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LUZERN: Bildung: Zufriedenheit nimmt ab

Die Luzerner Bevölkerung schätzt die Wichtigkeit der Bildung im Kanton als sehr hoch ein. Das Angebot bereitet ihr aber auch zunehmend Sorgen.
Ismail Osman
Mit der beruflichen Grundbildung ist die Bevölkerung weiterhin sehr zufrieden. Anders sieht es bei allen anderen Schulstufen aus. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Mit der beruflichen Grundbildung ist die Bevölkerung weiterhin sehr zufrieden. Anders sieht es bei allen anderen Schulstufen aus. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Ismail Osman

In der Politik wird die «Wichtigkeit des Bildungsstandorts Luzern» gerne dick unterstrichen. Dieser Ansicht ist auch ein Grossteil der Luzerner Bevölkerung, wie aus der am Montag erschienenen Bevölkerungsumfrage von Lustat Statistik Luzern hervorgeht (Ausgabe von gestern). 93 Prozent der 4300 Befragten, die aus allen Bevölkerungsschichten stammen, messen der Qualität des Bildungsangebotes demnach eine «grosse Wichtigkeit» zu.

Doch wie zufrieden ist die Luzerner Bevölkerung mit dem vorhandenen Bildungsangebot? Mit der Vielfältigkeit ist man nach wie vor sehr zufrieden: Knapp 90 Prozent würden die verschiedenen Bildungsmöglichkeiten als «eher gut» bis «gut» einschätzen.

Qualität hinterfragt

Was auffällt: Bei der Frage nach der Qualität des hiesigen Bildungsangebotes ist ein unerfreulicher Trend nach unten festzustellen. Nach 2009 und 2011 wurde die Bevölkerung vergangenes Jahr zum dritten Mal zu ihrer Zufriedenheit mit der Qualität des Bildungsangebotes befragt. Nicht zuletzt wegen der Sparpolitik im Bildungsbereich wird die Qualität nun zunehmend mit Sorgen betrachtet, schreibt Lustat in ihrem Bericht.

Insgesamt ist die Bevölkerung 2015 bei fast allen Schulstufen weniger zufrieden als noch sechs Jahre zuvor (siehe Grafik). So fiel der Anteil derjenigen, die mit der Qualität der Primar- und der Sekundarschule sowie dem Gymnasium und den Hochschulen «eher zufrieden» bis «sehr zufrieden» sind, erstmals unter 80 Prozent. Bildungsdirektor Reto Wyss streicht allerdings heraus, dass insgesamt immer noch eine erfreulich hohe Zustimmung herauszulesen sei, wie er auf Anfrage mitteilt. Die kritischere Haltung bezüglich der einzelnen Bildungsangebote korreliere mit der Tatsache, dass nicht alles finanziert und ausgebaut werden könne.

Eine Ausnahme zum Trend ist bei der beruflichen Grundbildung zu finden. Zwar ist es im Vergleich zu 2011 ebenfalls zu einem Rückgang der Zufriedenheit gekommen (von 85 auf 82 Prozent). Damit liegt man jedoch immer noch über dem Wert von 2009 (81 Prozent). Die Lehre wird also nach wie vor sehr hoch geschätzt. Gleichzeitig fehlt es an Fachkräften, und der Kanton versucht mit Kampagnen, die Lehre und die Berufsmatura schmackhafter zu machen. Dies würde sich nun in den Zahlen niederschlagen, sagt Wyss: «Unsere Anstrengungen in der Berufsbildung mit aktuellen wirtschaftsnahen und gut ausgebauten Bildungsgängen bei der Grundbildung, der Berufsmaturität oder in der höheren Berufsbildung werden erfreulicherweise gleich bleibend hoch beurteilt.» Allerdings bestehe zwischen den verschiedenen Bereichen durchaus ein «Wettbewerb um die Talente».

Höhere Investitionen gewünscht

In Anbetracht der finanziellen Schieflage, in der sich der Kanton derzeit befindet, gehört folgende Frage zu den spannendsten in dieser Bevölkerungsumfrage: Ist die Ausgabenpolitik des Kantons im Bereich Bildung richtig? Ausgerechnet in jenem Bereich, wo Jahr für Jahr der Sparhebel angesetzt wird, wünscht sich ein steigender Anteil der Bevölkerung höhere Investitionen. 2011 befanden noch 55 Prozent der Befragten die Ausgaben im Bereich der Bildung als «gerade richtig so». Mittlerweile finden aber 47 Prozent, man müsse mehr ausgeben. «Die Ablehnung lässt sich hier verständlicherweise vor allem bei der jüngeren Bevölkerung, die mitten in der Ausbildung steht oder vom guten Angebot der höheren Bildung im Kanton Luzern profitieren kann, lokalisieren», sagt Wyss und ergänzt: «Die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung müssen auch in unsere Ausgabenpolitik einbezogen werden.»

Bild: Grafik Neue LZ

Bild: Grafik Neue LZ

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