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LUZERN: Car-Parkplätze werden teurer

Jährlich 100 000 Franken Mehreinnahmen: Die Stadt dreht an der Parkgebührenschraube für Reisebusse. Der Schwanenplatz bleibt indes unangetastet.
Alexander von Däniken
Blick auf den Luzerner Schwanenplatz mit zu- und wegfahrenden Touristencars. (Archivbild Eveline Beerkircher)

Blick auf den Luzerner Schwanenplatz mit zu- und wegfahrenden Touristencars. (Archivbild Eveline Beerkircher)

Massnahme Nummer 45 hebt sich auf den ersten Blick kaum von den anderen Posten im 14-Millionen-Franken-Sparpaket der Stadt Luzern ab: Gespart werden soll mittels «Ertragssteigerung», ab nächstem Jahr soll zusätzlich die runde Summe von 100 000 Franken in die Stadtkasse fliessen. Auf den zweiten Blick offenbart sich: Die Stadt hat bisher einer willkommenen Geldquelle zu wenig Beachtung geschenkt, mit der sich erst noch der Verkehr lenken lässt. Bis jetzt bezahlen Car-Chauffeure höchstens 30 Franken, wenn sie ihren Reisecar während 24 Stunden auf einen Parkplatz stellen. In Interlaken – die Berner Oberländer Gemeinde hat mit einem ähnlich hohen Caraufkommen zu kämpfen – bezahlen die Chauffeure für die gleiche Dauer fast 50 Franken.

Heute: 130 000 Franken jährlich

Die Stadt will nun die Parkgebühren vielerorts verdoppeln: Eine Stunde auf dem Löwenplatz kostet zum Beispiel ab 2016 neu 10 statt 5 Franken (siehe Tabelle). Die Tarife bewegen sich damit auf dem Niveau von Interlaken. Die Einnahmen aus den Parkinggebühren von Reisecars steigen so von derzeit jährlich rund 130 000 auf 230 000 Franken. Tatsächlich hat die städtische Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit auch die Gebühren in Interlaken und in der Stadt Zürich unter die Lupe genommen, wie Stadtrat und Direktionsvorsteher Adrian Borgula (Grüne) auf Anfrage erklärt. Vergleiche seien indes wegen der unterschiedlichen örtlichen Bedingungen schwierig.

Mehr Einnahmen, weniger Verkehr

Stutzig macht allerdings, dass die Cars ausgerechnet den Schwanenplatz auch künftig kostenlos frequentieren können. In der Hochsaison halten hier 255 Busse pro Tag und sorgen zu Stosszeiten für reichlich Chaos. Eine Gebühr würde den Schwanenplatz entlasten und der Stadt zusätzliche Einnahmen bescheren. Bei derzeit rund 25 000 Carzufahrten pro Jahr und einer fiktiven Benutzungsgebühr von 5 Franken pro Car wären das stattliche 125 000 Franken pro Jahr.

«Eine solche Lenkungsabgabe müsste sicher geprüft werden, zumal sie beim Verkehr am Schwanenplatz durchaus eine gewisse Entspannung zur Folge hätte», sagt Alex Mathis, Geschäftsführer der TCS-Sektion Waldstätte. Er habe ausserdem schon beobachtet, dass die Cars «manchmal ziemlich lange auf dem Schwanenplatz stehen», etwa weil Touristen noch schnell ein Foto machen wollen. «Darum könnte auch geprüft werden, Gebühren für jene Cars einzuführen, die zum Beispiel länger als zehn Minuten auf dem Platz stehen.»

Hinfahren, ausladen, wegfahren

Warum erhebt die Stadt für den Schwanenplatz keine Gebühr? «Weil es sich beim Schwanenplatz nicht um Car-Parkplätze, sondern um Car-Anhalteplätze handelt», erklärt Borgula. Der Chauffeur soll lediglich hinfahren, die Reisegruppe so rasch wie möglich aussteigen lassen und danach (ebenfalls so rasch wie möglich) wieder wegfahren. «Diesen Vorgang wollen wir nicht mit einer Parkingmeterbedienung verlängern.» Und Borgula fügt an: «Zudem muss verhindert werden, dass Cars, nur um die Anhaltegebühren zu umgehen, die Touristengruppen an Bushaltestellen oder einfach auf der Strasse unkontrolliert ein- und aussteigen lassen.»

Dass die Stadt Rücksicht auf die Uhren­geschäfte nehmen will, verneint Borgula. Es gehe nur um möglichst rasches Abwickeln des Aus-/Einsteigevorgangs und darum, dass nicht unkontrolliert ausgeladen wird. «Ausserdem leisten die Anrainer-Geschäfte am Schwanen- und Löwenplatz mit der Finanzierung des Lotsendienstes einen wichtigen Beitrag zur Gewährleistung der raschen Aus- und Einsteige­vorgänge.»

Tourismus will andere Lenkung

Tourismus-Direktor Marcel Perren hält ebenfalls nichts von Gebühren beim Schwanenplatz: «Die in diesem Mai eingeführte Lenkungsmassnahme, wonach ab 17 Uhr am Schwanenplatz Gäste nur noch aus den Cars aussteigen dürfen, hat sich gut bewährt. Der Verkehr zur Stosszeit ist merklich zurückgegangen.» Ausserdem stellt Perren die Rechtmässigkeit in Frage; die Gebühr würde ja nur für das Halten erhoben. Das generelle Erhöhen der Parkgebühren für Cars hält er hingegen für verhältnismässig – auch im Vergleich zum Ausland. Wann bei den Busunternehmern indes die Schmerzgrenze erreicht wird, sei nicht abzuschätzen.

Perren hält zudem einen neuen Lenkungsansatz für prüfenswert: «Ein Ziel im Tourismus ist es, dass die Gäste länger bleiben, um mehr Wertschöpfung zu generieren. Darum könnten finanzielle Anreize für Reisecars geprüft werden, deren Gäste hier übernachten.»

Alexander von Däniken

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