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LUZERN: Bürohaus wird zur Kreativwerkstatt

An der Bernstrasse wird die Idee Zwischennutzung konkretisiert. Eine kleine Gruppe darf dort das Gallati-Haus nutzen – bis mindestens Ende 2014, mit Ateliers und Ausstellungen.
Stefan Roschi
Das Gallati-Haus an der Bernstrasse 94 in Luzern. (Bild: Blindtext Blindtext)

Das Gallati-Haus an der Bernstrasse 94 in Luzern. (Bild: Blindtext Blindtext)

Im Schatten grosser Nachbarn lässt sich gut schaffen. Dieser Satz könnte durchaus auf das Projekt Tatort Bernstrasse in der Stadt Luzern zutreffen. Denn wenn es um das Thema Zwischennutzung geht, sind aktuell alle Augen auf das Projekt Neubad gerichtet. Im ehemaligen städtischen Hallenbad ­Biregg entsteht gerade mit viel Aufwand Raum für Ateliers, aufgeteilte Arbeitsplätze oder Gastronomie (wir berichteten mehrmals darüber). Fast unbemerkt davon ist im Frühling eine Trägerschaft für eine kleinere Zwischennutzung in einem ganz anderen Stadtteil, an der Bernstrasse 94, gesucht worden. Dort steht das Gallati-Haus, ein ehemaliges Bürogebäude, das irgendwann einer neuen Überbauung der Wohnbaugenossenschaften ABL und Matt weichen muss. Diese wollen das Haus aber nicht abreissen, sondern – bis es so weit ist – einer Zwischennutzung zuführen.

Verwalter und Kuratoren

Das Rennen gemacht hat schliesslich das Projekt Tatort Bernstrasse, hinter dem mehrere Kulturschaffende und -interessierte aus der Region stehen. Drei davon haben sich in einem Verein zusammengetan, darunter Adriana Zürcher. Sie sagt: «Wir sehen uns vor allem als Verwalter des Hauses, aber auch als Kuratoren.»

Von jetzt an bis im März 2015 läuft der Mietvertrag für das dreistöckige Gebäude. Falls sich das Projekt der Wohnbaugenossenschaften verzögert, wird der Vertrag sogar verlängert. Zürcher und ihre beiden Kollegen Lukas Geisseler und Beatrice Stierli wollen in dieser Zeit viel Kreativität in die heute leeren Räume bringen. Neun davon stehen als Ateliers zur Verfügung, wovon drei bereits vergeben sind. «Wer Interesse hat, kann sich bei uns melden», sagt Zürcher (siehe Hinweis). Es gebe dabei keine fixen Kriterien. «Wir möchten nicht nur Kunststudenten oder Maler, sondern einen bunten Mix an Untermietern.» Diese erhalten die Räume für 90 bis 130 Franken Monatsmiete – je nach Grösse.

Ehrenamtliches Engagement

Selber zahlt der Verein Tatort Bernstrasse eine monatliche Miete an die Baugenossenschaften. Den genauen Preis nennen sie zwar nicht, es sei aber deutlich weniger als die 2000 Franken, von denen noch in der Ausschreibung für die Zwischennutzung die Rede gewesen ist. «Sonst hätte das Ganze finanziell nicht funktioniert», erklärt Adriana Zürcher. Schliesslich arbeiten sie und ihre Kollegen ehrenamtlich, und grosse finanzielle Mittel stehen nicht zur Verfügung. So aber habe man eine gute Lösung für alle gefunden. Die künftigen Mieteinnahmen durch die Ateliers sollen die Hauptmiete abdecken und eventuell ab und zu einen zusätzlichen Batzen generieren, «mit dem wir Künstler oder Ausstellungen unterstützen können», sagt Lukas Geisseler. Verdienen werde man nichts. «Das Projekt ist nicht profitorientiert.»

Die Ausstellungen sollen im Erdgeschoss stattfinden, in einem 60 Quadratmeter grossen Raum, der früher als Werkstatt diente. «Hier können wir uns auch Lesungen oder andere Veranstaltungen vorstellen», sagt Geisseler. Die Möglichkeiten müsse man in den nächsten Monaten noch auslotsen. Klar ist dagegen jetzt schon, dass es kein Partylokal wird und die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen, ansonsten würde der Nutzungsvertrag aufgelöst.

Eröffnungstag mit Ausstellung

Schon bald soll es an der Bernstrasse richtig losgehen. Denn gross investieren oder umbauen müssen die Initianten nicht – das Haus ist bezugbereit. Und dies ist auch der grosse Vorteil im Vergleich etwa mit dem Neubad, wo viele Auflagen der Stadt zuerst erfüllt werden müssen, bevor das Gebäude genutzt werden kann – Investitionen von 100 000 Franken sind dort nötig. Beim Gallati-Haus ist es etwas unkomplizierter. «Es geht unglaublich schnell», sagt Adriana Zürcher. Fast alles habe sich jetzt innerhalb eines Monats ergeben. Die ersten Ateliers werden in den nächsten Wochen bezogen, für die restlichen werden passende Mieter gesucht. Ein Eröffnungsfest ist auch schon geplant: am 27. September. Dann kann sich die Öffentlichkeit ein Bild vor Ort machen, eine erste Ausstellung wird es ebenfalls geben.

Die Verantwortlichen zeigen sich überzeugt von ihrem Konzept. «Nicht alle Gebäude und alle Ideen sind zwar für Zwischennutzungen geeignet», merkt Zürcher kritisch an. «In diesem Fall aber stimmt alles: die Partner, das Haus und das Quartier.»

Hinweis:

Verein Tatort Bernstrasse, Kontakt für Mietanfragen oder andere Anliegen: tat_ort@gmx.ch

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