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LUZERN: Dank 45'000 Franken teurem Teleskop blickt man in Luzern bald tiefer ins Universum

Durch ein neues, 45'000 Franken teures Teleskop, können in der Sternwarte Luzern künftig auch weit entfernte Himmelskörper erfasst werden. Zudem schliesst die Astronomische Gesellschaft Luzern eine Lücke am europäischen Nachthimmel.
Marc Eichenberger von der Astronomischen Gesellschaft Luzern, in der Sternwarte in Luzern am 1. Mai 2018. In der Hand hält er ein Modell des Planeten Jupiter. (Bild: (LZ/Eveline Beerkircher))

Marc Eichenberger von der Astronomischen Gesellschaft Luzern, in der Sternwarte in Luzern am 1. Mai 2018. In der Hand hält er ein Modell des Planeten Jupiter. (Bild: (LZ/Eveline Beerkircher))

Manuel Burkhard

Hundertsechs Jahre alt ist das Teleskop bereits. Ursprünglich wurde es von der Stadt Luzern zur Lehrerausbildung in Physik und Astronomie angeschafft. Noch heute dient es der Astronomischen Gesellschaft Luzern (AGL), um von der Sternwarte Hubelmatt aus in den Nachthimmel zu blicken. Aber nicht mehr lange. Der Nachfolger des altehrwürdigen Teleskops steht bereit – besser gesagt, er liegt bereit, in einer Kiste in der Sternwarte. «Am Tag der Astronomie, am 24. März, haben wir das Teleskop zum ersten Mal verwendet», sagt Marc Eichenberger, Präsident der AGL. «Sobald die Montierung geliefert wird, können wir es in der Sternwarte installieren.»

Das neue Teleskop eröffnet neue Perspektiven für die Hobbyastronomen. In der Astronomie gelte nämlich eine saloppe Regel, sagt Eichenberger: «Grösser ist besser.» Mit einem Linsendurchmesser von 180 Millimetern ist das neue Teleskop rund 80 Prozent grösser als sein Vorgänger und fängt entsprechend mehr Licht ein. So sind auch weiter entfernte Objekte deutlicher zu erkennen. Dass der Verein die stattliche Investition von 45000 Franken tätigen konnte, liegt vor allem am Engagement der AGL. Mit den kostenlosen öffentlichen Führungen, Spezialangeboten für Vereine und Schulen und der eigenen Jugendgruppe nimmt die Gesellschaft auch einen Bildungsauftrag wahr. Als Gegenleistung stellt ihnen die Stadt die Räumlichkeiten für die Sternwarte im Hubelmatt-Schulhaus gratis zur Verfügung und die Albert Köchlin Stiftung bedachte sie vor zwei Jahren mit einem Anerkennungspreis.


Meteoriten werden rund um die Uhr überwacht

Dank dem neuen Teleskop kann also auch die Öffentlichkeit dem Mond und den Planeten näherkommen. Und will man noch tiefer ins Universum vordringen, eröffnen vier weitere, teilweise selbst gebaute Teleskope, den Blick auf die Sterne, bis ins Zentrum der Milchstrasse oder sogar zu benachbarten Galaxien. Zusätzlich zum neuen Teleskop wird im Verlauf des Sommers noch ein weiteres wichtiges Instrument installiert. Dabei geht es um die Messung von flüchtigen Himmelserscheinungen. Rund ein dutzend Mal pro Nacht dringen Partikel in die Erdatmosphäre ein und verglühen dort – sie werden zur Sternschnuppe. Während eines Meteorschauers können es aber auch hunderte sein. Diese vergänglichen und oft unbemerkten Schauspiele werden künftig systematisch registriert. Die AGL ist seit kurzem Besitzerin einer modernen Meteoritenkamera. «Wir hatten zwar schon eine», sagt Marc Eichenberger und deutet auf eine unscheinbare Glaskapsel auf dem Dach der Sternwarte. «Aber die Auflösung ist so schlecht, dass wir sie nur als Wetterkamera brauchen, und um von zu Hause aus zu überprüfen, ob das Dach der Sternwarte geschlossen ist.» Dass jetzt ein besseres Modell angeschafft wurde, liegt an einer Anfrage der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft (SAG). Denn während der Himmel über Europa fast durchgehend kontrolliert wird, war die Zentralschweiz bisher noch ein Beobachtungsloch. Da es jedoch innerhalb der AGL bereits eine Gruppe Interessierter gab, traf die Anfrage der SAG auf fruchtbaren Boden.

Das alte Teleskop ist ans Herz gewachsen

Bevor die neue Kamera Daten liefern kann, muss sie aber zuerst kalibriert und montiert werden. Weil die Luzerner Astronomen nur in ihrer Freizeit daran arbeiten können, dauert das eine Weile. Man rechnet damit, dass die Kamera Ende Sommer einsatzbereit sein wird. Die Bilder werden dann ins Internet übertragen und die gesammelten Daten regelmässig in eine zentrale Datenbank geladen. Und was passiert eigentlich mit dem alten Teleskop? Einerseits dürfte es den Vereinsmitgliedern schon ein wenig ans Herz gewachsen sein, anderseits ist es mit seinem mechanischen Getriebe, mithilfe dessen es der Bahn von Himmelskörpern folgt, an sich schon sehenswert. «Das kommt jetzt zuerst einmal in den Keller,» sagt Eichenberger. «Und dann finden wir dafür hoffentlich einen schönen Platz.»

Hinweis

Aktuelle Meteoritenbeobachtung in Europa: Daten und Bilder gibts hier.
Mehr über die Sternwarte Hubelmatt finden Sie hier.

Das sieht man durch die heutigen Teleskope in der Sternwarte Hubelmatt. Im Bild: Saturn (BIld: Astronomische Gesellschaft Luzern AGL)

Das sieht man durch die heutigen Teleskope in der Sternwarte Hubelmatt. Im Bild: Saturn (BIld: Astronomische Gesellschaft Luzern AGL)

Bild: Astronomische Gesellschaft Luzern AGL

Bild: Astronomische Gesellschaft Luzern AGL

Bild: Astronomische Gesellschaft Luzern AGL

Bild: Astronomische Gesellschaft Luzern AGL

Bild: Astronomische Gesellschaft Luzern AGL

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