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LUZERN: Car-Parkierung: Initiant des Musegg-Parkhauses schöpft neue Hoffnung

Der Stadtrat will die Parkhausprojekte Musegg und Schweizerhofquai prüfen – mit möglichst wenigen Autoparkplätzen. Laut dem Musegg-Initianten geht das, aber nur mit staatlicher Subventionierung.
Beatrice Vogel
Diese Tiefgaragen-Einfahrt am Museggrain soll als Ausgang des Parkhauses Musegg genutzt werden. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 9. Februar 2017))

Diese Tiefgaragen-Einfahrt am Museggrain soll als Ausgang des Parkhauses Musegg genutzt werden. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 9. Februar 2017))

Interview: Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Der Luzerner Stadtrat will betreffend Carparkierung zwei Varianten prüfen: ein Carparkplatz auf der Allmend in Kombination mit einem Parkhaus in der Innenstadt respektive mit einem zusätzlichen Ausweichparkplatz auf einem städtischen Grundstück in Kriens (Artikel vom 27. Februar). Dabei werden die Parkhaus-Projekte Musegg und Schweizerhofquai wieder aktuell – allerdings als reine Car-Parkhäuser mit wenigen Autoparkplätzen. Fritz Studer, VR-Präsident der Musegg Parking AG, nimmt Stellung.

Fritz Studer, was sagen Sie dazu, dass die Parkhausprojekte wieder im Spiel sind?

Nachdem wir eineinhalb Jahre mit dem Stadtrat eng zusammengearbeitet haben und eine Million Franken in das Vorprojekt investiert haben, waren wir von der schroffen Behandlung und dem Diskussionsverbot durch Parlament und Stadtrat sehr enttäuscht. So beendet man keine gegenseitig vereinbarte Zusammenarbeit. Unser Interesse gilt aber weiterhin einer Lösung. Deshalb sind wir bereit, die Diskussionen und Verhandlungen wieder aufzunehmen.

Das Innenstadtparkhaus soll kaum Autoparkplätze aufweisen. Ist das realistisch?

Wir haben schon früh verschiedene Varianten geprüft. Unsere Prämisse war aber ein Investorenmodell, bei dem das Parkhaus ausschliesslich von Privaten finanziert wird. Dann sind 670 Autoparkplätze nötig. Natürlich sind weniger Parkplätze denkbar. Fest steht aber auch: Je weniger PW-Parkplätze, desto tiefer muss die öffentliche Hand in die Tasche greifen.

Dafür wären aber die Baukosten niedriger.

Ein bis zwei Stockwerke weniger würden die Kosten senken, ja. Der grösste Posten ist aber die Grundinfrastruktur wie Zufahrt und die technischen Installationen. Diese braucht es auch bei nur einem Geschoss.

Wie viel Geld müsste die Stadt in die Hand nehmen?

Grundsätzlich kann sich der Betrag zwischen null – wenn das Projekt so bleibt, wie es jetzt dasteht – und schätzungsweise drei bis vier Millionen Franken jährlich bewegen, wenn keine PW-Parkplätze gebaut werden. Man kann auch an den Parkgebühren schrauben. Dort stellt sich aber die Frage, wie hoch diese sein dürfen, damit das Parkhaus und Luzern konkurrenzfähig bleiben.

Die Initiative für das Parkhaus Musegg dürfte es vor dem Stimmvolk schwer haben. Die Chance, die sich nun aufgetan hat, müsste man doch am Schopf packen.

Wenn der Stadtrat die Parkhäuser ernsthaft prüft, so wie er es versprochen hat, dann ist meines Erachtens die Initiative weitgehend erfüllt. Ich könnte mir vorstellen, dass die Initianten vor diesem Hintergrund die Initiative möglicherweise sistieren.

Wie wichtig ist es, dass Touristen in der Innenstadt aus dem Car aussteigen können?

Beim Tagestourismus ist das sehr entscheidend. Touroperators und Gäste sind sensibel: Wenn der Zeitaufwand zu gross und die Organisation zu umständlich ist, kommen sie einfach nicht mehr nach Luzern. Das ist brandgefährlich für unsere Stadt, denn so eine Entwicklung lässt sich fast nicht rückgängig machen. Wenn man zur Tourismusbranche, zur Gastronomie und Uhrenindustrie Sorge tragen will, muss man sich Veränderungen sehr gut überlegen.

Die zwei Parkhausprojekte unterscheiden sich vor allem durch die Zufahrt. Wird das bei einer Entscheidung ausschlaggebend sein?

Da die beiden Projekte auf einem sehr unterschiedlichen Entwicklungsstand sind, lassen sie sich noch nicht wirklich vergleichen. Ich möchte deshalb keine Bewertung vornehmen. Verkehrsmässig bringt jedoch das Seeparking keine Entlastung, da die Zufahrt durch die Stadt erfolgt.

Wie gehen Sie nun weiter vor?

Ich gehe davon aus, dass der Stadtrat das Gespräch mit uns suchen wird. Wir sind auf jeden Fall bereit verschiedene Varianten zu diskutieren. Wenn der Stadtrat den Lead will, kann die Stadt uns das Vorprojekt auch abkaufen. Letztlich muss die Politik entscheiden, wie viel Geld die Stadt in die Hand nehmen soll.

Fritz Studer, VR-Präsident Musegg Parking AG: «Unsere Prämisse war ein Investorenmodell, bei dem das Parkhaus ausschliesslich von Privaten finanziert wird.» (Bild: Boris Bürgisser)

Fritz Studer, VR-Präsident Musegg Parking AG: «Unsere Prämisse war ein Investorenmodell, bei dem das Parkhaus ausschliesslich von Privaten finanziert wird.» (Bild: Boris Bürgisser)

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