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LUZERN: Bucherer investiert 15 Millionen in Luzern

Das Familienunternehmen baut das Geschäft am Schwanenplatz aus und verstärkt den Bereich Schmuck. Dadurch will man mehr einheimische Kunden gewinnen.
Bucherer-Direktor Josef Williner und Marketingchef Jörg Baumann betrachten Schmuckstücke im bestehenden Teil des Uhren- und Schmuckgeschäfts. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Bucherer-Direktor Josef Williner und Marketingchef Jörg Baumann betrachten Schmuckstücke im bestehenden Teil des Uhren- und Schmuckgeschäfts. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Die Uhren- und Schmuckbranche in Luzern boomt. Am Kapellplatz bezieht demnächst die Uhrenboutique Les Ambassadeurs die Räumlichkeiten von Musik Hug. Am Schwanenplatz eröffnet bald ein neues Uhren- und Schmuckgeschäft mit Namen Splendid, erst kürzlich ging ein neuer Rado-Shop auf. Und auch der Grösste auf dem Platz, Bucherer, baut kräftig aus. Rund 15 Millionen Franken investierte das Stadtluzerner Familienunternehmen in die Neugestaltung und Erweiterung des Verkaufsgeschäftes am Schwanenplatz.

Mehr Ruhe für die Kunden

«Mit dem Umbau wollen wir unser Geschäft den veränderten Kundenbedürfnissen anpassen», erklärt Jörg Baumann, Marketingdirektor bei Bucherer. Dabei wolle man einerseits einzelnen Uhrenmarken eine bessere Präsenz verschaffen. Aufgewertet wird aber auch der Bereich Schmuck. Dieser erhält rund vier Mal mehr Platz und einen neuen Auftritt. «Kunden, die einen Ehering oder ein schönes Schmuckstück kaufen, zählen auf professionelle Beratung in einem ruhigen und vertrauensvollen Ambiente», erläutert Jörg Baumann. Da wirkt es störend, wenn links und rechts zu viele Personen vorbeispazieren. Mit der ersten Bauphase trägt man bei Bucherer nun diesem Kundenbedürfnis Rechnung. Auf der dritten Etage wurden zusätzliche Verkaufsflächen geschaffen – Schmuck- und Edelsteinverkauf statt Büros und Ateliers.

Seit vier Monaten sind die Arbeiten im Gange. Elektriker, Schreiner, Sicherheitsspezialisten – rund 15 Bauarbeiter sind mit dem letzten Schliff tätig. Bei der Vergabe der Aufträge habe man grossen Wert auf lokale Anbieter gelegt, betont Jörg Baumann. «Zwei Drittel der Investitionen, insgesamt deutlich mehr als 10 Millionen Franken, kommen regionalen Unternehmen zugute», sagt Jörg Baumann.

Einheimische sollen sich wohlfühlen

Am Samstag sollen die ersten Kunden in der knapp 250 Quadratmeter umfassenden Schmuckabteilung bedient werden. Helle Farben, Marmor, Leder, Holz, Glas – das Interieur entspricht dem, was man in der Luxusgüterbranche erwartet, ohne dass die Ausstattung pompös wirken würde. Eine Gestaltung im Stile «zeitgemässer Luxus», mit Blick auf den See. Josef Williner, Direktor der Bucherer-Filiale am Schwanenplatz, lächelt. «Unser Ziel ist, hier eine ruhige Zone zu schaffen, in der sich Kunden aus der Region wohl fühlen, abseits der Touristen», sagt der Verkaufsdirektor.

Die Schmuckabteilung ist klar getrennt von den Uhrenverkäufen. Sie bietet bequeme Sitzmöglichkeiten. «Wünscht jemand absolute Privatsphäre, haben wir separate Lounges», sagt Josef Williner.

Auch günstige Uhren zu kaufen

Während Bucherer bei Touristen aus fernen Ländern, aber auch für viele Schweizer Kunden eine Topadresse für Uhren und Schmuck bedeutet, «ist die lokale Bevölkerung eher zurückhaltend», erklärt Williner. «Bei manchen existiert eine Hemmschwelle», bedauert er. Das habe wohl auch damit zu tun, dass man Bucherer oft als reines Touristengeschäft betrachtet, das teure Uhren verkauft. «Dabei findet man bei uns auch Marken wie Swatch oder mechanische Uhren im unteren und mittleren Preissegment», sagt Williner. Gleichzeitig lege man hohen Wert auf Kundenservice. «Wir beschäftigen am Schwanenplatz erfahrene Uhrmacher und Goldschmiede.»

Einen regelrechten Wachstumsschub erfuhr Bucherer in Luzern während der letzten 15 Jahre. Die Branche trägt mittlerweile über 8 Prozent der Steuereinnahmen der juristischen Personen in der Stadt bei (siehe Tabelle). Von den Verkäufen profitieren auch umliegende Souvenirgeschäfte, der Detailhandel sowie die Gastronomie.

200 neue Stellen in zehn Jahren

Bei Bucherer unterstreicht man die Bedeutung der eigenen Geschäfte für die Region. «Wir zählen am Schwanenplatz 200 Mitarbeiter, davon 13 Lehrlinge», sagt Josef Williner. Zusammen mit den Angestellten am Firmensitz im Tribschenquartier beschäftigt Bucherer in der Stadt 660 Mitarbeiter. Knapp 200 Stellen entstanden alleine in den letzten zehn Jahren.

Das Luzerner Unternehmen wurde im Jahr 1888 gegründet und wird heute von der Familie Bucherer in vierter Generation geführt. Das Stammhaus am Schwanenplatz sticht durch die markante Fassade mit den Logos Bucherer und Rolex hervor. Gebaut wurde das Gebäude 1856 als Gasthaus. Im «Hotel du Righi» (mit h!) logierten während Jahren Touristen. 1930 kaufte es die Familie Bucherer. Seither wird es als Uhren- und Schmuckgeschäft genutzt. 1990 erfolgte ein Totalumbau. Weitere bauliche Anpassungen zur Bewältigung der wachsenden Kundenzahlen wurden 2007 vorgenommen.

Neuer Eingang auf Seite Grendel

«Nach der Fertigstellung der Schmuckabteilung in dieser Woche geht es mit dem Ausbau des Erdgeschosses und der Rolex-Boutique weiter», sagt Jörg Baumann. «Die Markenboutique erhält zusätzliche Verkaufsfläche im Parterre und einen eigenen Eingang auf der Seite Grendel.» Der Umbau bei Bucherer wird voraussichtlich im Frühling 2016 abgeschlossen sein.

Ernst Meier

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