Testzentrum bei der Kanti Alpenquai: mit dem Auto zum Corona-Test

Der Kanton Luzern nimmt am Mittwoch ein Drive-in-Testzentrum bei der Kantonsschule Alpenquai in Betrieb. Ziel sind bis zu 40 Corona-Tests pro Tag.

Dominik Weingartner
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In der Kantonsschule Alpenquai in Luzern sind momentan keine Schüler. Dafür sollen hier Corona-Tests durchgeführt werden.

In der Kantonsschule Alpenquai in Luzern sind momentan keine Schüler. Dafür sollen hier Corona-Tests durchgeführt werden.

Pius Amrein

Der Kanton Luzern geht im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus neue Wege: Ab Mittwoch wird ein Testzentrum bei der Kantonsschule Alpenquai in Luzern in Betrieb genommen. Das läuft folgendermassen ab: Der Patient fährt mit dem Auto beim Alpenquai vor, dort wird bei ihm durch Spitex-Mitarbeitende ein Rachenabstrich durchs geöffnete Fenster vorgenommen, das Auto muss dabei nicht verlassen werden. Der Abstrich wird danach im 500 Meter entfernten Labor der Firma Synlab analysiert. Hier 

Laut Christos Pouskoulas, Leiter Gesundheitsversorgung des Kantons, können so pro Stunde bis zu zehn Corona-Tests durchgeführt werden – das entspricht einer Verzehnfachung der bisherigen Kapazität. In einer ersten Phase wird das Testzentrum nachmittags zwischen 13 und 17 Uhr offen sein. Somit sind bis zu 40 Tests pro Tag möglich. «Momentan gehen wir davon aus, dass der Bedarf sogar noch tiefer ist», sagt er. «Sollte es die Lage aber erfordern, könnten wir die Kapazitäten ausbauen.»

Ergebnis innerhalb von 48 Stunden

Zugelassen zum Drive-in-Test sind nur Personen, die von einem Arzt überwiesen worden sind. Man wolle in erster Linie «besonders verletzliche Menschen und Gesundheitsfachpersonen» testen, so Pouskoulas. Bis ein Ergebnis vorliege, dauere es 24 bis 48 Stunden. Das Testergebnis werde wiederum durch den Hausarzt kommuniziert. «Dieser entscheidet auch über die weiteren Massnahmen», sagt Pouskoulas. Grundsätzlich gilt: Ist der Test positiv, sind mindestens zehn Tage Selbstisolation angesagt. Während dieser Zeit besteht regelmässig Kontakt mit dem Hausarzt. Erst wenn der Patient zwei symptomfreie Tage vorweisen kann, darf er die Selbstisolation wieder verlassen.

Christos Pouskoulas, Leiter Gesundheitsversorgung Kanton Luzern

Christos Pouskoulas, Leiter Gesundheitsversorgung Kanton Luzern

Beim Testzentrum Alpenquai werde ein «herkömmlicher PCR-Test» verwendet, erläutert Pouskoulas. Dabei werde per Rachenabstrich Erbgut des Virus in sehr kleiner Menge erkannt. Eine Maschine kopiert dieses Erbmaterial dann so lange, bis genügend vorhanden ist, damit das Virus nachgewiesen werden kann. «Das ist der Standard-Test, den auch der Bund empfiehlt», sagt Pouskoulas. Ein Test kostet rund 200 Franken. Wird er aus gesundheitlichen Gründen angeordnet, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Im Testzentrum könnten auch Angestellte im Gesundheitsbereich getestet werden, damit diese einsatzfähig bleiben. «In diesem Fall bezahlt der Kanton den Test», so Pouskoulas.

Für Personen, die über kein Auto verfügen oder aus anderen Gründen nicht fahren können, setzt der Kanton weiterhin auf das Home-Testing, das er gemeinsam mit der Spitex organisiert. «So können wir alle Bevölkerungsgruppen flächendeckend testen», sagt Pouskoulas.

Doch wieso wählt der Kanton ausgerechnet die Kantonsschule Alpenquai als Standort für das Testzentrum? Pouskoulas führt mehrere Gründe an. «Der entscheidende Vorteil ist die Nähe zum Labor», sagt er. Dadurch könne auf Kurierdienste verzichtet werden, was die Geschwindigkeit der Tests entscheidend erhöhe. Zudem sei das Schulhaus zurzeit nicht von Schülern besucht. Der Teil, der für die Corona-Tests verwendet werde, sei vom restlichen Teil des Gebäudes klar abgetrennt. «Der Lehrbetrieb wird nicht gestört. Niemand kann aus Versehen in unseren Bereich gelangen», stellt Pouskoulas klar.

Weitere Testzentren sind möglich

Mit der dezentralen Testeinrichtung sollen die bestehenden Strukturen des Gesundheitssystems entlastet werden. In der Mitteilung des Kantons heisst es explizit, dass die Drive-in-Lösung «im Bedarfsfall auf weitere dezentrale Testzentralen im Kanton ausgeweitet» werden könne. Die dezentrale Lösung kombiniert mit dem Umstand, dass die Testperson das Auto nicht verlassen darf, soll auch dazu dienen, «das Ansteckungsrisiko für das medizinische Personal auf ein Minimum» zu reduzieren, heisst es weiter.

Laut Christos Pouskoulas geht es auch darum, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. «Die Dynamik der Situation in Italien oder im Tessin hat uns unter anderem zu diesem Schritt veranlasst.» Die jetzt aufkommenden Fälle hätten sich vor rund zwei Wochen angesteckt, so Christos Pouskoulas. Noch sei nicht klar, wie gut die Massnahmen von Bund und Kanton in den nächsten Tagen greifen werden. «Zurzeit geht die Zahl der Erkrankten immer noch hoch.»