LUZERN: Brand in Reussbühl: Mit Fenstersprung vor Flammen geflohen

Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Reussbühl wurde am Dienstagabend eine Person schwer verletzt. Eine weitere Person konnte gerettet werden. Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot vor Ort.

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Der Brand konnte zwar rasch gelöscht werden. Die Flammen züngelten aber noch bis in die Nacht hinein. (Bild: Leserbild Walter Müller)

Der Brand konnte zwar rasch gelöscht werden. Die Flammen züngelten aber noch bis in die Nacht hinein. (Bild: Leserbild Walter Müller)

Martina Odermatt/nop

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Schon von weitem sieht man am Dienstagabend die grossen Rauchwolken, die sich in Reussbühl neben der Pfarrkirche auftürmen. Aus dem Dachstock des Mehrfamilienhauses an der Obermättlistrasse 6 züngeln die Flammen. Die Feuerwehr der Stadt Luzern erhält eine Meldung: Aus dem Gebäude an der Obermättlistrasse trete viel Rauch aus. Keine zwei Minuten später folgt der nächste Anruf: Eine Person sei in Gefahr.

«Als wir gehört haben, dass eine Person in Gefahr ist, haben wir sofort ein Grossaufgebot veranlasst», sagt der Einsatzleiter der städtischen Feuerwehr, Marco Fischer, am Dienstagabend vor Ort. Gesamthaft wurden um die 160 Leute aufgeboten. Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, war eine Person bereits vor dem Brand geflohen. Sie sprang aus dem vierten Stock und musste schwer verletzt ins Spital gebracht werden. Die Person ist ausser Lebensgefahr.

Eine weitere Person konnten die Einsatzkräfte mit der Leiter retten. Beim Einsatz wurden offenbar auch vier Feuerwehrleute leicht verletzt, wie Kurt Graf, Sprecher der Luzerner Polizei, am Mittwochmorgen in einer Medienmitteilung schreibt. Die Einsatzkräfte mussten in ärztliche Pflege gebracht werden. Weitere 17 Bewohner, davon 6 Kinder, konnten sich selbstständig in Sicherheit bringen.

Feuerwehr kämpfte auch mit Wasserversorgung

«Wir gehen davon aus, dass es eine schnelle Brandentwicklung gab», sagte Marco Fischer, Einsatzleiter der Feuerwehr. Genaueres zur Brandursache konnte auch die Luzerner Polizei bisher noch nicht sagen. Aber: «Ein Brand­detektiv ist vor Ort», so Kurt Graf.

Laut ersten Einschätzungen von Fischer hat das Feuer im dritten Stock angefangen und sich dann in den vierten Stock ausgebreitet. Zwischen diesen beiden Stockwerken sei die Decke eingestürzt. Erschwerend kam für die Einsatzkräfte hinzu, dass das Feuer nicht leicht zu erreichen war. Die Feuerwehr kämpfte zudem mit der Wasserversorgung: Die Schläuche der Feuerwehr mussten bis zum gut 300 Meter entfernten Kreisel gelegt werden. Für angrenzende Gebäude bestand keine Gefahr, so Fischer. Das Dach der Kirche habe man aber im Auge behalten. «Die Distanz zum Gebäude war jedoch zu gross, als dass die Flammen auf die Kirche hätten übergreifen können», erklärte er.

Anwohner auf Verletzungen untersucht

Zahlreiche Schaulustige fanden sich bei der Pfarrkirche in Reussbühl und schauten dem Treiben der Einsatzkräfte zu. In Rettungs­wagen untersuchten Sanitäter evakuierte Personen auf allfällige Rauchverletzungen. Ein Anwohner näherte sich dem brennenden Gebäude. Er schien gerade von der Arbeit nach Hause zu kommen. Barfuss lief er auf das Haus zu, in dem sich seine Wohnung befindet. Seine Habseligkeiten sind wohl Opfer der Flammen geworden. In seine Wohnung kann er vorläufig nicht zurück. Genau wie die anderen Bewohner.

Das Feuer konnte gemäss Luzerner Polizei schnell unter Kontrolle gebracht werden, die Löscharbeiten dauerten jedoch bis in die Nacht hinein. Die Brandursache ist bislang noch nicht bekannt. Der Sachschaden ist gross, könne aber zurzeit noch nicht abgeschätzt werden.

Brand eines Wohnhauses in Reussbühl. (Bild: Leserbild Theres Nussbaumer)

Brand eines Wohnhauses in Reussbühl. (Bild: Leserbild Theres Nussbaumer)