LUZERN: «Bourbaki»-Fest mit historischen Schützen

Mit Salutschüssen aus historischen Vorderlader-Gewehren wird die Restaurierung des Bourbaki Panoramas Luzern abgeschlossen. Am Tag der offenen Tür vom 9. März versetzt die Zürcher «Companie 1861» die Besucher zurück in die Zeit der dramatischen Ereignisse an der schweizerisch-französischen Grenze im Jura.

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Plastische Figuren vor gemaltem Hintergrund: Szene aus dem «Faux Terrain». (Bild pd)

Plastische Figuren vor gemaltem Hintergrund: Szene aus dem «Faux Terrain». (Bild pd)

Mehr als zehn Jahre haben die Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten im Bourbaki Panorama Luzern gedauert. Für insgesamt neun Millionen Franken wurden das Rundbild und das dreidimensionale, so genannte «Faux-Terrain» von Edouard Castres als perfekte Illusion wieder hergestellt. Das Bourbaki Panorama gehört weltweit zu den wenigen erhaltenen Panoramen aus dem 19. Jahrhundert und ist kultur- und medienhistorisch von grosser Bedeutung. Bild und Gebäude stehen seit 1978 als «Gesamtbauwerk» unter Denkmalschutz.

«Realistische Eindringlichkeit»
Das Riesenrundgemälde aus dem Jahre 1881 misst 112 auf 10 Meter. Es zeigt den Übertritt der französischen Ostarmee von General Bourbaki bei Les Verrières in die Schweiz gegen Ende des deutsch-französischen Krieges im Winter 1871. 87'000 Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere wurden in die Schweiz aufgenommen, entwaffnet, untergebracht, verarztet und verpflegt. Es war die erste grosse humanitäre Aktion des damals noch jungen Roten Kreuzes. Das Bourbaki Panorama Luzern ist in seiner realistischen Eindringlichkeit auch ein die Zeit überdauerndes Manifest gegen den Krieg, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Zum Abschluss der umfassenden Restaurierung lädt das Bourbaki Panorama Luzern die Öffentlichkeit am 9. März 2008 zu einem Tag der offenen Tür ein. Die Companie 1861, die historische Sektion des Zürcher
Unteroffiziersverbandes, wird in historischen Uniformen den «Salut» zum Abschluss der Arbeiten schiessen.

scd