LUZERN: CKW fährt wegen hohen Wertanpassungen Verlust von 70 Millionen ein

Die CKW-Gruppe schliesst das Geschäftsjahr 2015/2016 mit einem Verlust von knapp 70 Millionen Franken ab. Das Zentralschweizer Unternehmen leidet unter den anhaltend tiefen Grosshandelspreisen auf dem europäischen Markt und musste deswegen Wertanpassungen von 200,3 Millionen Franken vornehmen.

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Die CKW musste einen Verlust einfahren. Auf dem Bild: Strommasten in Waldibrücke. (Bild: Manuela Jans-Koch (Emmenbrücke, 1. April 2014))

Die CKW musste einen Verlust einfahren. Auf dem Bild: Strommasten in Waldibrücke. (Bild: Manuela Jans-Koch (Emmenbrücke, 1. April 2014))

Dichter Nebel zog entlang der Reuss, als CKW-Chef Felix Graf und Finanzchef Christian Hütwohl am Donnerstagmorgen im luzernischen Rathausen das Unternehmensergebnis 2015/2016 präsentierten. Passend, fand Graf. Das Marktumfeld sei momentan auch nicht von einer Schönwetterlage geprägt.

Dass die CKW-Gruppe Wertanpassungen vornehmen muss, kündete sie bereits im September an. Ebenso, dass sie deswegen im aktuellen Geschäftsjahr voraussichtlich einen Verlust schreiben werde.

Nun steht fest: Insgesamt musste die Axpo-Tochter im Geschäftsjahr 2015/2016 Wertberichtigungen von 200,3 Millionen Franken vornehmen, was zu einem Verlust von 69,7 Millionen Franken führt. Der Betriebsverlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 81 Millionen Franken. Die Wertanpassungen betreffen vor allem eigene Kernkraftwerke, Beteiligungen und Energiebeschaffungsverträge. Im Vorjahr machte die CKW einen Gewinn von rund 70 Millionen Franken.

Zudem habe das Bundesgericht in der rechtlichen Auslegung von anrechenbaren Gestehungskosten für das Geschäftsjahr 2008/2009 vorinstanzliche Gerichtsentscheide aufgehoben, schreibt die Centralschweizerische Kraftwerke AG in einer Medienmitteilung. Das Unternehmen erhöhte deshalb die Rückstellung mit entsprechender Belastung des Unternehmensergebnisses.

Operatives Geschäft stabil

Der Verlust aber sei für die CKW verkraftbar, das operative Geschäft sei ziemlich stabil, betonte Hütwohl. Vor Sondereinflüssen, Zinsen und Steuern resultierte ein Betriebsergebnis (EBIT) von 112,2 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es 114,6 Millionen Franken gewesen. Der Rückgang ist laut CKW unter anderem auf die eingeleiteten strategischen Massnahmen und den Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts zurückzuführen.

Die Gesamtleistung konnte das Unternehmen fast auf Vorjahresniveau halten: Sie sank um 0,1 Prozent auf 846,3 Millionen Franken. Der Stromabsatz nahm um 16,4 Prozent auf 7132 Millionen Kilowattstunden zu.

Markt im Spannungsfeld

Die Gruppe verfügt – trotz Sondereffekten – über eine Eigenkapitalausstattung von 62,1 Prozent und ein Nettofinanzvermögen von 573,7 Millionen Franken. So schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine Dividendenzahlung von zwei Franken pro Aktie vor. Im Vorjahr waren es drei Franken.

Die Axpo-Tochter rechnet weiterhin mit einem «herausfordernden Marktumfeld» mit tiefen Energiepreisen und hohem Margendruck. Der Strombereich werde dezentraler und intelligenter, sagte Graf. Die CKW setze darum weiterhin auf konsequente Kundenorientierung. Sie will Rundumversorger sein und mehr Gesamtlösungen anbieten.

Der CKW-Chef erwähnte auch das Spannungsfeld, in dem sich der Markt befindet. Man wolle zwar aus der Atomenergie aussteigen, bringe bei Alternativen aber dennoch oft Einwände hervor. Unter anderem nannte er das Windparkprojekt bei Triengen, gegen das sich Widerstand formierte, sodass die CKW es aus unternehmerischen Gründen stoppte.

Hinweis: Detaillierte Geschäftsbericht auf www.ckw.ch/finanzberichte

sda