LUZERN: Betreuung der Asylbewerber wird ausgeschrieben

Im Kanton soll nicht mehr unbedingt die Caritas und auch nicht zwingend ein Hilfswerk die Asylbewerber betreuen. Der Kantonsrat hat ein Postulat überwiesen, das eine öffentliche Ausschreibung der Leistungen verlangt.

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Das Asylwesen soll per öffentliche Ausschreibung vergeben werden. Im Bild: Magnus Marc (links) und David Henry spielen Tischtennis in der Asylunterkunft Eichhof, die von der Caritas geführt wurde. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Das Asylwesen soll per öffentliche Ausschreibung vergeben werden. Im Bild: Magnus Marc (links) und David Henry spielen Tischtennis in der Asylunterkunft Eichhof, die von der Caritas geführt wurde. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Eingereicht worden war der Vorstoss von Christian Graber (SVP, Grossdietwil). Nicht nur die SVP, auch die CVP, FDP und GLP sprachen sich für eine öffentliche Ausschreibung aus, die sich nicht auf Hilfswerke beschränkt, sie distanzierten sich aber an der Kritik Grabers an die Adresse der Caritas.

Graber (SVP) warf der Caritas vor, für den Kanton tätig zu sein, diesen aber immer wieder zu kritisieren. Er unterstellte dem katholischen Hilfswerk, für ein "riesiges Asylchaos" verantwortlich zu sein. Die Caritas könne oder wolle nicht für Ordnung sorgen, sagte er.

Michelle Graber (GLP, Udligenswil) wies diese Kritik zurück. Die Caritas helfe, das Asylwesen humaner zu machen. Sie unterstütze aus liberaler Sicht eine Ausschreibung, denn es handle sich um einen grossen Auftrag.

Ähnlich äusserte sich Romy Odoni (FDP, Rain). Sie wolle eine Ausschreibung, weil sie gegen Monopole sei, und nicht, weil die Caritas schlecht arbeite. Auch die CVP stellte sich hinter die Caritas.

Mehrere Votanten forderten die SVP auf, im Asylwesen konstruktiver mitzuarbeiten. Nino Froelicher (Grüne, Kriens) warf dem Postulanten vor, gar nicht an einem funktionierenden Asylwesen interessiert zu sein.

Froelicher verlangte, dass auch in Zukunft Hilfswerke die Asylbewerber betreuten. Er warnte, dass bei einer abgebauten Betreuung die Folgekosten steigen könnten. Auch Heidi Duss (CVP, Escholzmatt) sagte, dass es dann zum Chaos kommen werde, wenn die Betreuung leide. (sda/rem)