LUZERN: Circus Knie: Temporeich und familiär

Der Circus Knie hat die Luzerner Allmend in Besitz genommen. Wir haben das Programm unter die Lupe genommen. Fazit: Ein Besuch lohnt sich.

Simone Hinnen
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Ivan Frédéric Knie zeigt die Kunst der Hohen Schule. (Bild: PD)

Ivan Frédéric Knie zeigt die Kunst der Hohen Schule. (Bild: PD)

Innert weniger Stunden ist am Montag auf dem Stierenmarktareal eine Zeltstadt aufgebaut worden. Denn der Schweizer Nationalzirkus gibt am Dienstag und Mittwoch sein alljährliches Gastspiel in der Stadt. Trotz der Aufbauhektik gehen die Tiere nicht vergessen: Hier füttert El Adam Hassan die Kamele. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
18 Bilder
Elefanten werden im provisorisch aufgebauten Zelt verköstigt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Der Cirkus gastiert auf dem Stierenmarktareal. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Harte Arbeit für ein kurzes Gastspiel: Arbeiter legen die riesigen Zeltplanen aus. (Bild: Martin Mühlebach / Neue ZZ)
Montagmorgen früh, der Zeltaufbau beginnt. (Bild: Martin Mühlebach / Neue ZZ)
Chanel Marie Knie, die jüngste Vertreterin der achten Generation, debütiert in diesem Jahr mit der traditionsreichen Nummer «Gross und Klein». (Bild: PD)
Treten die «Feather Girls» der China National Acrobatic Troupe auf, flirren und surren die Doppelhohlkegel in rasanter Geschwindigkeit durch die Lüfte. Die chinesischen Artistinnen gewannen im vergangenen Jahr den Goldenen Clown am 37. Internationalen Circus-Festival von Monte-Carlo. (Bild: PD)
Das neue, farbenprächtige Programm steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Mottos «David Larible - der Clown der Clowns». Der Italiener David Larible repräsentiert mit seiner charakteristischen roten Nase, der weiten Kleidung, seiner unnachahmlichen Art und der ausdrucksstarken Manegenpräsenz den klassischen Zirkusclown. Weltweit wird er deshalb mehrfach ausgezeichnet. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Die Familie Franco Knie jun. präsentiert eine Nummer mit den drei Elefantendamen Delhi, Ceylon und MaPalaj. Die Darbietung zeigt die enge Beziehung, das Vertrauen und den gegenseitigen Respekt zwischen Chris Rui, Linna und Franco Knie jun. und ihren Asiatischen Elefanten. (Bild: PD)
Géraldine Katharina Knie fasziniert mit ihrer schwarz-weissen Freiheitsdressur - einem Ensemble von Zebras, Vollblutaraber- und Friesenhengsten. (Bild: PD)
Selbst bei über 30 Stundenkilometern und in 14 Metern Höhe kennen die beiden jungen Männer keine Furcht: (Bild: PD)
Das kolumbianische Duo Vanegas vollführt seine Salti, Seilsprünge und Artistik mit verbundenen Augen, innerhalb und ausserhalb der drehenden Räder. (Bild: PD)
Ein Männerkörper, wie aus hartem Marmor gemeisselt: Encho Keryazov beeindruckt mit seiner muskulösen Erscheinung und einer perfekt abgestimmten Darbietung aus Kraft und Eleganz. Zur Filmmusik von «Der Mann mit der eisernen Maske» lässt er seine stahlharten Muskeln spielen. (Bild: PD)
Dass Rosi Hochegger ein grosses Herz und Einfühlungsvermögen für Tiere hat, blieb auch der Fachwelt nicht verborgen. Am 38. Internationalen Circus-Festival in Monte-Carlo gewann die Tiertrainerin zu Beginn dieses Jahres mit ihren tanzenden Hunden den Silbernen Clown sowie vier Sonderpreise. (Bild: PD)
Kaum zu glauben, dass die zierliche, immer strahlende Shirley Larible einen harten Männerjob macht. (Bild: PD)
Die Strapaten - grobe Gurten, die sich um ihre feinen Gelenke wickeln - sind eigentlich eher für kräftige Männerarme bestimmt. Das Zirkuskind in achter Generation hat das Show-Talent ganz klar von ihrem weltberühmten Vater David Larible und ihrer Mutter, der mexikanischen Trapezkünstlerin America Olvera Jimenez, geerbt. (Bild: PD)
Fredy Knie zeigt ein Dressurshow mit vier Pferden. (Bild: PD)
Sie ist ein seltenes - und deshalb ein umso freudiger erwartetes - Ereignis: Die Präsentation der Nummer «Gross und Klein». (Bild: PD)

Innert weniger Stunden ist am Montag auf dem Stierenmarktareal eine Zeltstadt aufgebaut worden. Denn der Schweizer Nationalzirkus gibt am Dienstag und Mittwoch sein alljährliches Gastspiel in der Stadt. Trotz der Aufbauhektik gehen die Tiere nicht vergessen: Hier füttert El Adam Hassan die Kamele. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Für einmal bin ich nach Windisch in den Kanton Aargau gereist, um den Circus Knie zu besuchen. Mein Auftrag: das aktuelle Programm beurteilen. Damit die Luzerner wissen, was sie vom diesjährigen Knie erwarten dürfen. Dieser gastiert seit Donnerstag in Luzern auf der Allmend. Das Fazit vorneweg: Die Reise nach Windisch hat sich gelohnt. Das mag auch daran liegen, dass mein sechsjähriger Sohn mit von der Partie war. Für ihn war es der erste Knie-Besuch überhaupt. Seine glänzenden Augen werde ich nicht so schnell vergessen. Auch seine an die Knie-Vorstellung angelehnte Darbietung am Abend bei uns zu Hause nicht.

Diese Fakten sind allerdings nur zum Teil verantwortlich für die gute Kritik. Der diesjährige Knie ist abwechslungs- und temporeich. Ob atemberaubende Artistennummern, ideenreiche Tiereinlagen oder lustige Clownnummern: Es hat für jeden etwas Passendes dabei. Auch für die Kleinen. Chanel Marie Knie (Tochter von Géraldine Knie) und Chris Rui Knie (Sohn von Franco Knie jun.) begeisterten die Kinder unter der Zirkuskuppel, derweil wohl manchem Erwachsenen bewusst wurde, wie die Zeit vergeht. Chanel Marie Knie zeigte eine Nummer, die bereits Fredy Knie jun. im Jahr 1951 zusammen mit seinem Vater, 1977 mit Tochter Géraldine und 2006 zusammen mit Enkel Ivan Frédéric präsentierte.

Das Fazit meines Sohnes: «Mami, der Clown war gut, aber das Duo Vanegas war einfach am besten.»

Bild: Nicole Bökhaus

Bild: Nicole Bökhaus

Clown David Larible

Ein Zirkus ohne Clown ist wie eine Küche ohne Koch. Clowns hatten im Zirkus Knie schon immer einen hohen Stellenwert. David Larible vermag an die Besten seines Faches anzuknüpfen. Er ist der klassische Clown, so wie man sich ihn als Kind vorstellt: Mit grosser roter Nase, drollig blickenden Augen, viel zu grossen Schuhen und einem breiten Grinsen auf den Lippen sorgt er für Unterhaltung. Es sind vor allem seine Mimik und seine Gestik, die Gross und Klein gleichermassen zum Lachen bringen. Etwa, wenn er sich augenblicklich in eine Zuschauerin verliebt oder Zuschauer zur Präsentation einer Darbietung verknurrt. Das ganz persönliche Interview mit David Larible lesen Sie in der aktuellen «Zentralschweiz am Sonntag».

Bild: pd

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Rosi Hochegger

Wenn ein Berner Sennenhund, zwei Australian Shepherds, ein Border Collie, ein Chinesischer Schopfhund, ein Alaskan Malamute und ein Dänisch-Schwedischer Hofhund über Hindernisse springen oder über ein Springseil hüpfen, dann kreischt das Publikum. Die Tiernärrin Rosi Hochegger erhielt am diesjährigen Internationalen Circus-Festival in Monte Carlo für ihre witzige Hundedressur-Nummer den Silbernen Clown und vier Sonderpreise.

Bild: pd

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Duo Vanegas

Die letzte der 15 Nummern im Programm lässt einem den Atem stocken. In einem Riesenrad mit nur zwei «Kabinen» in der Form von Laufrädern präsentieren zwei Künstler tollkühne Sprünge, schweben durch die Luft und vollführen sogar auf ihren Laufrädern einen Salto – und das in 14 Metern Höhe. Mit der 2008 kreierten Darbietung im «Todesrad» gewannen die beiden Kolumbianer unter anderem die silberne Auszeichnung am Budapester Zirkusfestival.

Bild: pd

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Pferde und Elefanten

Ein Knie-Programm ohne Pferde und Elefanten ist undenkbar. Zu den verschiedenen Darbietungen der Knie-Familie gehören unter anderem eine Elefantennummer mit Chris Rui Knie und Freiheitsdressur von Géraldine Knie. Die Nummern sind mit Schwierigkeiten gespickt, wunderschön anzusehen und lassen dank den Einlagen der jüngsten Knie-Generation viele Kinderherzen höher schlagen.

Bild: pd

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Chinese Diabolo Girls

Ihre Darbietung ist mehr Traum als Wirklichkeit. Elegant, präzise, durchchoreografiert werfen die Tänzerinnen ihre Diabolos durch die Luft, um sie nach einer artistischen Einlage wieder aufzufangen und dabei kunstvoll mit ihrem langen Federschmuck zu wippen.

Gratis in den Circus

Heute, 25. Juli 2014 verlosen wir unter unseren Abonnenten 5-mal 2 Tickets für die Vorstellung des Circus Knie vom Montag, 28. Juli, um 20 Uhr auf der Luzerner Allmend.

Und so funktionierts: Wählen Sie heute bis 13 Uhr die angegebene Telefonnummer oder nehmen Sie unter www.luzernerzeitung.ch/wettbewerbe teil. Die Gewinner werden ermittelt und informiert.0901 83 30 24 (1 Fr. pro Anruf, Festnetztarif).

Hinweis
Der Circus Knie ist bis am 10. August in Luzern. Nachmittagsvorstellungen finden jeweils am Samstag, Sonntag und Mittwoch statt. Am 1. August fällt die Vorstellung aus; auch der Zoo ist geschlossen. Premiere in Luzern ist heute Abend um 20 Uhr; die Elefanten-Matinee im Zirkuszelt (Gratiseintritt) ist morgen Samstag von 9 bis 12 Uhr. Am Sonntag findet von 11 bis 12 Uhr die Messe mit Pfarrer Ernst Heller und seinem Nachfolger Adrian Bolzern statt.

Bild: Nicole Bökhaus

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