Luzern braucht mehr Platz für Handicapierte

Der Kanton Luzern muss bis 2020 rund 215 zusätzliche Plätze für Erwachsene mit Behinderungen schaffen. Dies prognostiziert der Regierungsrat in einem Planungsbericht.

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Blick in eine Werkstatt Stiftung Brändi in Hochdorf, in der unter anderem Tee abgefüllt wird. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Blick in eine Werkstatt Stiftung Brändi in Hochdorf, in der unter anderem Tee abgefüllt wird. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Die Kantonsregierung muss dem Parlament periodisch einen auf mehrere Jahre ausgerichteten Planungsbericht zu den sozialen Einrichtungen vorlegen. Schwerpunkt des am Montag veröffentlichten Rapports sind die Einrichtungen für Erwachsene mit Behinderung.

2010 standen in diesem Segment 2168 Plätze für Wohnen, Arbeiten und Beschäftigung zur Verfügung. Bis 2020 muss die Zahl der Plätze um rund 10 Prozent erhöht werden. Konkret geht der Bericht von 190 bis 240 zusätzlichen Plätzen aus.

Rund die Hälfte der zusätzlichen Plätze werden für das Arbeiten benötigt, etwa je ein Viertel für Wohnen und Beschäftigung. Zu wenig Plätze hat es sowohl für Erwachsene mit geistiger wie auch mit psychischer Behinderung. Für Erwachsene mit körperlicher oder sinnesbezogener Behinderung werden keine weiteren Plätze benötigt.

Für den Bedarf gibt es mehrere Gründe. Der Betreuungsaufwand sei grösser geworden, heisst es in dem Bericht. Die Lebenserwartung sei gestiegen, so dass mehr ältere Behinderte betreut werden müssten. Auch gebe es mehr Menschen mit schweren oder Mehrfachbehinderungen.

Wird der Platzausbau kontinuierlich umgesetzt, so werden die Bruttokosten bis 2020 im Vergleich zu 2011 um 16,8 Millionen Franken steigen. Die Kosten müssen je hälftig vom Kanton und den Gemeinden getragen werden.

Weniger eingehend behandelt werden in dem Bericht die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, die Sonderschulinternate und die Einrichtungen für Suchttherapie. Diese würden in einer nächsten Planungsperiode vertieft angeschaut, schreibt der Regierungsrat.

sda