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LUZERN: Bund verteidigt umstrittene Wildtierpassagen

Ständerat Damian Müller hat die Verhältnismässigkeit dreier im Kanton Luzern geplanter Wildtierpassagen über die Autobahn A2 hinterfragt. Der Bundesrat lässt aber keinen Zweifel an seinen Absichten.
Ismail Osman
Für den Bundesrat sind Wildtierübergänge «zwingend erforderlich», wie hier die Städtlerwaldbrücke über die A4 auf der Höhe der Blegikurve bei Cham. (Bild: Stefan Kaiser, 11.08.2014)

Für den Bundesrat sind Wildtierübergänge «zwingend erforderlich», wie hier die Städtlerwaldbrücke über die A4 auf der Höhe der Blegikurve bei Cham. (Bild: Stefan Kaiser, 11.08.2014)

Auf einer Strecke von 20 Kilometern plant der Bund zwei Über- und eine Unterführung für Wildtiere zur Querung der Autobahn A2. Die Bauten kämen in Neuenkirch, Langnau bei Reiden (Überführungen) und Knutwil (Unterführung) zu stehen. Rund 29 Millionen Franken will der Bund für die Bauten investieren, welche Teil einer Kampagne zur Sanierung der schweizweit rund 300 Wildtierkorridore sind. Die Bauarbeiten entlang der A2 könnten bereits in zwei Jahren aufgenommen werden.

Wie unsere Zeitung in der Vergangenheit mehrfach berichtete, sind die Pläne des Bundes nicht nur bei den betroffenen Landbesitzern umstritten. Letzten Dezember reichte auch der Luzerner Ständerat Damian Müller (FDP) eine Interpellation ein. Darin stellt Müller die Frage, ob angesichts der hohen Kosten und möglicher Landenteignungen nicht auf den Bau der Übergänge verzichtet werden müsste.

Nun liegt die Stellungnahme des Bundesrates vor. Für den Bundesrat sind die Wildtierübergänge demnach nicht nur verhältnismässig, sondern «zwingend erforderlich». Dies, weil der Druck auf die Biodiversität in der Schweiz weiterhin hoch sei, insbesondere durch die Zerschneidung der Landschaft durch Infrastrukturen.

Anzahl Wildtierpassagen unter den Nachbarländern

Müller wollte auch wissen, ob es effektiv notwendig sei, auf einer Strecke von nur 20 Kilometern drei Wildtierübergänge zu erstellen. Dazu schreibt der Bundesrat: «Wildtierübergänge werden unter Berücksichtigung der grossräumigen, teilweise saisonalen Bewegungsmuster der Wildtiere und der Verkehrsun­fälle mit Wildtieren räumlich festgelegt.» Zudem entspreche die Anzahl Wildtierpassagen pro Kilometer Autobahn gesamtschweizerisch in etwa derjenigen unserer Nachbarländer oder liege gar leicht darunter.

Im Kanton Luzern stellte alt Kantonspräsident Hans Peter Pfister (FDP) die Idee von kostengünstigeren Holzbauten in den Raum (Ausgabe vom 27. Dezember). In seiner Anfrage nahm Damian Müller denn auch die Frage nach solchen alternativen Bauarten auf. Für den Bundesrat steht jedoch fest: «Es gibt bislang keine gleichwertigen Alternativen zu den bekannten Wildtierübergängen.»

Die Behandlung von Müllers Interpellation im Ständerat ist für den Sessionstag am Montag traktandiert.

Ismail Osman
ismail.osman@luzernerzeitung.ch

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