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LUZERN: Das ist der Investor der Wellness-Oase

Mit 20 Dollar reiste Kumar Kamlesh (60) einst in die Schweiz. Heute gehört ihm ein Wellnesstempel in Sursee. Nun plant er einen weiteren in Kriens – wie macht er das?
Christian Hodel
Kumar Kamlesh (60) im Badebereich des Aquafit in Sursee. Geht es nach seinen Plänen, soll in vier Jahren auch in Kriens ein neues Wellnesszentrum eröffnet werden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Kumar Kamlesh (60) im Badebereich des Aquafit in Sursee. Geht es nach seinen Plänen, soll in vier Jahren auch in Kriens ein neues Wellnesszentrum eröffnet werden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Christian Hodel

Eine Wellnessoase genügt ihm nicht. Kumar Kamlesh (60), Physiotherapeut, Arzt in chinesischer Medizin und Inhaber des Aquafits in Sursee, will höher hinaus. Viel, viel grösser sei sein neues Projekt, sagt Kamlesh. Etwa doppelt so gross wie in Sursee soll der neue Bau in Kriens werden. Die genaue Grösse wisse er aber noch nicht. Noch stehen dem seit 1980 in der Schweiz lebenden Inder Verhandlungen bevor. Werden die Verträge unterzeichnet und seine Pläne Wirklichkeit, eröffnet Kumar Kamlesh, Sohn eines indischen Schulrektors und zweifacher Vater, in vier Jahren seine zweite Wellnessoase. Auf dem heute brachliegenden Areal im Krienser Nidfeld soll ein Innenbad entstehen und ein Aussenbad mit rund 650 Quadratmetern Wasserfläche (Ausgabe vom 22. Juni). Ein Fitnesscenter, ein Gesundheitszentrum für alternative Medizin, eine Physiotherapie und ein Hotel im 5-Sterne-Bereich mit Restaurant und 50 bis 70 Zimmern schweben dem Unternehmer vor. Einen zweistelligen Millionen-Betrag will Kamlesh, seit gut 20 Jahren Schweizer Bürger, in einen achtgeschossigen Bau investieren und 60 bis 70 Vollzeitstellen schaffen.

«Natürlich klappt das»

Doch es gibt Knackpunkte: Der Bebauungsplan gibt etwa vor, dass die Gebäude auf dem Areal, das der Coop-Genossenschaft Basel gehört, energiesparend betrieben werden müssen. Da der Energiebedarf bei einer Wellnessoase mit diversen Bädern deutlich höher ist als bei einem anderen Gewerbebetrieb, sind die involvierten Parteien nun daran, ein Konzept gemäss den Richtlinien der 2000-Watt-Gesellschaft zu erarbeiten. Kein leichtes Unterfangen, wie im Projekt involvierte Personen auf Anfrage sagen. Was also, wenn es nicht klappt mit seiner Vision eines zweiten Wellnesstempels im Kanton Luzern? «Natürlich klappt das», sagt Kamlesh. «Ich bin sicher, dass die Behörden Rücksicht nehmen werden und wenn nötig Zusatzbewilligungen erteilen.»

Mit der gleichen Zuversicht, mit der Kumar Kamlesh seinem neuesten Projekt entgegenblickt, geht er seit jeher durchs Leben. 1979 nach einem Biologiestudium und einer Ausbildung zum Physiotherapeuten sieht der damals 24-jährige Kamlesh ein Inserat in einer Fachzeitschrift. Physiotherapeut gesucht, stand darin. Der Absender: das Spital in Sursee. «Ich wollte wissen, was auf der Welt so läuft», sagt Kamlesh. Mit 20 Dollar in der Tasche kommt der Inder im April 1980 im Surental an, bezieht ein acht Quadratmeter kleines Zimmer und arbeitet sich im Spital bis zum Ausbildner hoch. «Ich war zufrieden mit meinem kleinen Personalzimmer. Mehr brauchte ich nicht.»

Nach zehn Jahren im Spital eröffnet er seine eigene Praxis und bildet sich in Sportmedizin und Akupunktur weiter. Für Alternativmedizin gab es damals in der Umgebung von Sursee nicht viele Angebote. Warum also nicht eine Lücke schliessen, denkt er sich. Sein Plan geht auf – und Kamleshs Ideen nehmen im Laufe der nächsten zwei Jahrzehnte grössere Dimensionen an. Auf einer 3500 Quadratmeter grossen Fläche an der Buchenstrasse in Sursee wollte er nun ein Wellnessbad mit Fitnesscenter und integriertem Gesundheitszentrum bauen. 2010 ist die Eröffnung des Aquafits. Geplant war damals gar, eine eigene Klinik für alternative Medizin zu realisieren. Doch die Idee löste sich in Luft auf. «Die Krankenkassen wollten nicht mitmachen», sagt Kamlesh. Die Zimmer für die Patienten allerdings hatte der Unternehmer schon fertigerstellt. Kurzerhand münzte er die 10 Räume in Hotelzimmer um – ohne dafür eine Bewilligung zu haben. «Ich wusste nicht, dass es das braucht», sagt Kamlesh. Aber letztlich sei ja alles gut rausgekommen. Die Zimmer wurden von den Behörden nachträglich gutgeheissen. Heute würde sowohl der Hotelbetrieb wie auch das Bad und seine Praxis «gut laufen», sagt Kamlesh, ohne genaue Zahlen zu nennen. Rund 40 Vollzeitstellen gibt es im Aquafit, Persönlichkeiten aus Sport und Politik zählen laut Kamlesh zu seinen Kunden.

«Die Finanzierung ist gesichert»

Helfen ihm die Kontakte, um den neuen Bau in Kriens voranzutreiben? «Beziehungen allein nützen nichts. Man muss arbeiten und von Tag zu Tag Neues dazulernen», sagt Kamlesh. Aber er habe viele Bekanntschaften, auf die er zurückgreifen könne. «Wer Respekt hat und die Menschen fair behandelt, bekommt das Doppelte zurück.» Das sei das Wichtigste im Leben. Geld allein mache nicht glücklich. Dennoch: Für einen Bau einer riesigen Wellnessoase, wie nun in Kriens geplant, ist Geld unerlässlich. Wie soll das Projekt also bezahlt werden? «Die Finanzierung ist gesichert», sagt Kamlesh kurz und bündig. «Jedes Projekt, das ich angehe, denke ich zuerst zu Ende.» Geld für unnötige Dinge gebe er nicht aus.

Unnötig – und vor allem störend – ist für Kamlesh beispielsweise ein Handy. Erst seit einigen Wochen besitzt er eines. Er nutze es aber nur samstags und sonntags. «Unter der Woche lenkt das nur von den wesentlichen Dingen ab», sagt Kamlesh. Und was ist wesentlich im Leben? «Viel Spass und keine Angst vor dem Leben haben.» Und wissbegierig sein. «Diese Werte haben mir meine Eltern mitgegeben», sagt Kamlesh und erzählt stolz: «Mein Name steht noch heute auf einer Tafel an der Wand meiner Schule.» Er sei Jahrgangsbester gewesen. «Ich habe im Leben stets meine Software gebraucht», sagt Kamlesh und tippt sich mit dem Zeigefinger an den Kopf.

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