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LUZERN: Das sind die Helden vom Europaplatz

Die Chauffeure der Bahnersatzbusse sorgen dafür, dass Pendler trotz Zugausfällen von Luzern weg sowie nach Luzern kommen.
«Es funktioniert - so macht es Spass». Markus Zinniker (Bild: Jakob Ineichen / LZ (Luzern, 24. März 2017))

«Es funktioniert - so macht es Spass». Markus Zinniker (Bild: Jakob Ineichen / LZ (Luzern, 24. März 2017))

Vier von ihnen erzählen von ihren Erfahrungen:

Markus Zinniker: «Es funktioniert – so macht es Spass»

Markus Zinniker aus Zofingen sorgt mit seinem Postauto dafür, dass die Pendler von Luzern nach Littau kommen. Der 50-jährige Aargauer hat viel Erfahrung: «Wir fahren häufig Piketteinsätze für die SBB. Wir sind uns das gewohnt.» Als die SBB diesmal angefragt hatten, dauerte es nicht lange, ehe Zinniker hinter dem Steuerrad sass. Ein grosser Unterschied zu einem normalen Arbeitstag sei es nicht. Jedenfalls nicht mehr. «Am Anfang herrscht immer ein wenig Chaos, aber mit der Zeit pendelt sich alles ein.» Die Leute wüssten mittlerweile, wie der Hase laufe. «Die Pendler haben sich eingestellt», so Zinniker. Deshalb seien sie auch gelassen. «Ich habe viele positive Rückmeldungen erhalten. Die Pendler sind froh, dass wir für sie unterwegs sind.» Den SBB spricht er ein Kompliment aus, alles sei «hervorragend organisiert». Seit Donnerstagmorgen ist der Postautofahrer nun schon im Einsatz. Dieser dauert für ihn noch bis zum Sonntag. «Die Arbeit ist für mich kein Problem. Wie gesagt sind die Leute locker. Es funktioniert alles bestens. So macht es Spass.»

Aldo Lombardi: «Viele haben ein Lächeln auf den Lippen»

Eigentlich ist Aldo Lombardi schon pensioniert. Aber so richtig aufhören – das kommt für den 69-Jährigen nicht in Frage. Für die Auto AG Rothenburg arbeitet er aushilfsweise im Teilzeitpensum – und das nicht zu knapp. «Ich übernehme pro Monat vielleicht sieben Dienste. Manchmal mehr, manchmal weniger.» Für ihn ist es nicht das erste Mal, dass er hinter dem Steuer eines Bahnersatzbusses sitzt: «Es ist Routine. Und für uns Fahrer ist es wichtig, dass wir Erfahrung haben.» Zwischen Luzern und Emmenbrücke sorgt er dafür, dass seine Fahrgäste ihre Anschlusszüge erwischen. Das tut er seit Donnerstag. Um zwei Uhr nachmittags hatte er seinen ersten Dienst angetreten, Freitag ging es für ihn weiter – «ganz normale Routine». Wie lange der gebürtige Italiener noch gebraucht wird, weiss er nicht. Sicher ist nur, dass er am Samstag freihat. «Und wenn es mich noch braucht, dann arbeite ich am Sonntag auch noch. Ich nehme es vorneweg.» Man merkt Lombardi an, dass er seinen Job gerne macht. «Vor allem, wenn die Leute nett sind wie im Moment. Viele haben ein Lächeln auf den Lippen.»

Jakob Bieri: «Unsere Gäste sind erstaunlich locker»

Als Jakob Bieri von unserer Zeitung gefragt wird, ob er für ein kurzes Interview zur Verfügung stehe, lacht er: «Ihr müsst nicht mich nehmen. Ich bin doch schon pensioniert.» Rente hin oder her – der 68-Jährige aus Oberkirch ist dieser Tage in seinem Element. Der ehemalige Carchauffeur war einer der Ersten, die für den Ersatzdienst aufgeboten worden sind. Seit Mittwochnachmittag ist er engagiert, fährt von Luzern nach Emmenbrücke. «Es ist alles so gut organisiert. Die Leute sind mit uns ja schon fast schneller am Ziel, als wenn sie den Zug nehmen könnten», meint der Pensionär und grinst. Die gute Laune hat er sich nicht verderben lassen – woher auch? «Unsere Fahrgäste sind wirklich erstaunlich locker geblieben.» Und halten offenbar mit guten Rückmeldungen nicht zurück: «Heute hat mir eine Dame, die mit mir nach Emmenbrücke gefahren ist, gesagt, wie gut doch unser Service sei.» Lange hat er nicht mehr Zeit, das Lob seiner Fahrgäste zu geniessen: Sein Einsatz dauert nämlich nur noch bis Freitagmittag. Ein Gespräch mit Jakob Bieri zeigt schnell: Er könnte noch lange weitermachen.

Willi Wiedmer: «Das ist mein zehnter Notfalldienst»

Man sieht es ihm nicht an, aber Willi Wiedmer aus dem aargauischen Stilli ist tatsächlich schon 73 Jahre alt. Der Postautofahrer hat nicht nur viel Erfahrung im Leben, sondern auch als Busfahrer im Notfall: «Ich glaube, das ist mittlerweile mein zehnter Notfalldienst.» Normalerweise ist er mit einem Schulbus unterwegs, jetzt halt mit dem Postauto. Aus der Ruhe bringt ihn das nicht: «Nein, wir haben ja immer mal wieder eine Pause. Die Energie reicht schon noch ein bisschen.» Am Donnerstagmittag hat er seinen Dienst angetreten, am Sonntag endet sein zehnter Piketteinsatz. Von all den Fahrten bleibt ihm vor allem eine in Erinnerung: «Vor einigen Jahren stieg plötzlich der ehemalige Bundesrat Arnold Koller in mein Postauto. Das war eindrücklich.» Obwohl ihm in Luzern bis jetzt noch derart prominente Kundschaft fehlt, geniesst der 73-Jährige seine Arbeit: «Die Passagiere sind alle aufgestellt, nett und vor allem froh, dass es uns gibt.» Und dies, obwohl sich Wiedmer mit seinem Postauto durch den Verkehr kämpfen muss: «Manchmal geht es länger. Aber so ist das halt.»

kük

«Viele haben ein Lächeln auf den Lippen». Aldo Lombardi (Bild: Jakob Ineichen / LZ (Luzern, 24. März 2017))

«Viele haben ein Lächeln auf den Lippen». Aldo Lombardi (Bild: Jakob Ineichen / LZ (Luzern, 24. März 2017))

«Unsere Gäste sind erstaunlich locker». Jakob Bieri (Bild: Jakob Ineichen / LZ (Luzern, 24. März 2017))

«Unsere Gäste sind erstaunlich locker». Jakob Bieri (Bild: Jakob Ineichen / LZ (Luzern, 24. März 2017))

«Das ist mein zehnter Notfalldienst». Willi Wiedmer (Bild: Jakob Ineichen / LZ (Luzern, 24. März 2017))

«Das ist mein zehnter Notfalldienst». Willi Wiedmer (Bild: Jakob Ineichen / LZ (Luzern, 24. März 2017))

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