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Dank mildem und trockenem Frühling: Weinbauern haben gut lachen

Dank idealer Bedingungen treiben die Reben in der Region aussergewöhnlich gut. Nach dem harten letzten Jahr ist das Balsam für die Seele der Winzer – ihrem Glück vertrauen sie trotzdem noch nicht ganz.
Kilian Küttel
Freut sich über das schnelle Wachstum der Reben: Karl Sigrist auf seinem Weingut in Meggen. (Bild: Corinne Glanzmann (7. Mai 2018))

Freut sich über das schnelle Wachstum der Reben: Karl Sigrist auf seinem Weingut in Meggen. (Bild: Corinne Glanzmann (7. Mai 2018))

Der späte Lohn? Oder ausgleichende Gerechtigkeit? Nach einem schwierigen Jahr 2017 werfen die Luzerner Winzer diesen Frühling mit Superlativen um sich: «Es ist wunderbar. Die Reben treiben explosionsartig, gar bombastisch», sagt zum Beispiel Reto Vonarburg (40), Inhaber des Weinguts am Tannberg in Schenkon. Grund für Vonarburgs Enthusiasmus sind die optimalen Wetterbedingungen. Es ist trocken und warm, ein Wetter, wie es die Reben lieben. «Die Vegetation ist heuer um etwa zwei Wochen voraus», sagt Beat Felder, Weinbauexperte vom Berufs- und Bildungszentrum Natur und Ernährung in Hohenrain. Welten, im Vergleich zum Vorjahr.

Denn damals starteten die Winzer zwar gut in die Saison, wurden mitten in einem warmen Frühling aber arg zurückgebunden: Ende April hielt eine Kältewelle die Schweiz im eisigen Griff. Viele Reben hatten zu diesem Zeitpunkt schon getrieben, was ihnen zum Verhängnis wurde. Die Ernteausfälle waren enorm, 90 Prozent der jungen Triebe starben ab. Der Start in die Saison fiel verhalten aus Das wirkte sich markant auf die Endabrechnung aus: 2017 fuhren die Winzer 245 Tonnen Trauben ein – nur etwa 60 Prozent dessen, was sie im Jahr zuvor ernten konnten.

Verhaltener Start in die Saison

Doch nun sind die Winzer optimistisch. «Wir sind sehr zufrieden. Alles ist so, wie es sein muss. Das Arbeiten macht einfach nur Spass», sagt Karl Sigrist vom Weingut Letten in Meggen. Interessant: Anfang Jahr zeigen die Zeichen noch in eine andere Richtung. Der Januar ist so warm, dass die Weinbauern besorgt sind, die Vegetation komme zu früh ins Rollen. Sie befürchten ein ähnliches Szenario wie im Vorjahr. Dann jedoch kommen der Februar und März – und damit die Kälte. Anders als vor Jahresfrist aber zu einem optimalen Zeitpunkt. Denn die tiefen Temperaturen verhindern ein zu frühes Austreiben, die Reben verharren im Wintermodus. Als dann der Frühling Einzug hält, «sind diese bestens erholt, vorbereitet und parat, rasch zu treiben», erklärt Felder. Obwohl bis jetzt alles wie am Schnürchen läuft, die Winzer zufrieden sind wie selten, bleiben sie realistisch: «Wir sind nicht über den Berg. Noch kann viel passieren», sagt Reto Vonarburg. Die Eisheiligen vom 12. bis 15. Mai markieren für die Weinbauern einen wichtigen Punkt im Jahreskalender. Bis zu Pankratius, Servatius, Bonifatius und der kalten Sophie hängt der Frost über den Weinbauern wie das Schwert des Damokles.

Prognosen sind erst im Juni möglich

So jedenfalls war es bis anhin. Eine Regel, die man gemäss Weinexperten Felder getrost revidieren könnte: «Ich beschäftige mich seit 30 Jahren mit dem Weinbau in der Zentralschweiz. In dieser Zeit hat sich aufgrund des Klimawandels die kritische Zeit für Frostschäden zwei Wochen vorverlagert.» Kritisch sei es zwischen 20. und 30. April, danach könne man aufatmen – jedenfalls, was den Frost angeht. Denn auch Regen und Hagelschlag sind die erklärten Feinde von Trauben, Reben und Winzern. Deshalb lässt sich auch nicht vorhersagen, wie das Weinjahr 2018 ausfällt. Erste Prognosen könne man anstellen, sobald die Reben blühen, sagt Felder: «Das dürfte dieses Jahr etwa Anfang Juni der Fall sein.» Für die Winzer ist derweil klar, dass sie sich im Moment zwar freuen können, ihnen aber auch noch viel Arbeit ins Haus steht.

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