Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Baustopp beim Neubauprojekt der Gütsch-Bahn

Hotel und Restaurant Château Gütsch sollen im Mai öffnen. Bei der Bahn geht aber gar nichts mehr. Es wird um die Baukosten gefeilscht.
Christian Hodel/Pascal Imbach
Handwerker bringen im Gütsch ein neues Möbel. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Handwerker bringen im Gütsch ein neues Möbel. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Möbelpacker tragen Stühle, Sofas und Gemälde ins «Château Gütsch». Für 1,4 Millionen Franken lässt der russische Besitzer Alexander Lebedew sein Luzerner Schloss mit Kunstwerken ausstatten, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» berichtete. Im Mai sollen Hotel und Restaurant wieder öffnen. Gut 170 Meter weiter unten, bei der Talstation der Gütsch-Bahn, zeigte sich am Dienstag – wie auch die Tage zuvor – ein ganz anderes Bild: Ein paar Kabel und Armierungseisen lagen im Schutt, sonst nichts. Sämtliche grossen Maschinen und die Handwerker wurden abgezogen – Baustopp.

Besitzer: Interesse an Bahn verloren

Sollten Hotel und Restaurant also im Mai öffnen, werden die Gäste zu Fuss, mit dem Velo oder dem Auto zum Schlosshotel reisen. Für die Château Gütsch Immobilien AG (CGI) scheint der Stillstand der Bauarbeiten nicht wirklich ein Problem zu sein. «Auf die Bahn sind wir nicht zwingend angewiesen», sagt Verwaltungsratspräsident Michael Millership unserer Zeitung, die Gütsch-Bahn habe zum jetzigen Zeitpunkt «not a very high priority», also keine sehr hohe Priorität. «Es geht schlicht und einfach ums Geld.» Die Besitzer um Gütsch-Investor Lebedew seien nicht bereit, die Wiederinbetriebnahme der Bahn aus dem eigenen Sack zu bezahlen, man investiere schon genug.

Gütsch Bar (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Gütsch Bar (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Gütsch Bar (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Alexander Suite (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Majorelle Suite (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Queen Victoria Suite (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Queen Victoria Suite (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Restaurant (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Doppelzimmer (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Doppelzimmer (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Doppelzimmer (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Die folgenden Bilder stammen vom 15. März, knapp 1,5 Monate vor Eröffnung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Michael Millership im Gespräch mit Innenarchitekt Martyn Lawrence. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
39 Bilder

Rundgang im «Château Gütsch»

Maulkorb für Bauunternehmen

Noch am 5. November 2013 versicherte die CGI: Die Bahn solle im März 2014 eröffnet werden. Dies zur Freude des Luzerner Stadtrats. Baudirektorin Ma­nuela Jost sagte damals unserer Zeitung: «Ich bin zuversichtlich, dass die Bahn im Frühling in Betrieb geht.» Doch es kam anders. Die Arbeiten an der Bahn wurden – nach kleineren Vorarbeiten im Herbst 2013 – wieder eingestellt. Wie lange die Baustelle nun schon brachliegt, ist unklar. Weder die Bauleitung noch die ausführenden Bauunternehmer können – oder dürfen – auf Anfrage Auskunft geben. Unisono verweist man auf die Château Gütsch Immobilien AG.

Wer soll die 2,6 Millionen zahlen?

Klar ist der Grund für den Baustopp: Stadt und Château Gütsch Immobilien sind sich nicht einig, wer wie viel von den 2,6 Millionen Franken Baukosten übernehmen soll. Wie sich die Situation aktuell zeigt, werden die Arbeiten erst wieder aufgenommen, wenn die Finanzierung geregelt ist. Klar ist auch, dass der Stadtrat die Bahn möglichst bald in Betrieb nehmen will, wie er mehrmals unserer Zeitung bestätigte. Manuela Jost sagte etwa am 18. November 2013, dass der Gütsch-Bahn ein «überwiegendes öffentliches Interesse» zukomme. Damit ist auch erklärbar, warum sich die Stadt an den Baukosten beteiligen will.

Noch im Jahr 2012 sprach der Stadtrat von einem Drittel der Kosten, die man für den Bahnbau übernehmen werde. Im November 2013 teilte er mit, dass man mit 1,4 Millionen Franken über die Hälfte daran zahlen wolle. Und jetzt? Stadtrat Adrian Borgula äusserte sich gestern nicht dazu. Er sagte nur: «Letzte Woche haben zwei in Sachen Gütsch-Bahn wichtige Aussprachen stattgefunden.» Einerseits sei eine Sitzung mit der zuständigen Kommission des Grossen Stadtrats abgehalten worden. Andererseits habe es ein Gespräch mit dem CGI-Verwaltungsratspräsidenten Millership gegeben. «Der Stadtrat wird nun die Ergebnisse in den nächsten Tagen diskutieren und anschliessend das weitere Vorgehen kommunizieren.» Mehr gebe es derzeit nicht zu sagen.

Dem Stadtrat fehlt ein Druckmittel

Seit der Stadtrat im November Lebedew die Baubewilligung für den Erweiterungsbau Baluardo entzogen hat, fehlt ihm ein Druckmittel. Denn der Bau der Bahn war Teil der Bewilligung und muss nun nicht mehr realisiert werden.

Michael Millership stellt sodann auch klar, dass die Bahn ohne Beitrag der Stadt nicht fahren wird. Natürlich würde man es begrüssen, wenn die Bahn dereinst wieder verkehren würde. Aber: Besitzer Alexander Lebedew investiere 35 Millionen Franken. «Man kann nicht erwarten, dass er nun aus reinem Goodwill auch noch das Projekt Gütsch-Bahn verwirklicht und sponsert», sagt Miller­ship. Für ihn ist klar: «Die Stadt muss sagen, wie viel sie bereit ist an die Bahn zu zahlen, dann sagen wir, was wir allenfalls bereit sind beizusteuern.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.