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LUZERN: Chefarztlöhne: SP fordert noch mehr Transparenz

Für die SP war das Luzerner Kantonsspital bei der Kommunikation der Chefarztgehälter nicht offen genug. Die Partei fordert mittels Anfrage gar die Prüfung eines Lohndeckels – faktisch existiert dieser aber bereits.
Yasmin Kunz

Die Diskussion um Chefarzt­gehälter ist noch nicht abgeflacht. Die SP des Kantons Luzern hat jetzt diesbezüglich eine Anfrage beim Parlament eingereicht. Kantonsrätin Marianne Wimmer-Lötscher will von der Regierung Auskunft über die Zusatzentschädigungen an die Chef- und Kaderärzte an Luzerner Spitälern und Kliniken. Die Gehälter der rund 200 Kaderärzte am Luzerner Kantonsspital (Luks) hat das Unternehmen vergangenen Freitag offengelegt (Ausgabe vom 24. Februar) . So variiere der Brutto­lohn der rund 200 Kaderärzte am Luks zwischen 230'000 und 550'000 Franken pro Jahr, sagte Luks-Sprecher Andreas Meyerhans. Abhängig ist das Salär unter anderem von der Funktion, dem Aufgaben- und dem Verantwortungsbereich.

Für die Ebikonerin Marianne Wimmer gehen diese Angaben zu wenig weit. Sie will darüber hinaus wissen, wie hoch Zusatz­entschädigungen – etwa variable Lohnanteile – sind. Sie sagt: «Aus Erfahrung weiss man, dass der variable Lohn teils den Grundlohn übersteigt.» Andreas Meyer­hans vom Luks stellt klar: «Es handelt sich bei den kommunizierten Löhnen um Bruttolöhne. Das heisst: Allfällige Zulagen und variable Lohnanteile sind inbegriffen.» Bei den Zulagen handelt es sich um eine pauschale Entschädigung für regelmässige Wochen­end- und Nachtdienste, die maximal 30'000 Franken pro Jahr beträgt. Der variable Lohnanteil bemisst sich gemäss Meyerhans an der Marktsituation, der nutzbaren Erfahrung, dem Aufgaben- und Verantwortungsbereich, der Leistungserwartung oder dem Gesamtergebnis des Spitals. Doch wie gesagt: Auch dieser ist im Bruttolohn eingeschlossen.

Spital will keine Änderung des Lohnreglements

Für Meyerhans ist klar: Das Luks hat mit dem Offenlegen der Gehälter Transparenz geschaffen. Dennoch: Für Marianne Wimmer ist das Thema noch nicht vom Tisch. Sie will ferner wissen, ob die Regierung die Einführung eines Lohndeckels prüfen wird – wie es ihn etwa in St. Gallen und Lausanne bereits gibt.

Fakt ist: Das Personalreglement des Luks, in dem die Zu­lagen und der variable Lohnanteil definiert sind, definiert faktisch bereits eine Obergrenze. Ausserdem betont der Sprecher, dass diese in Luzern deutlich tiefer ­liege als etwa in St. Gallen, wo bis zu 700 000 Franken bezahlt wird. Das Luks spricht sich daher gegen Änderungen in diesem Bereich aus. Spitaldirektor Benno Fuchs sagt dazu: «Unser Spital steht zu den Löhnen der Kaderärzte. Die Lohnsystematik hat sich seit über zehn Jahren bewährt und gilt schweizweit als Vorbild.»

Der Durchschnittslohn einer Chefärztin oder eines Chefarztes beläuft sich beim Luks auf rund 330'000 Franken – das sind 50'000 weniger als im Schweizer Schnitt. In anderen Zentralschweizer Kliniken sieht es ähnlich aus. So beträgt das Gehalt eines Chefarztes im Zuger Kantonsspital zwischen 240'000 und 550'000 Franken. Wie das Luks haben auch die Zuger seit meh­re­ren Jahren keine honorarbasierten Löhne mehr. Am Kantonsspital Obwalden liegt der Bruttolohn von Chefärzten zwischen 240 000 und 400 000 Franken. Das Kantonsspital Uri will die Gehälter nicht kommunizieren. Auch die Hirslanden-Klinik St. Anna in Luzern nennt keine Lohnsummen von Kaderärzten und verweist auf das Belegarztsystem. Will heissen: Nur rund ein Viertel der Ärzte im St. Anna sind angestellt. Chef­ärzte gibt es gar so wenige, dass konkrete Zahlen Rückschlüsse auf Einzelpersonen zulassen ­würden, wie Kliniksprecher ­Lukas Hadorn ­erklärt. Er betont jedoch, dass die Gehälter der ­Kaderärzte im St. Anna auf dem Niveau der ­lokalen Mitbewerber lägen.

Fest steht: Alle Kliniken distanzieren sich von den hohen Lohnsummen, welche die «Rundschau» kürzlich publizierte. Dort war die Rede von Chefarzt­gehältern von über einer Million Franken.

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

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