LUZERN: Behinderte beklagen sich übers Hallenbad

136'000 Gäste haben das neue Hallenbad im ersten Halbjahr schon besucht. Behinderte sind aber enttäuscht. Hat man sie beim Bau vergessen?

Christian Bertschi
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Blick ins Hallenbad im neuen Sportgebäude auf der Allmend. (Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ)

Blick ins Hallenbad im neuen Sportgebäude auf der Allmend. (Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ)

Das neue Luzerner Hallenbad auf der Allmend ist beliebt. Die Besucherzahlen in den ersten sechs Monaten haben selbst die Verantwortlichen des Bads überrascht (Ausgabe vom 19. Februar). Doch offenbar ist nicht alles Gold was glänzt. «Wir Behinderten sind wieder einmal untergegangen», schreibt uns eine Nutzerin*. Sie, die vor vier Jahren eine Hirnblutung erlitt, ist seither einseitig gelähmt. Das Wasser hilft ihr in der Bewegung, so dass sie vor Jahren dem Behindertensportclub Luzern beigetreten ist. Dieser bietet unter anderem auch Schwimmtrainings an. Doch die Frau ist enttäuscht. Der Einstieg ins Wasserbecken ist schwierig, da im Gegensatz zum alten Luzerner Hallenbad an der Bireggstrasse keine Treppe mehr, sondern nur noch eine Leiter in der Wand vorhanden ist.

Kraft fürs Leiternsteigen fehlt

Auch der Vater einer Tochter mit Down-Syndrom ist alles andere als begeistert vom neuen Hallenbad, wie er unserer Zeitung per E-Mail mitteilt. «Die geistig Behinderten, die früher gruppenweise das Hallenbad besuchten, mussten auf andere Bäder ausweichen», sagt er*. Mangels Kraft könnten schwächere und ältere Menschen nicht mehr aus dem Becken steigen. Und der Behindertenlift sei schwierig zu bedienen. Für eine behinderte Person seien zwei Hilfspersonen notwendig, die Bademeister hätten für die Bedienung keine Zeit.

Stadt. «Behindertengerecht»

Bei der städtischen Baudirektion und beim Hallenbad selbst weist man diese Vorwürfe zurück. Karl Brassel, zuständiger Projektleiter bei der städtischen Baudirektion, sagt, bei der Planung seien die Behindertenorganisationen stets in die Verhandlungen miteinbezogen worden. «Die Zugänge sind behindertengerecht, und für jedes Becken gibt es einen Zugang mit einem Hebelift», so Brassel.

Im Rahmen der Baubewilligung hat die Beratungsstelle für behindertengerechtes Bauen Luzern eine Vernehmlassungsantwort eingereicht.

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