Luzern: Budgetlöcher trotz Firmenboom

Die Luzerner Wirtschaft boomt. Trotzdem brechen in den Industriegemeinden die Steuereinnahmen ein.

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Ein Bürokomplex im Business Center D 4 in Root. Die Gemeinde wäre dringend auf Neuzuzüge angewiesen. (Bild: Roger Grütter/Neue LZ)

Ein Bürokomplex im Business Center D 4 in Root. Die Gemeinde wäre dringend auf Neuzuzüge angewiesen. (Bild: Roger Grütter/Neue LZ)

Medizinaltechnik-Unternehmen wie Medela ziehen in den Kanton Luzern um. Bereits dort angesiedelte Firmen wie Thermoplan bauen aus: Der einst als behäbig belächelte Wirtschaftsstandort Luzern boomt, vor allem entlang der Autobahnen entstehen neue Arbeitsplätze. Seit diesem Jahr hat der Kanton Luzern die tiefsten Unternehmenssteuern der Schweiz. Dadurch entgehen aber den wirtschaftsstarken Gemeinden Millionen an Steuereinnahmen.

Ein krasses Beispiel dafür ist Root. Dort kommen die Firmen und Selbstständigerwerbenden nach der Halbierung der Unternehmenssteuern nicht mehr für 32 Prozent der Steuereinnahmen auf, sondern nur noch für knapp 15 Prozent. Einen ähnlichen Absacker erlebt auch Reiden.

Kein Platz für neue Firmen

Während Reiden aber immerhin über genügend Landreserven für Neuansiedlungen verfügt, können die Rontal-Gemeinden nicht darauf zählen, dass neue Firmen mehr Geld in die Gemeindekassen spülen. Denn die Landreserven für Industrie und Gewerbe sind aufgebraucht. «Wir können deshalb die tieferen Unternehmenssteuern auch mittelfristig nicht kompensieren», sagt der Ebikoner Gemeinderat Herbert Lustenberger.

Der Rooter Gemeinderat stopft das Loch vorerst mit dem Verkauf des gemeindeeigenen Wohnbaulandes Oberfeld. Einige der betroffenen Gemeindepolitiker hatten die Steuerstrategie als Kantonsräte einst mit abgesegnet. Man müsse sich im Nachhinein fragen, ob man zu forsch vorgegangen sei, sagt etwa der Krienser Gemeindepräsident Paul Winiker.

Rainer Rickenbach

Konzerne fürchten Benachteiligung

bbp. Zum Steuerstreit zwischen der Schweiz und der EU melden sich jetzt auch die international tätigen Konzerne zu Wort, die ihren Sitz in der Schweiz haben. Viele fällen ihre Standortentscheide unter anderem auf Grund der kantonalen Steuerregimes. Der Verband Swissholdings fordert von Bund und Kantonen deshalb ein rasches und koordiniertes Vorgehen im Steuerstreit mit der EU. Kantonale Gewinnsteuersenkungen seien nur bedingt hilfreich, um Nachteile zu kompensieren. Von der EU erwarten die Konzerne Zugeständnisse, die garantieren, dass die Konzerne in der Schweiz nicht benachteiligt werden.

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