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Luzern: Budget für Schulreisen schrumpft

Klassenlager werden für Eltern günstiger. Zudem können Schulen für obligatorische Ausflüge und Exkursionen von den Familien kein Geld mehr verlangen. Das Nachsehen dürften die Schüler haben.
Martina Odermatt
Die Schulreise führte diese Kinder mit dem Schiff von Weggis nach Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch (3. Juni 2015))

Die Schulreise führte diese Kinder mit dem Schiff von Weggis nach Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch (3. Juni 2015))

Maximal 16 Franken pro Tag und Kind. So viel können Schulen von Eltern für obligatorische Schullager verlangen. Das sagt ein Bundesgerichtsurteil (Ausgabe vom Donnerstag). Doch auch auf obligatorische Schulreisen hat der Entscheid Auswirkungen. Neu dürfen Schulen für solche keine Beiträge mehr von den Eltern verlangen. Die kantonale Dienststelle Volksschulbildung empfiehlt den Gemeinden, je nach Altersstufe 20 bis 40 Franken pro Jahr und Kind für obligatorische Schulreisen zu budgetieren.

Was viele Eltern nicht wissen: Schulreisen oder Ausflüge sind grundsätzlich nicht obligatorisch. Das bedeutet konkret: Im Normalfall darf weiterhin Geld für die Schulreise verlangt werden. Eltern sind aber nicht verpflichtet, ihr Kind auf die Schulreise oder den Ausflug zu schicken. Wird dieser aber als obligatorisch erklärt, muss die Schule die Reise selbst bezahlen, von den Eltern darf sie keine Beiträge verlangen.

Ob Pflicht oder nicht entscheiden die Gemeinden. Der Verband Luzerner Gemeinden (VLG) hat den Bundesgerichtsentscheid und die Empfehlung des Kantons zur Kenntnis genommen. «Empfehlungen vom Kanton dürfen jederzeit gemacht werden, entscheiden wird aber jede Gemeinde für sich», sagt Ursi Burkart-Merz, Gemeindepräsidentin von Adligenswil und Leiterin Bereich Bildung und Kultur des VLG. «Es steht den Gemeinden frei, Schullager, Exkursionen, Schulreisen oder Schneesporttage als obligatorisch zu erklären oder nicht und somit mitzufinanzieren oder nicht.» Der Verband gibt keine Empfehlung heraus.

«Budget reicht höchstens für zwei Exkursionen»

Für Annamarie Bürkli, Präsidentin des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands ist klar: Der Betrag von 20 bis 40 Franken reicht nicht weit. «Man ist damit eingeschränkt. Das reicht bestenfalls für zwei Exkursionen etwa mit dem öffentlichen Verkehr und in Verbindung mit einem Eintritt.» Zur Zeit der Anfrage befand sich Bürkli mit einer Schulklasse gerade auf der Melchsee-Frutt an einem Skitag. Dieser habe die Erziehungsberechtigten 40 Franken gekostet, sagt sie.

Gerade mit dem Lehrplan 21 könne noch mehr mit den Schülern unternommen werden. «Kompetenzausbau heisst nicht nur Wissen, sondern auch Anwenden, dies ab und zu auch ausserhalb des Klassenzimmers.» Bürkli spielt den Ball den Politikern zu: Sie würden bestimmen, in welcher Qualität der Lehrplan 21 umgesetzt wird. «Kürzungen in der Bildung können nicht durch Kuchenverkaufen wettgemacht werden. Da erwarten wir andere Massnahmen.» Laut Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung, würden sich Lehrer in Zukunft zwei Mal überlegen, ob ein Ausflug sinnvoll ist, denn: «Exkursionen sind häufig nicht explizit im Lehrplan enthalten, obwohl sie etwa für die Sozialkompetenz und den Klassengeist wichtig sind.»

Zudem dürfte Mehraufwand entstehen, wenn Eltern ihre Kinder aufgrund der Beiträge nicht mehr auf freiwillige Schulreisen oder Ausflüge schicken. Dann braucht es laut Bürkli Alternativen zur Finanzierung und Betreuung. Einfach so frei machen können die Kinder nicht.

Adrian Schärli, Vater eines Sohnes und Präsident des Elternrats der Schule Nebikon, hofft, dass weiterhin alle Kinder an den Ausflügen teilnehmen können. «Es geht auch um den sozialen Anschluss. Kinder erleben so wertvolle Momente und lernen, sich etwas von zu Hause zu lösen.» Damit niemand aus finanziellen Gründen ausgeschlossen wird, schlägt er für den Elternbeitrag einen Maximalbetrag vor. Plus einen Höchstbetrag pro Familie, damit Grossfamilien nicht übermässig belastet werden.

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