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LUZERN: Bordstein am Luzerner Bundesplatz verwirrt Velofahrer

Die Stadt Luzern hat die Verkehrsführung rund um den Gross-Kreisel optimiert. Doch für Velofahrer bleibt die Situation unbefriedigend – und gefährlich.
Robert Knobel
Ein weisser Bordstein trennt die beiden Fahrspuren bei der Ausfahrt aus dem Bundesplatz-Kreisel. (Bild Nadia Schärli)

Ein weisser Bordstein trennt die beiden Fahrspuren bei der Ausfahrt aus dem Bundesplatz-Kreisel. (Bild Nadia Schärli)

Robert Knobel

Seit einigen Wochen gibt es beim Bundesplatz ein kleines Mäuerchen, das die beiden Fahrspuren Richtung Bundesstrasse trennt. Das Mäuerchen ist Teil der Nachbesserungen, die am Bundesplatz nötig wurden, nachdem sich die Klagen über Stau und unübersichtliche Verkehrsführung gehäuft hatten. Denn die letzte Umgestaltung von 2014 hatte sich in mehreren Punkten als ungenügend herausgestellt. Neu ist die Ausfahrt aus dem Kreisel deshalb zweispurig, getrennt durch einen 6 Zentimeter hohen Bordstein. Dieser soll gefährliche Spurwechsel von Auto- und Velofahrern verhindern (siehe Grafik rechts).

Stürzende Velofahrer

Nur: Viele Velofahrer glauben offenbar, sie könnten trotzdem über die Trennmauer fahren. Anwohner beobachten, wie Velofahrer, die sich irrtümlicherweise auf der rechten Fahrspur befinden, kurzerhand übers Mäuerchen fahren, um die Abzweigung Richtung Neustadtstrasse zu erwischen. Doch dieses Manöver ist riskant. Nico van der Heiden, SP-Grossstadtrat und Co-Präsident der Organisation Pro Velo, bestätigt dies. Als er kürzlich am Bundesplatz in einem Café sass, beobachtete er gleich zwei stürzende Velofahrer innert kurzer Zeit. Aus Sicht der Velofahrer sei die neue Situation an der Bundesplatz-Ausfahrt eine klare Verschlechterung, sagt van der Heiden. Richtig gefährlich könnte es im Winter werden. «Sobald Schnee liegt, ist die Mauer nicht mehr zu sehen», so van der Heiden. Wenn schon, müsste der Bordstein erhöht werden, damit man ihn besser sieht und damit ein Überfahren verunmöglicht wird.

Stadt winkt ab

Gemäss der Stadt ist es allerdings noch zu keinen ernsthaften Unfällen gekommen. Dario Buddeke, Projektleiter Mobilität, sagt, dass der Bordstein genau die richtige Höhe habe. Denn: Aufgrund der engen Verhältnisse müssen die Velofahrer relativ nah am Bordstein fahren. Wäre dieser höher, dann bestünde die Gefahr, dass man ihn mit der Pedale berührt – was wiederum zu Stürzen führen könnte. «Eine Erhöhung des Bordsteins ist deshalb nicht vorgesehen», sagt Dario Buddeke. Aus Sicht der Stadt und des Kantons, der bei den baulichen Anpassungen ebenfalls involviert war, habe man sowohl den Verkehrsfluss als auch die Sicherheit verbessern können. Dank der Spurverdoppelung auf der Bundesstrasse könne der Verkehr aus dem Bundesplatz-Kreisel schneller abfliessen. Das wiederum entschärfe den Stau auf der Zentralstrasse. Zudem habe sich die Verkehrsführung am Bundesplatz generell vereinfacht.

Für Autofahrer mag dies tatsächlich stimmen. Für die Velofahrer sei aber nach wie vor nicht klar ersichtlich, wie sie am sinnvollsten durch den zweispurigen Kreisel kommen, sagt Nico van der Heiden. Dario Buddeke rät den Velofahrern, innerhalb des Kreisels möglichst in der Mitte der Fahrspur zu fahren – und nicht am Rand. Und für Autos wie für Velos gilt im Doppel-Kreisel die Grundregel: Wer in die erste oder zweite Ausfahrt will, benützt die äussere Kreiselspur. Für die dritte Ausfahrt begibt man sich auf die innere Spur.

«Das ist ein Nullsummenspiel»

Nico van der Heiden ärgert sich, dass die 240 000 Franken teure Nachbesserung am Bundesplatz für die Velofahrer ein «Nullsummenspiel» sei. In der Gegenrichtung von der Bundesstrasse in Richtung Langensandbrücke habe sich die Situation dank der frühen Trennung der Fahrspuren zwar stark verbessert. Doch mit der neuen Doppelspur mit Trennmauer sei ein neues Problem hinzugekommen. Dafür will die Pro Velo nun zusammen mit der Stadt nach Lösungen suchen, wie van der Heiden sagt.

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