LUZERN: Beim Heizen von Weichen liesse sich viel Energie sparen

Über 10'000 Weichenheizungen sorgen in der Schweiz dafür, dass Weichen bei Minusgraden nicht festfrieren. Bei ihrem Betrieb lässt sich einiges an Energie sparen.

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Weichen in der Schweiz brauchen so viel Energie wie der Wärmebedarf von etwa 14'000 Minergie-Einfamilienhäusern. (Symbolbild Keystone)

Weichen in der Schweiz brauchen so viel Energie wie der Wärmebedarf von etwa 14'000 Minergie-Einfamilienhäusern. (Symbolbild Keystone)

Der Energiebedarf der Schweizer Weichenheizungen könnte um zehn Prozent gesenkt werden, wenn ihr Betrieb optimiert würde. Mit neuen Technologien wie Erdwärme liesse sich sogar noch mehr sparen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bundesamts für Verkehr unter Beteiligung der Hochschule Luzern.

Pro Jahr verbrauchen die Weichenheizungen 60 bis 70 Gigawattstunden Energie - so viel wie der Wärmebedarf von etwa 14'000 Minergie-Einfamilienhäusern, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte.

Energieverbrauch teils sehr unterschiedlich

Anhand der Analyse von Daten der SBB, die zwei Drittel der Weichenheizungen betreibt, konnten die Ingenieure der Hochschule Luzern feststellen, dass manche Weichen deutlich mehr Energie verbrauchten als andere - obwohl Technik und Standort vergleichbar waren.

«Die meisten Anlagen sind automatisiert und schalten sich aufgrund von Wetterdaten selbständig ein und aus», erklärte Sebastian Hoffmann von der Hochschule Luzern laut der Mitteilung. Diese Automatisierung werde vereinzelt umgangen, indem die Anlage auf Dauerbetrieb gestellte werde oder die Regelparameter situativ angepasst würden.

Weichen heizen mit Erdwärme

Nicht nur im optimierten Betrieb, auch in alternativen Energiequellen sehen die Studienautoren Sparpotenzial. Derzeit werden 69 Prozent der Weichen mit Strom, die restlichen mit Gas geheizt. Erdwärme könnte mancherorts das Heizen mit Strom und Gas ersetzen. Ein Folgeprojekt des Bundesamts für Verkehr soll nun bestimmen, welche Standorte für Erdwärmesonden geeignet wären.

Die Studie hat sogar schon etwas bewirkt: Die SBB konnte unter anderem bei den Gasheizungen die Einstellung der Schaltparameter optimieren und so Energie sparen, wie SBB-Projektmanager Daniel Föhn laut Mitteilung sagte. Auch die Einführung von Erdwärmesonden werde bereits seit längerem diskutiert, und weitere Massnahmen seien in Planung. (sda)