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LUZERN: Bühne füllt sich mit Ideen und Konflikten

Zum 30. Geburtstag schenkt sich die Theatergruppe Ecco Rondo eine selbstironische Eigenproduktion. Ein fiktives Projekt wird zur Spielfläche ausgereifter Figuren.
Yvonne Imbach
Mitglieder von Ecco Rondo bei der Generalprobe zur Jubiläumsproduktion.Bild: Nadia Schärli (8. November 2016, Luzern)

Mitglieder von Ecco Rondo bei der Generalprobe zur Jubiläumsproduktion.Bild: Nadia Schärli (8. November 2016, Luzern)

«Dieses Mal wird alles besser» heisst das neue Stück des Theaters Ecco Rondo. Es feiert den 30. Geburtstag und zeigt als 24. Produktion ein selbst entwickeltes Stück, das wie die letzten Produktionen prozesshaft entstanden ist. Erst wurde ein Thema festgelegt, dann die Rollen skizziert, das Drehbuch geschrieben und das Stück in Improvisationen in drei Monaten Probezeit zur Bühnenreife weiterentwickelt.

Die gemeinsame Prozessar­beit diente dem Ensemble für die Jubiläumsproduktion als Vorlage. Es geht darum, dass eine Gruppe einen grossen Event plant. Die ganzen 90 Minuten Spieldauer wird nie ganz klar, was genau auf die Beine gestellt werden soll. Es geht auch nicht darum zu erfahren, was geplant ist – vielmehr, wie geplant wird.

Sponsor will gewisse Rechte

Wilde Ideen entstehen, werden diskutiert, weiterverfolgt oder verworfen. Neue Ressorts müssen besetzt werden: Finanzen, Sponsoring, Catering, Ausstattung, Helfer. «Ohne Geld kein Programm, ohne Programm kein Geld», wird festgestellt. Mit Marco Stecher, einem Immobilienmakler, kann ein finanzkräftiger Sponsor ins Boot geholt werden. Der wünscht sich dafür ein gewisses Mitspracherecht und zeigt Interesse an der Projektleiterin Julie, die bei dem Punkt an ihre Grenzen stösst, was sie persönlich für das Projekt zu geben bereit ist. Zudem sickert durch, dass einige OK-Mitglieder nicht ehrenamtlich arbeiten.

Parallel zu immer neuen Konflikten innerhalb der Gruppe füllt sich auch die Bühne mit immer weiteren Materialien. Plastikbahnen, Farbkessel, Pläne und Flipchart türmen sich zu einem Chaos auf, das den Zustand der Gruppe spiegelt.

Jede Figur zeigt einen ausgereiften Charakter, der sich haarscharf an der Grenze zum Klischee bewegt. Die elf Spielerinnen und Spieler im Alter zwischen 17 und 26 Jahren erwecken unter anderem den Choleriker, die Soziale, den Profiteur, die Neidische oder den Pausenclown so spannend zum Leben, dass man höchst vergnügt zuschaut und die Selbstironie dahinter genüsslich einsaugt. Lisa Bachmann, die Ecco Rondo zum 22. Mal professionell als Regisseurin leitete, erklärt: «Jeder durfte seine Figur selbst erfinden, ich schritt nur korrigierend ein, wenn zwei Rollen sich in eine ähnliche Richtung entwickelten.»

Die Kernbotschaft hinter dem spannenden Stück ist, das man auch mal stolpern darf, denn Hindernisse gibt es immer im Leben. Aber nur wegen eines Stolperers muss ein Projekt ja nicht gleich scheitern.

Hinweis

Aufführungen: Heute, 12., 18. und 19. 11. um 20 Uhr. 13. und 20. 11. um 17 Uhr. Theaterpavillon Luzern. Reservation: www.eccorondo.ch

Yvonne Imbach

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