LUZERN: Bedarf an Notfallseelsorgern steigt

Die Anzahl Einsätze der Luzerner Notfallseelsorger hat sich seit 2002 verdoppelt. Im letzten Jahr waren es 67, so viele wie nie zuvor.

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Christof Hiller ist Pfarreileiter in Geuensee und katholischer Bereichsleiter der ökumenischen Notfallseelsorge. Seit sechs Jahren unterstützen er und andere Seelsorgerinnen und Seelsorger der katholischen, der reformierten und der christkatholischen Kirche die Polizei und Rettungsdienste bei ihrer Arbeit. Vorwiegend sind sie bei Verkehrsunfällen und plötzlichen Todesfällen im Einsatz.

Die Anzahl Einsätze der Notfallseelsorger hat sich seit 2002 verdoppelt. 67 waren es im letzten Jahr – 14 mehr als noch 2006. Christof Hiller führt das auf zwei Gründe zurück: «Wir sind bei Rettungsdiensten und der Polizei inzwischen bekannt und werden deshalb häufiger aufgeboten», sagt er. «Zudem gab es im letzten Jahr mehrere schwere Unfälle, bei denen gleich einige von uns im Einsatz waren. Dazu gehörten der Verkehrsunfall auf der Autobahn A 2 in Emmen sowie der Unfall in Buchrain, wo ein Schüler beim Papiersammeln tödlich verunglückte.»

Glaube bleibt im Hintergrund
Der Glaube der Seelsorgerinnen und Seelsorger bleibt im Hintergrund. «Fromme Sprüche bringen in sol-
chen Momenten gar nichts», sagt Christof Hiller. «Wenn jemand aber mit uns beten möchte, tun wir das natürlich.»

Die Luzerner Seelsorgerinnen und Seelsorger sind ausgebildete Theologen, Pfarrer zum Beispiel oder Pastoralassistenten, die in einer Gemeinde angestellt sind. Sie stehen für die Notfalleinsätze abwechslungsweise eine Woche lang auf Pikett.
Wenn eine längerfristige Betreuung der Leute nötig ist, übernimmt das in der Regel das Care Team Zentralschweiz. «Dort hat es Fachleute, die für eine psychologische Nachbetreuung besser geeignet sind als wir», so Hiller. «Wir stellen aber immer sicher, dass sich jemand weiter um die Leute kümmert.»

Monika Wüest

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.