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LUZERN: Brutaler Überfall auf Rentnerin: Verdächtiger wird freigesprochen

Es war ein Raub, der die ganze Region erschüttert hatte: 2007 ist eine Seniorin in ihrer Wohnung von zwei Männern brutal überfallen worden. Einer der Täter wurde bereits verurteilt. Sein angeblicher Komplize hingegen musste sich erst vor ein paar Wochen vor dem Kriminalgericht verantworten.
Die beiden Männer brachte eine 81-jährige Frau unter falschem Vorwand dazu, die Türe zu öffnen. (Symbolbild Stefan Kaiser)

Die beiden Männer brachte eine 81-jährige Frau unter falschem Vorwand dazu, die Türe zu öffnen. (Symbolbild Stefan Kaiser)

Lena Berger

lena.berger@luzernerzeitung.ch

Oktober 2007, ein Mittwochmorgen, kurz nach 8 Uhr: Zwei unbekannte Männer klingeln in Luzern an der Wohnungstür einer 81-jährigen Rentnerin. Unter dem Vorwand, nach einer freien Wohnung zu suchen, bringen sie die Dame dazu, die Türe zu öffnen. Sobald sie in der Wohnung sind, drückt einer der Männer der alten Frau die Hand auf den Mund, ringt sie zu Boden und fesselt ihre Hände mit Gurten auf den Rücken. Die Beine des Opfers werden an einen Sessel gebunden und der Mund mit einem Pelzschal zugeschnürt. Mehrfach treten die Täter auf ihr Opfer ein, bedrohen die Frau mit einer Pistole und fordern Geld. Die ganze Wohnung wird auf den Kopf gestellt. Schliesslich flüchten sie mit 3000 Franken Bargeld sowie Schmuck und Uhren im Wert von rund 12'000 Franken. Die Frau wird bei dem Überfall glücklicherweise nur leicht verletzt. Es gelingt ihr, sich selbst zu befreien und Hilfe zu holen.

Einer der Täter wurde gefasst und 2010 verurteilt. Von ihm hatte man DNA-Spuren in der Wohnung sichergestellt. Der mutmassliche Mittäter musste sich erst kürzlich vor dem Kriminalgericht verantworten. Ihm wurden zahlreiche Einbrüche zur Last gelegt, bei denen er in einem Fall auch Gewalt angewendet haben soll. Sein Komplize belastete ihn zudem, auch am Raubüberfall auf die Rentnerin beteiligt gewesen zu sein.

Der Verteidiger argumentierte, dabei handle es sich um eine Falschaussage. Der verurteilte Räuber belaste seinen Mandanten zu Unrecht, weil zwischen den Familien der beiden ein Streit ausgebrochen sei. «Er hat zwar einige Straftaten begangen, das will ich nicht verharmlosen, aber es geht nicht, dass man ihm deshalb auch diesen Raub anhängt», so der Verteidiger. Tatsächlich waren von seinem Mandanten keine DNA-Spuren in der Wohnung gefunden worden.

Der Staatsanwalt dagegen führte aus, dass die Täterbeschreibung genau auf den Beschuldigten passe. Darüber hinaus hätten die beiden eine ganze Reihe von Einbrüchen zusammen begangen und seien ein eingespieltes Team gewesen. «Es handelt sich um einen Berufsverbrecher, der mehrfach einschlägig vorbestraft ist. Er kennt keinerlei Rücksicht und zeigt eine sehr hohe kriminelle Energie», so der Staatsanwalt. Zugunsten des Beschuldigten, der heute in Frankreich lebt, spreche eigentlich nichts.

Das Kriminalgericht sprach den Mann trotzdem vom Vorwurf des Raubes frei, wie aus dem Urteilsdispositiv hervorgeht. Ein begründetes Urteil, welchem man die Überlegungen dazu entnehmen könnte, liegt noch nicht vor. Wegen der zahlreichen anderen Delikte – darunter räuberischer und gewerbsmässiger Diebstahl – wurde der Mann allerdings zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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