LUZERN: Busse für eine Fahrt auf einem elektrischen Einrad

Immer mehr elektrische Verkehrsmittel sind auf unseren Strassen unterwegs – darunter auch ungewöhnliche. Doch was erlaubt ist und was nicht, ist oftmals unklar. Das musste ein Student aus Kriens kürzlich erfahren.

Gabriela Jordan
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Daniel Ottersbach auf seinem elektrischen Einrad. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 30. Oktober 2017))

Daniel Ottersbach auf seinem elektrischen Einrad. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 30. Oktober 2017))

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

E-Bikes, -Trottinetts und -Einräder: Die Palette der auf dem Markt erhältlichen elektrischen Fahrzeuge wächst stetig und führt hinsichtlich Zulassung auch mal für Verwirrung. Dies musste der in Kriens wohnhafte Walliser Daniel Ottersbach (25) erfahren. Der Student hat sich kürzlich ein E-Wheel, ein elektrisches Einrad, gekauft. Damit fährt er jeweils nach Horw zur Hochschule für Technik und Architektur.

Das Problem dabei: Obschon die E-Wheels hierzulande immer beliebter und häufiger zu sehen sind, sind sie auf öffentlichem Grund gar nicht zugelassen. Kürzlich wurde Daniel Ottersbach deshalb von der Polizei gebüsst, als er auf dem Velo- und Fussweg «Freigleis» unterwegs war.

«Einige Male an der Polizei vorbeigefahren»

«Bis anhin schien die Benützung für mich kein Problem zu sein, da ich schon einige Male an der Polizei vorbeigefahren bin», sagt ­Ottersbach gegenüber unserer Zeitung. «Vor ein paar Tagen wurde ich aber plötzlich von der Polizei angehalten und mit einer Geldstrafe gebüsst.»

Weshalb aber sind die elektrischen Einräder auf öffentlichem Grund nicht zugelassen? Schliesslich handelt es sich bei den E-Wheels um Fahrzeuge der Kategorie «Leichtmotorfahr­räder», zu denen auch E-Bikes und Elektro-Stehroller wie Segways gehören.

Sie dürfen nicht schneller fahren als 20 km/h

Eine Anfrage beim Strassenverkehrsamt Luzern ergibt, dass die E-Wheels keine Typengenehmigung haben, sprich keine Herstellungserlaubnis in Übereinstimmung der technischen Anforderungen. Theoretisch wäre das Einlösen einer solchen Genehmigung möglich, dafür müsste der Hersteller oder spätestens der Verkäufer das Fahrzeug bei den Behörden stellen. Genehmigt würden Einräder, die gewisse Richtlinien erfüllen. Zum Beispiel dürfen sie die Geschwindigkeit von maximal 20 Kilometer pro Stunde nicht überschreiten.

Die Mühe, ein elektrisches Einrad beim Strassenverkehrsamt zu stellen, macht sich offenbar aber kaum jemand. Denn verkaufen lässt sich das Produkt auch so – ob im Internet oder in Geschäften, wo sie über 1000 Franken kosten können. Für ­Daniel Ottersbach und andere E-Wheel-Benutzer bedeutet das, dass sie damit nur auf abgesperrtem Areal oder Privatgrundstücken fahren dürfen. Der 25-Jährige findet das unverständlich. «In anderen Grossstädten gehören solche Geräte bereits zum Stadtbild. Die Gesetzeslage hier ist völlig rückständig», ärgert er sich.

Regeln für E-Bikes, E-Trottinetts und Co.

Bei schnellen E-Bikes ab 25 km/h sowie Motorfahrrädern ist ein Kontrollschild erforderlich. Elektro-Trottinetts sind den Velos gleichgestellt, die Benützung von Velostreifen und Velowegen ist somit obligatorisch. Segways oder Stehroller sind typengeprüfte Fahrzeuge und benötigen wie schnelle E-Bikes ein Kontrollschild. Demzufolge dürfen sie auch auf öffentlichem Grund verkehren, sprich auf Velostreifen und Velowegen, nicht aber auf normalen Strassen. (gjo)