LUZERN: CKW-Gewinn bricht um die Hälfte ein

Die CKW hat im Geschäftsjahr 2013/14 deutlich weniger Umsatz und Gewinn erzielt. Das Unternehmen leidet weiter unter gesunkenen Strom-Grosshandelspreisen in Europa. Für die Zukunft sieht sich CKW gut aufgestellt.

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Strommasten der CKW. (Symbolbild Manuela Jans / Neue LZ)

Strommasten der CKW. (Symbolbild Manuela Jans / Neue LZ)

Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr fiel der Verkauf von Strom bei der CKW um 4 Prozent auf 6'318 Mio. Kilowattstunden. Der Umsatz ging um 9,7 Prozent auf 847,6 Mio. Franken zurück.

Das Betriebsergebnis EBIT brach um zwei Drittel auf 47,1 Mio. Franken ein, der Reingewinn um 56 Prozent auf 57,1 Mio. Franken. Der Verwaltungsrat beantragt an der Generalversammlung am 30. Januar 2015 eine geringere Dividende von 3 Franken pro Aktie - nach jeweils 4,50 Franken in den drei Vorjahren.

Das Geschäftsergebnis wurde zum einen durch Rückstellungen und Wertberichtigungen belastet. Die CKW sah sich wegen tiefer Strompreise am Grosshandelsmarkt gezwungen, Rückstellungen von rund 100 Mio. Franken zu bilden. Zum anderen war das Vorjahresergebnis wegen eines positiven Sondereffekts besonders gut ausgefallen.

Kosten auf allen Ebenen reduzieren

Die CKW leide weiter unter dem Zerfall der Strom-Grosshandelspreise, sagte CKW-CEO Felix Graf am Donnerstag an der Bilanzmedienkonferenz in Luzern. «Unsere Fixkosten liegen über den Marktpreisen, das wird sich in den kommenden Jahren nicht ändern», sagte Graf.

Für mehr Profitabilität will die CKW die Kosten auf allen Ebenen weiter reduzieren und neue Kunden anwerben. Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Juli Sparmassnahmen getroffen; unter anderem baute es 40 Stellen ab und beschloss, sich von der Börse dekotieren zu lassen.

Die CKW will für den Einzelkunden zum Rundumversorger werden und mehr Gesamtlösungen anbieten. Verfahren wie Angebotserstellung würden automatisiert und Mehrwert für Kunden durch zusätzliche Angebote angestrebt, sagte CEO Felix Graf.

Neue Wachstumsfelder

Als neue Wachstumsfelder bezeichnete Graf etwa die weitere Beteiligung an Windparks, Anlagen für die dezentrale Solarstromspeicherung oder das sich in Bau befindliche grösste Zentralschweizer Rechenzentrum am Stadtrand von Luzern.

Das Luzerner Stromunternehmen stehe vor grossen Herausforderungen, sei aber gut aufgestellt, sagte Graf mit Blick in die Zukunft. Operativ habe sich CKW im letzten Jahr verbessern können, erklärte er. Ohne Sondereffekte wie Rückstellungen lag der Jahres-EBIT 14 Prozent über Vorjahresniveau.

Mit 1,5 Milliarden Franken Eigenkapital und einer Eigenkapitalquote von 72 Prozent sei das Unternehmen solide aufgestellt, sagte CKW-Finanzchef Christian Hütwohl.

Zuversichtlich äusserten sich die Firmenverantwortlichen auch für das Installationssegment. Diese habe aufgrund der Baukonjunktur von einer guten Auftragslage und hohen Auslastung profitiert, sagte Hütwohl.

Wunsch nach stabilen Vorgaben

Der per Ende Januar 2015 angekündigte Gang von der Börse soll die CKW nicht erheblich einschränken, sagte CEO Felix Graf. Die CKW sei gut kapitalisiert und hätte Zugang zum Kapitalmarkt über den Mutterkonzern Axpo. Die Handelsaktivität sei zu gering gewesen und es habe kaum Streubesitz gegeben, nannte Graf erneut die Gründe für den Beschluss zur Dekotierung.

Von der Strommarktpolitik wünscht sich der CKW-CEO vor allem stabile Rahmenbedingungen. Solange diese nicht klar seien, sei es schwierig für ein Energieunternehmen eine Strategie zu formulieren.

Der Ausbau der Subventionen für erneuerbare Energien führe weiterhin zu einem steigendem Überangebot und sinkenden Strompreisen in Europa, sagte Graf. Von den tiefen CO2-Preisen profitierten Gas- und Kohlekraftwerke. Daher werde der Stromimport, der auch jetzt bereits etabliert ist, für die Schweiz weiter an Bedeutung zunehmen.

sda