LUZERN / BERMUDA: Positives Urteil für Salle Modulable bestätigt

Aufatmen bei der Stiftung Salle Modulable: Per Gerichtsbeschluss untermauert der zuständige Richter auf Bermuda das für die Salle Modulable positive Urteil. Nun stehen die Chancen gut, dass das Musiktheater der Extraklasse in Luzern doch noch realisiert wird.

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Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable, freut sich über den Gerichtsbeschluss: «Der Richter hat den Versuch der Gegenseite, das Urteil nachträglich umzudrehen, abgeschmettert.» (Bild: Pius Amrein  / Neue LZ)

Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable, freut sich über den Gerichtsbeschluss: «Der Richter hat den Versuch der Gegenseite, das Urteil nachträglich umzudrehen, abgeschmettert.» (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Richter des zuständigen Gerichts auf Bermuda hat am Donnerstag den Parteien seine Entscheidung betreffend der in der Nachverhandlung vom 8. und 9. Mai diskutierten Themen zugestellt. Dabei bestätigt er das für die Stiftung Salle Modulable positive Urteil vollumfänglich und folgt im Wesentlichen ihren Anträgen, heisst es in einer Medienmitteilung der Stiftung Salle Modulable vom Freitag.

Der Gerichtsbeschluss enthält gemäss Mitteilung folgende wesentliche Punkte: 

  • Die Stiftung Salle Modulable hat Zeit bis zum 15. Dezember 2015, um die Machbarkeitsstudie dem Butterfield Trust Limited Bermuda (BTBL) vorzulegen.
  • Die von BTBL zu übernehmenden Planungskosten dürfen den Betrag von 6,25 Millionen Franken nicht übersteigen.
  • Die Kosten für den Gerichtsprozess müssen von BTBL getragen und aus dem Trustvermögen bezahlt werden. Die Stiftung Salle Modulable erhält den grössten Teil der eigenen Kosten für den Prozess zurückerstattet.

Weiter hat der Richter nach Angaben der Stiftung darauf verzichtet, genauere Vorschriften für Ausarbeitung und Verfahren der Machbarkeitsstudie zu machen. Er hält die Parteien dazu an, dies im Sinne des ursprünglichen Vertrages selber zu regeln.

Mit der Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses über die Nachverhandlung haben die Parteien jetzt die Möglichkeit, innert 6 Wochen gegen das am 21. Februar erlassene Urteil Berufung einzulegen.

Rahmenbedingungen weiterhin «herausfordernd»

Hubert Achermann, Präsident der Stifung Salle Modulable, sagte zum Gerichtsbeschluss: «Das sind für uns sehr erfreuliche Nachrichten. Der Richter hat den Versuch der Gegenseite, das Urteil nachträglich umzudrehen, abgeschmettert, und ist in allen wesentlichen Fragen unseren Anträgen gefolgt. Die Rahmenbedingungen sind nach wie vor herausfordernd, aber mit dem Urteil und dem jetzt publizierten Gerichtsbeschluss sind gute Voraussetzungen geschaffen worden, damit wir zusammen mit Stadt und Kanton Luzern eine auf die neue Situation angepasste umfassende Machbarkeitsstudie erstellen und dieses einzigartige Projekt doch noch realisieren können.»

Butterfield Trust bleibt skeptisch

Ein Sprecher von Butterfield Trust sagte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, dass der Einzelrichter des Supreme Court von Bermuda unmissverständlich ausgeführt habe, dass es sich bei dem Projekt um ein Opernhaus handeln müsse, das ausschliesslich für die Wiedergabe von musikalischen Aufführungen bestimmt sei. "Eine Nutzung als Sprechtheater sieht das Urteil nicht vor", sagte er.

Liege die Machbarkeitsstudie vor, werde Butterfield Trust entscheiden müssen, ob seiner Meinung nach die Vorgaben für den Bau und Betrieb eines Opernhauses im Sinne des verstorbenen Christof Engelhorn erfüllt seien. Bei Butterfield Trust sei man nach wie vor skeptisch, dass das Luzerner Opernhaus-Projekt realisierbar sein werde, sagte der Sprecher.

Ob Butterfield Trust das Urteil anfechten wird, steht noch nicht definitiv fest. Ein Weiterzug an das Appellationsgericht von Bermuda sei indessen wahrscheinlich, hielt der Sprecher fest.

Stiftung beharrt auf Geld

2007 hatte das Lucerne Festival Pläne für ein neues Musiktheater namens Salle Modulable in Luzern bekannt gegeben. Realisiert werden sollte das 100-Millionen-Franken-Projekt mit Geld des damals in Luzern lebenden Deutschen Mäzens Christof Engelhorn.

Nach Engelhorns Tod 2010 zog der Vermögensverwalter Butterfield Trust mit Sitz auf Bermuda das Geld zurück. Er begründete den Schritt mit Unsicherheiten bei der Projektrealisierung. Die Stiftung Salle Modulable beharrte jedoch auf dem Geld von 120 Millionen Franken und beschritt den Rechtsweg.

Freude bei Stadt und Kanton

Mit Freude nehmen die Behörden von Stadt und Kanton Luzern vom Urteil Kenntnis. Mit dem Projekt «Neue Theaterinfrastruktur NTI / Theater Werk Luzern TWL» des Zweckverbandes Grosse Kulturbetriebe, den Stadt und Kanton bilden, sei Luzern seit längerem an der Arbeit und auf Kurs für die Konzeption und Realisierung eines Theaterneubaus in Luzern. Dies ist der Medienmitteilung zu entnehmen, welche die Stadt am Freitagnachmittag verschickt hat.

Die notwendigen Informationen würden rechtzeitig vorliegen; damit könne die Machbarkeitsstudie präsentiert werden könne, heisst es in der Mitteilung der Stadt weiter. Die verantwortlichen Organe von Stadt und Kanton werden mit der Stiftung Salle Modulable die Aktivitäten für die nächsten Monate sicherstellen.

pd/zim/kst/sda