Luzern
Coronamutation im Schulhaus Maihof: Schule bleibt nächste Woche geschlossen

An der Primarschule im Luzerner Maihofquartier haben sich mindestens vier Kinder mit einer mutierten Coronavirus-Variante angesteckt. Nun werden alle Schüler getestet. Lehrpersonen und Schüler müssen bis am 8. Februar in Quarantäne.

Sandro Renggli
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Das Maihof-Schulhaus bleibt nächste Woche nach einem Coronavirus-Ausbruch geschlossen.

Das Maihof-Schulhaus bleibt nächste Woche nach einem Coronavirus-Ausbruch geschlossen.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 29. Januar 2021)

Wegen mehrerer Fälle einer Coronavirus-Mutation bleibt das Maihof-Schulhaus in Luzern nächste Woche geschlossen. Noch am heutigen Freitagnachmittag werden alle Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen getestet, wie es in einem Schreiben der Schule an die Eltern heisst. Der Kantonsarzt und die kantonale Dienststelle Gesundheit und Sport haben einen grossflächigen Test für alle Schüler und Lehrpersonen angeordnet, welche sich diese Woche im Schulhaus Maihof aufgehalten haben (rund 450 Personen). Die Testresultate würden dabei voraussichtlich noch nicht heute Freitag kommuniziert. Die Familien von positiv getesteten Kindern sollen in den nächsten 24 Stunden kontaktiert werden.

Mittagstisch als möglicher Ansteckungsherd

Wie die Stadt Luzern am Freitagnachmittag mitteilt, wurde nach aktuellem Stand bei vier Schülerinnen und Schülern aus der gleichen Klasse eine hochansteckende südafrikanische Variante (N501Y) des Coronavirus nachgewiesen. Aus der Anordnung der Dienststelle Gesundheit und Sport geht hervor, dass eines der Kinder am Mittagstisch der Schule gegessen hat, wo 83 Kinder aus allen Klassen ein- und ausgehen.

Laut der Anordnung müssen aber alle Kinder und Lehrpersonen der Primarschule bis und mit Montag, 8. Februar, in Quarantäne. Die Eltern und weitere Familienmitglieder von negativ getesteten Kindern seien davon ausgenommen. Da alle Schüler und alle Lehrpersonen der Primarschule Maihof in Quarantäne gehen müssen, findet nächste Woche Fernunterricht statt. Auf Anfrage erklärt Kantonsarzt Roger Harstall:

«Unser Ziel ist jetzt, möglichst schnell alle positiven Fälle zu finden.»

Wie weit verbreitet die Virus-Mutation unter den Maihof-Schülern ist, sei momentan noch nicht abzusehen. «Die Mutation kann man nicht sofort feststellen», so Harstall. «Zunächst werden die Kinder mittels Schnelltest allgemein auf das Virus getestet. Ist dieser Test positiv, wird ein PCR-Test ins Labor gesendet.» Erst dort könne dann festgestellt werden, ob die Mutation vorliegt.

Erster Fall wurde am Mittwoch gemeldet

Die Schule hatte den Eltern bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass die Schulleitung am Mittwoch vom kantonalen Contact-Tracing-Team über die Ansteckung eines Kindes mit der mutierten Coronavirus-Variante informiert wurde. Das Kind besuchte die 5./6. Primarklasse A. Die betroffene Klasse mit 17 Schülerinnen und Schülern wurde noch am Mittwoch unter Quarantäne gestellt, ebenso zwei Lehrpersonen.

Ebenfalls am Donnerstag wurde die heutige Testaktion vom Kanton vorbereitet. «Wir haben am Donnerstagabend eine ‹Fast-Response›-Gruppe formiert, bestehend aus Personal von Institutionen, die in der kantonalen Taskforce vertreten sind», so Kantonsarzt Roger Harstall. Das Lead habe dabei der Pflegeverband Curaviva gehabt. «Die Idee für solche Teams wurde erst vor kurzem angedacht», bestätigt Harstall. «Dass es schon so bald zu einem Einsatz kommt, haben wir nicht erwartet.»

Schule zufrieden mit schneller Aktion

Die Volksschule der Stadt Luzern begrüsst das Vorgehen des Kantons derweil. «Wir sind froh, dass die Kinder so schnell getestet werden konnten», sagt die Rektorin Vreni Völkle. «In einer solchen Situation ist schnelles Handeln wichtig und richtig.» Die Kooperation der Schule sei dabei eine Selbstverständlichkeit: «Mittlerweile sind wir alle auf dieses Thema sensibilisiert.» Die plötzliche Umstellung auf den Fernunterricht sei kein Problem. «Wir haben damit ja schon Erfahrung», so Völkle. Ab dem 6. Februar sind zwei Wochen Schulferien.

«Wir gehen davon aus, dass wir den regulären Schulbetrieb nach den Ferien wieder aufnehmen können.»

Auch Aldo Magno, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung des Kantons Luzern, findet die Entscheidung des Kantonsarztes aus epidemiologischer Sicht richtig: «Die Massnahme dient dem Schutz der weiteren Bevölkerung.» Die Schulwoche im Fernunterricht sei zudem nicht weiter schlimm: «Da es sich aufgrund der bevorstehenden Ferien nur um eine Woche Fernunterricht handelt anstatt den üblichen zehn Tagen Quarantäne, ist dies auch für die jüngeren Kinder verkraftbar.»

Zwei Kindergartenklassen in Schötz in Quarantäne

Auch in der Luzerner Landschaft sind Schulen von Coronafällen betroffen. Wie «PilatusToday» berichtet, befinden sich in Schötz zwei Kindergartenklassen in Quarantäne, nachdem innerhalb von wenigen Tagen zwei Lehrpersonen und ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Betroffen seien 32 Kinder. Schulleiter Peter Bigler bezeichnet das Vorgehen als Vorsichtsmassnahme.

«Weil die beiden Klassenräume nahe beieinander liegen und einen gemeinsamen Eingang benutzen, haben wir in Absprache mit dem Kantonsarzt beschlossen, beide Kindergartenklassen in Quarantäne zu schicken», so der Schulleiter. Die 32 Kinder seien ohne Krankheitssymptome.

Gemäss Angaben des Kantons sind aktuell 25 Schülerinnen und Schüler und 20 Lehrpersonen wegen des Coronavirus in Isolation. Die Fälle im Maihof-Schulhaus seien jedoch die ersten mit der Mutation.