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LUZERN: Berufsschule: «Vertrauen fehlt»

Der Trubel rund ums Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe Luzern scheint sich aufzulösen: Gespräche ­laufen. Kommuniziert wird aber noch immer einseitig.
Das Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe beim Bahnhof Luzern. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Das Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe beim Bahnhof Luzern. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Evelyne Fischer

Nein. Noch kehrte die Ruhe unter die Dächer des Berufsbildungszentrums Bau und Gewerbe nicht zurück. Seit 16 Monaten ist die Stimmung zwischen der Leitung der Luzerner Berufsschule und zwei Personalverbänden merklich angespannt (siehe Kasten). Die Fronten verhärteten sich zusehends und gipfelten in einer Resolution, die der Verband der Luzerner Berufsschullehrer Ende März verabschiedete (Ausgabe vom 28. März). Diese forderte unter anderem, die Mitwirkungsrechte von Personalverbänden und Lehrerschaft ernst zu nehmen.

Dienststelle schweigt

Um die Wogen zu glätten, fanden in den letzten Wochen Gespräche statt. Teilgenommen hatten die Schulleitung mit Rektor Herbert Eugster, die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung sowie Vertreter des Luzerner Berufsschullehrervereins. Ein weiterer runder Tisch ist für Montag vorgesehen. «Wir sind zuversichtlich, die notwendigen Schritte einleiten und den Konflikt bewältigen zu können», sagt Christof Spöring, Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung, auf Anfrage. «Mehr will ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommunizieren.»

Auch die Schulleitung des Berufsbildungszentrums Bau und Gewerbe wollte gestern keine Stellungnahme abgeben und verwies an die Dienststelle. Geäussert hat sich Rektor Herbert Eugster allerdings im «Folio», der Publikation des Dachverbands Schweizer Berufsschullehrer, die den Luzerner Konflikt in der aktuellen Ausgabe über neun Seiten aufrollte. Er müsse «den Spagat machen zwischen den Vorgaben der Politik und den Erwartungen der Lehrerinnen und Lehrer», lässt sich Rektor Eugster zitieren. Das sei in Zeiten des Spardrucks sehr schwierig. Er vermisse vom Verband der Berufsschullehrer «konkrete Vorschläge», wie man Sparmassnahmen «am sinnvollsten» umsetze. Und er hielt fest: Trotz aller Kritik an seiner Person sei er nach wie vor am richtigen Posten. «Wir sind auf bestem Wege, die bestehenden Probleme zu lösen.» Bis sich die Gemüter beruhigt haben, dürfte es gemäss Aldo Isepponi, Präsident des Berufsschullehrervereins, aber noch eine Weile dauern: «Das Vertrauen in die Schulleitung ist nachhaltig gestört, das lässt sich nicht in zwei, drei Gesprächen geradebiegen.» Isepponi wie auch Peter Bigler, früherer Präsident des Verbands der Luzerner Berufsschullehrer, hatten gegen die Schulleitung wegen einer Abmahnung (als Reaktion auf eine Petition) rechtliche Schritte eingeleitet.

Beschwerde nicht weitergezogen

Kürzlich erfolgte die Wende: Die Schulleitung zieht die Abmahnungen zurück, im Gegenzug verzichten die Petitionäre auf eine Klage. «Wir haben nicht klein beigegeben», sagt Isepponi. «Hätten wir die Beschwerde ans Verwaltungsgericht weitergezogen, wären zwei Jahre und viel Geld verflossen, ohne dass das Problem letztlich gelöst wäre.» Stefan Moser, neuer Präsident des Verbands der Luzerner Berufsschullehrer, ist froh, verliess man den juristischen Weg. «Solange die Beschwerde im Raum stand, war eine Annäherung kaum möglich.» Auch so sei man noch «weit von einer guten Stimmung entfernt», sagt Moser. Um dies zu ändern, brauche es noch viel partnerschaftlichen Dialog und Entgegenkommen beiderseits. «Erste Schritte sind jedoch gemacht, um Vertrauen, Respekt und Wertschätzung wieder aufzubauen.»

Oberstes Gebot sei es, die Berufsbildung wieder in geordnete Bahnen zu bringen und weiteren Reputationsschaden zu verhindern, sagt Aldo Isepponi. Doch der Weg sei noch lang: «Trotz aller Gespräche bleibt die Schulleitung stur und versteckt sich hinter Führungsentscheiden, das macht die Kommunikation nicht einfach.»

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