LUZERN: Das grosse Duell um Wählerstimmen

Auf der Ziel­geraden der Regierungsrats­wahlen stellen sich die Kandidaten dem Publikum. Bei der Vorbereitung sollten sich Politiker an Sportlern orientieren.

Niels Jost
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Podium zu den Regierungsratswahlen.

Podium zu den Regierungsratswahlen.

Das erste und einzige Mal argumentieren morgen die acht Kandidaten für den Regierungsrat gemeinsam auf einem Podium (siehe Kasten). Die zwei Frauen und sechs Männer diskutieren zu den Themen Finanzen, Verkehr, Bildung und Raumplanung. «Den Politikern bietet sich damit die Chance, ihr Profil nochmals zu schärfen und die eigenen Botschaften geschickt zu platzieren», sagt Yvonne Schärli, abtretende Regierungsrätin mit jahrelanger Erfahrung mit öffentlichen Auftritten. «So können einzelne Wähler noch überzeugt werden.»

Diskussion hallt in Medien nach

Überzeugt werden aber wahrscheinlich nicht jene Wähler, welche die Diskussion live mitverfolgen. Denn dies sind laut Schärli meistens die Begleitlager der Kandidaten, welche ihre Entscheidung wohl bereits getroffen haben. Vielmehr werden jene potenziellen Wähler zu Hause überzeugt, wie Politologe Mark Balsiger erklärt: «Die Podiumsdiskussion wird eine crossmediale Berichterstattung nach sich ziehen, welche ein grosses Publikum erreicht.» Deshalb könne der Anlass für die Kandidaten von grosser Relevanz sein.

Aufwärmen und authentisch sein

Damit sich die Podiumsdiskussion und die nachhallenden Berichte für die Kandidierenden aber auch positiv auswirken, ist ein guter Auftritt erforderlich. Das ist einfacher gesagt als getan, denn schliesslich möchte sich jeder ins beste Licht rücken. Bei einem Gespräch mit acht Kandidaten bleibt dem Einzelnen allerdings nicht viel Zeit, um die eigenen Standpunkte fundiert zu präsentieren. Deshalb ist laut Balsiger pointiertes Argumentieren sehr wichtig: «Die Politiker müssen schnell auf den Punkt kommen.» Voraussetzung ist dafür die richtige Vorbereitung, bei der sich die Redner wie Spitzensportler aufwärmen sollen: «Wer sich konzentriert vorbereitet, schneidet besser ab», so Balsiger. «Schon bei der Anreise sollte jeder Podiumsteilnehmer mit einer Begleitperson ein längeres Pingpong-Gespräch führen. Das weckt das Hirn und die Gesichtsmuskulatur.» Ebenso müsse an die passende Kleidung gedacht werden.

Doch mit diesen Vorbereitungen ist es noch nicht getan, wie die erfahrene Politikerin Yvonne Schärli weiss: Souveränes und authentisches Auftreten seien ebenso wichtig wie beim Gespräch auf die anderen Meinungen Bezug zu nehmen. «Ich habe mich auch immer auf mögliche Fragen gut vorbereitet», verrät Yvonne Schärli. Denn die Fragen kämen meistens nicht vom eigenen Begleitlager, sondern von jenem der Konkurrenz. Spätestens dann wird sich auch am Mittwochabend zeigen, ob die Politiker auch aus dem Stegreif kritische Fragen kompetent beantworten können oder nicht.

Niels Jost

Diskussion mit allen Kandidaten

Luzernred. Die Podiumsdiskussion mit allen acht Kandidatinnen und Kandidaten der Luzerner Regierungsratswahlen findet am Mittwoch, 4. März, von 19.30 bis 21 Uhr im Gebäude der LZ Medien an der Maihofstrasse 76 in Luzern statt. Moderiert wird der Anlass von Jérôme Martinu, stv. Chefredaktor und Leiter regionale Ressorts der Neuen Luzerner Zeitung, und Ismail Osman, stv. Ressortleiter Kanton Luzern. Der Eintritt ist frei, nach der Diskussion wird ein Apéro offeriert.