Luzern
Das Neue Luzerner Theater soll regional wie international Aufsehen erregen

Das am Montag von der Stiftung Luzerner Theater vorgestellte Konzept sieht vor, das neue Haus in einen Ganzjahresbetrieb mit Sommerspielplan zu überführen. Für das Neue Luzerner Theater wird mit einem deutlichen Publikumszuwachs und höherem Budget kalkuliert.

Merken
Drucken
Teilen

(zim) Das Neue Luzerner Theater entwickelt sich vom Zehnmonatsbetrieb mit Sommerpause zu einem «ganzjährig betriebenen Kulturunternehmen und Publikumsmagneten der Zentralschweiz mit auch touristisch attraktivem Sommerprogramm». Das ist dem am Montag vorgestellten Konzept der Stiftung Luzerner Theater für das neue Gebäude und den Betrieb des Theaters zu entnehmen.

Im Neuen Luzerner Theater sollen vier öffentliche Räume – Grosser Saal, Kleiner Saal, Multifunktionsraum und Foyer – so geschickt einzeln oder verbunden genutzt werden, dass sie für zehn bis 1000 Besucher eine aussergewöhnliche Bandbreite an Nutzungsmöglichkeiten bieten.

Illustrationsbild aus der Studie: Das Neue Luzerner Theater soll allen Luzernerinnen und Luzerner offen stehen und ein attraktiver Aufenthaltsort sein.

Illustrationsbild aus der Studie: Das Neue Luzerner Theater soll allen Luzernerinnen und Luzerner offen stehen und ein attraktiver Aufenthaltsort sein.

Bild: PD

Aus Sicht der Trägerstiftung soll der neue Theaterbau am angestammten Theaterplatz entstehen und ganztags für alle Bürgerinnen und Bürger offen sein. Teile des Backstagebereichs werden gemäss Betriebskonzept in die Buobenmatt ausgelagert und sollen Einblicke in den Arbeitsalltag von Requisiten- oder Masken-Ateliers gewähren.

Die öffentlichen Räumlichkeiten sollen dereinst auch den Kulturpartnern wie dem Luzerner Sinfonieorchester, Lucerne Festival und der Freien Szene für Eigenproduktionen offenstehen. Darüber hinaus sind Nutzungen der Wirtschaft, der Politik und von privater Seite vorgesehen.

Transparente Ausweisung der Kosten

Das Neue Luzerner Theater werde sich durch die besseren Produktionsbedingungen künstlerisch stark entwickeln. Gleichzeitig würden die internen Betriebsabläufe um ein Vielfaches effizienter. Und anders als bisher würden erstmals die Kosten für das Theatergebäude transparent ausgewiesen. Die Kosten für den nun ganzjährigen Theaterbetrieb liegen gemäss Betriebskonzept mit 2,59 Millionen Franken nur leicht über den heutigen.

Der oben genannte Mehrwert übersteige diesen Betrag bei weitem. Noch dazu erhalten das Luzerner Theater und seine Partner die Chance, sich auch wirtschaftlich stark weiterzuentwickeln. «Das Neue Luzerner Theater wird mit seinem herausragenden Format in der Lage sein, regional wie international Aufsehen zu erregen», so die Stiftung Luzerner Theater.

Das dies notwendig sein wird, zeigt ein Blick auf die Planung der Besucherzahlen. Diese rechnet mit einem Zuwachs von heute 60'000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr auf 100'000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr.

Neue gesetzliche Grundlage für die Luzerner Kulturbetriebe

Ebenfalls am Montag legte der Regierungsrat dem Kantonsrat die Botschaft zum Kantonalen Kulturförderungsgesetz vor, in dem die Aufteilung der Finanzierung des Zweckverbandes zwischen dem Kanton Luzern und der Stadt ab 2023 neu geregelt wird.

Demnach soll ab 2023 der Schlüssel für die Finanzierung der Betriebsbeiträge an die grossen Kulturinstitutionen schrittweise angepasst werden, bis er das Verhältnis von 60 Prozent zu Lasten des Kantons und 40 Prozent zu Lasten der Stadt erreicht. Die Finanzierung allfälliger zukünftiger Investitionsbeiträge für Infrastrukturprojekte bei den Kulturinstitutionen werden von Fall zu Fall im Zweckverband ausgehandelt.

Durch diese neue Regelung des Finanzierungsschlüssels wird laut Regierungsrat Marcel Schwerzmann der Kanton bei den Betriebsbeiträgen an den Zweckverband ab dem Jahr 2025 um rund 2,87 Millionen Franken jährlich entlastet. Diese Mittel sollen für die Institutionen im Zweckverband verwendet werden. Insbesondere ist Schwerzmann bereit, die im Betriebskonzept des neuen Luzerner Theaters vorgesehene Aufstockung der Betriebsmittel um maximal zehn Prozent mitzutragen.

Nächster Schritt: Architekturwettbewerb

Das vorgestellte Betriebskonzept bildet die Grundlage für den nun anstehenden Architekturwettbewerb. Nach Angaben von Stadtpräsident Beat Züsli sieht der Projektzeitplan im Herbst 2021 den Beginn des Architekturwettbewerbs vor. Stimmt der Grosse Stadtrat beziehungsweise die Stimmberechtigten der Stadt Luzern den daraufhin folgenden Vorlagen zur Projektierung und zur Realisierung zu, soll ab 2026 gebaut werden können. Mit der Eröffnung des Neuen Luzerner Theaters wäre Ende 2028 zu rechnen.