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LUZERN: Caritas entlässt sieben Mitarbeiter

Zwei grundsätzlich positive gesellschaftliche Entwicklungen haben für die Caritas Luzern schwerwiegende Folgen: Erneut musste sie darum gestern mehrere Kündigungen aussprechen.
Die Caritas Schweiz führt das Projekt «Prävention Mädchenbeschneidung» durch. Archivbild: Tag der offenen Tür beim Asylzentrum Hirschpark in Luzern im Jahr 2014. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))

Die Caritas Schweiz führt das Projekt «Prävention Mädchenbeschneidung» durch. Archivbild: Tag der offenen Tür beim Asylzentrum Hirschpark in Luzern im Jahr 2014. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))

Die Entlassungswelle bei der Caritas Luzern scheint kein Ende zu nehmen. Nach den einschneidenden Personalreduktionen in den letzten beiden Jahren sieht sich das Unternehmen auch jetzt wieder gezwungen, Kündigungen vorzunehmen. Betroffen sind sieben Personen.

Thomas Thali, Geschäftsleiter der Caritas Luzern nennt zwei Hauptgründe, die zu den Kündigungen geführt haben: «Die Zahl minderjähriger Asylsuchender ist im letzten Jahr stark zurückgegangen. Diese Personen bilden die wichtigste Zielgruppe unseres Programms Schule und Jobtraining, welches nun massiv weniger genutzt wird.» Die Teilnehmerzahl habe sich von 250 Migranten im August 2016 auf 133 im Folgejahr reduziert.

Der zweite Grund, den Thali für die Entlassungen verantwortlich macht, ist der Rückgang der Stellensuchenden: «Die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Kanton Luzern ist von mehr als 5000 im Jahr 2016 auf derzeit knapp 4500 Personen gesunken. Obwohl dies keine massive Veränderung ist, hat sie Auswirkungen auf die Arbeitsintegration der Caritas.»

Konkret bietet die Caritas den Erwerbslosen Beschäftigungsprogramme an, in denen sie während ihrer Arbeitslosigkeit Arbeitseinsätze leisten. Die Abnahme der Anzahl der Stellensuchenden führt folglich zu einer geringeren Nachfrage nach Beschäftigungsplätzen. Und genau dies habe dann letztlich zu den Kündigungen geführt. «Selbstverständlich haben wir bereits vor den Entlassungen Massnahmen getroffen. Wir haben unsere Ausgaben reduziert und natürliche Abgänge und Pensenreduktionen nicht ersetzt», erklärt Thomas Thali.

Er bedaure es sehr, nun dennoch Kündigungen tätigen zu müssen und verweist gleichzeitig darauf, dass für alle Betroffenen ein Sozialplan eingerichtet worden sei: «Die betroffenen Mitarbeiter erhalten eine verlängerte Kündigungsfrist, um mehr Zeit für die Suche nach einer neuen Anstellung zu haben.»

Zahl der Mitarbeitenden hat sich halbiert

Bei der Gewerkschaft Unia weiss man um die geplanten Entlassungen: «Jede Kündigung ist eine zu viel. Wir werden auf jeden Fall das Gespräch mit Caritas suchen und uns informieren, ob wirklich alles versucht worden ist, um die Kündigungen zu verhindern», erklärt Giuseppe Reo, Regioleiter der Unia Zentralschweiz. Die Unia werde sich erkundigen, ob die Caritas alles in ihrer Macht Stehende unternommen habe, um die Entlassungen zu verhindern. Denn gerade als sozial tätiges Unternehmen sollte die Caritas darauf bedacht sein, Kündigungen und damit einhergehende Erwerbslosigkeit zu vermeiden.

Betrachtet man die Mitarbeiterzahl der Caritas Luzern, so hat sich diese seit Jahresende 2015 halbiert. Der Verlust der beiden Leistungsaufträge des Kantons Luzern zur Betreuung anerkannter Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommener hat in den letzten beiden Jahren zu zahlreichen Entlassungen geführt. Künftig werden noch 166 Personen für die Caritas Luzern arbeiten.

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

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