LUZERN / BEROMÜNSTER: Stadtregierung lehnt Flugplatz-Ausbau ab

Obwohl die städtische Immobilienabteilung 2012 das Baugesuch unterzeichnete, lehnt die Luzerner Stadtregierung nun den geplanten Ausbau des Flugplatzes Beromünster ab. Mehr Fluglärm und der Bau einer Betonpiste würden den Umweltzielen der Stadt widersprechen.

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Der Luzerner Stadtrat hat sich gegen eine Betonpiste auf dem Flugplatz Beromünster ausgesprochen. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Der Luzerner Stadtrat hat sich gegen eine Betonpiste auf dem Flugplatz Beromünster ausgesprochen. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Die Luzerner Stadtregierung nahm am Donnerstagmorgen im Stadtparlament Stellung zum geplanten Ausbau. Anlass war eine dringliche Interpellation der Grünen.

Nach vertiefter inhaltlicher Auseinandersetzung mit dem Projekt und nachdem die Standortgemeinde Beromünster eine ausführlich begründete nachvollziehbare Einsprache erhoben habe, lehne der Stadtrat den Ausbau nun ab, heisst es in der schriftlich publizierten Antwort.

Der Stadtrat sei Rundflügen gegenüber grundsätzlich kritisch eingestellt, da nur Einzelne profitierten, eine Vielzahl von Menschen aber den Lärm zu ertragen hätten. Zudem habe die geplante Versiegelung der Gras- mit einer Betonpiste negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, die ökologische Vernetzung und das Landschaftsbild.

Im Sommer 2012 unterzeichneten die Immobilienabteilungen des Kantons und der Stadt das Baugesuch für eine Asphaltpiste. Es habe damals keine Einwände gegeben, schreibt die Stadtregierung.

Graspiste durch Hartbelag ersetzen

Das Grundstück in Beromünster gehört zu zwei Dritteln dem Kanton Luzern und zu einem Drittel der Stadt Luzern. Die Stadt kaufte ihr Land nach einem Parlamentsbeschluss von 1970 für rund 387'000 Franken, wie es in der Antwort heisst.

Begründet wurde der Kauf damals mit dem Nutzen für den Tourismus und die Wirtschaft. Der Nutzen sei heute aber nicht mehr von grosser Bedeutung, schreibt die Regierung.

Die Flubag-Flugbetriebs AG will in Beromünster die 510 Meter lange Graspiste durch eine 20 Meter kürzere Hartbelagpiste ersetzen. An der Zahl der mit der Gemeinde Beromünster vereinbarten maximalen Zahl von 14'200 Flugbewegungen soll sich nichts ändern. Das Maximum wird heute nicht ausgeschöpft.

Runder Tisch

Gemeinden in der Nähe des Flugfeldes Beromünster befürchten von der geplanten Pistenasphaltierung negative Auswirkungen. Die Gemeinderäte von Beromünster und Eich sowie Private haben deshalb beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) Beschwerde erhoben.

Der Kanton Luzern berief für den 29. Mai einen runden Tisch zwischen der Gemeinde Beromünster, der Flugplatzbetreiberin Flubag und der IG Fluglärm ein.

Der Flugplatz Luzern-Beromünster besteht seit 1960. Am Flugplatz befinden sich eine Motorflugschule, eine Charterfirma und ein Helikopterunternehmen. Daneben dient er privaten Segel- und Motorfliegern sowie Fallschirmspringern als Basis.

(sda)