingegriffen und einzelne erkrankte Bäume («Gefahrenträger») entfernt, sagt Stadtoberförster Raphael Müller zur Kritik. Das Entfernen von Einzelbäumen habe jedoch seine Grenzen: «Die Buchen im Wesemlinwald sind miteinander aufgewachsen und bilden ein gemeinsames Gerüst und gemeinsame Baumkronen. Sie schützen sich zudem gegenseitig vor Wind und Sonne.» Müller: «Das ist im Falle von Buchen sehr wichtig, da sie aufgrund ihrer dünnen Rinde Sonnenbrand bekommen und dann geschädigt werden.»

Die Entnahme einzelner kranker Bäume würde «den Gesamtbestand destabilisieren», erklärt der Förster. «Die Gefahr umstürzender Bäume nähme zu.» Erst letzten Frühling seien mehrere Bäume umgestürzt. Ein Baum sogar auf die Hünenbergstrasse. Dieser hat auf der gegenüberliegenden Strassenseite Schäden angerichtet. «Die Sicherheit der Strasse und der Waldbesuchern gehen vor.» Durch den Wesemlinwald führen der Unterlöchliweg und der Wesemlinwäldliweg. Es gibt dort auch mehrere Waldspielgruppen. «Auch uns tut es weh, diese dicken Buchen zu fällen», sagt Müller. «Wir würden sie gern stehen lassen, das lässt die Situation im Wald aber nicht zu.»

40 Personen kamen zum Waldrundgang

Der geplante Holzschlag ist ein starker Eingriff. Dessen ist sich der Stadtoberförster bewusst: «Er wird das Waldbild im oberen Teil des Wesemlinwaldes stark verändern.» Dass dies nicht bei allen Anwohnern auf Verständnis stösst, war absehbar.

Deshalb lud das Stadtforstamt am Freitag vor einer Woche zu einem Waldrundgang. Einige Anwohner bemängeln, dass das Hinweisplakat erst eine Woche zuvor aufgehängt wurde. «Wir haben früh und transparent über den Holzschlag informiert», sagt dazu Raphael Müller. Schon in der Septemberausgabe 2017 der Quartierzeitung, welche in alle Haushaltungen im Quartier verschickt wurde (Auflage 2'700), sei auf der Frontseite ein ausführlicher Bericht erschienen: «Darauf erhielten wir keine negativen Reaktionen.»

Wegen der vielen Sturmschäden in den heimischen Wäldern habe man das Verschieben des Holzschlages um ein Jahr nochmals in Betracht gezogen. «Aufgrund der teilweise weit fortgeschrittenen Baumschäden mussten wir uns doch für einen Holzschlag vor dem Laub-Austrieb entscheiden.» Deshalb sei die neuerliche Ankündigung tatsächlich eher kurzfristig erfolgt. Rund 40 Personen nahmen am Rundgang teil.

«Ich glaube, dass die Mehrheit der Anwesenden die Fällaktion aufgrund meiner Ausführungen nachvollziehen kann», sagt der Stadtoberförster. Trotzdem sei weiter Kritik geäussert worden. An der Ausgangslage habe sich dadurch aber nichts geändert. Dennoch mache man sich natürlich noch einmal Gedanken, sei aber wieder zum gleichen Schluss gekommen: «Die Baumfällaktion ist unvermeidlich.»

Anfang nächste Woche gehts vermutlich los

Vermutlich Anfang kommender Woche wird der Holzschlag durchgeführt. «Vielleicht beginnen wir schon Ende dieser Woche», sagt Müller. Die entstehenden Lücken werden mit Sträuchern und seltenen Baumarten, zum Beispiel Eiche oder Kirsche, ausgeplanzt. Der Stadtoberförster zeigt sich überzeugt: «Der Jungwald, der fast überall bereits vorhanden ist, wird von diesem Eingriff profitieren und schon bald den Platz der gefällten Bäume einnehmen.

Die letzte grössere Baumfällaktion in der Stadt Luzern fand im März 2017 im Wald beim Hirschpark statt. Rund 25 Buchen wurden gefällt. Einige von ihnen wiesen Pilzbefall, Sonnenbrand oder Vitalitätsverluste auf (Artikel vom 15. März 2017).

Fast 50 grosse Buchen werden aus Sicherheitsgründen bei der Wesemlinwald-Kapelle gefällt. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20. März 2018))

Fast 50 grosse Buchen werden aus Sicherheitsgründen bei der Wesemlinwald-Kapelle gefällt. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20. März 2018))

Die zu fällenden Bäume sind schon mit Farbe markiert. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20. März 2018))

Die zu fällenden Bäume sind schon mit Farbe markiert. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20. März 2018))

Reizthema Baumfällungen: Das Stadtforstamt Luzern informiert über die Aktion mit Anschlägen. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20. März 2018))

Reizthema Baumfällungen: Das Stadtforstamt Luzern informiert über die Aktion mit Anschlägen. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20. März 2018))

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