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LUZERN: Das sind unsere Stadtoasen

Schatten spendende Bäume, ein Bänkli zum Verweilen, ein kleiner Teich und vielleicht ein Grill: Auf schöne Innenhöfe wird wieder mehr Wert gelegt. Architekt Luca Deon erklärt warum.
Lena Berger
Immer mehr wird auch in städtischen Gebieten Wert auf Grünflächen gelegt – wie etwa in diesem Innenhof an der Bireggstrasse. (Bild Philipp Schmidli)

Immer mehr wird auch in städtischen Gebieten Wert auf Grünflächen gelegt – wie etwa in diesem Innenhof an der Bireggstrasse. (Bild Philipp Schmidli)

Lena Berger

Wer sich in Süditalien verabreden möchte, trifft sich auf der Piazza. Wann, das wird meist gar nicht erst vereinbart, am Abend halt, wenn ohnehin alle da sind. «In Italien findet das Leben draussen statt», sagt der Luzerner Architekt Luca Deon. «Der öffentliche Freiraum ist gesellschaftlich wichtiger, als die einzelnen Häuser. Das spiegelt sich in der Architektur und der Gestaltung der Plätze und Pärke wider.» Wird ein neues Gebäude gebaut, zum Beispiel eine Universität, wird in die Umgebungsgestaltung gleich viel Zeit investiert, wie in die Räumlichkeiten selbst.

Luca Deon ist Dozent an der Hochschule Luzern – Technik und Architektur. Er stellt fest, dass auch in der Schweiz der Stellenwert der Aussenräume zugenommen hat. «Früher war es in der Baubranche Nice-to-have, einen Landschaftsarchitekten beizuziehen. Heute ist es ein Muss, wenn man dabei sein will.»

Mediterranisierung

Doch woher kommt das steigende Interesse? Luca Deon ist davon überzeugt, dass das Klima einen massiven Einfluss darauf hat, welche Bedeutung Innenhöfen zugemessen wird. Er macht ein Beispiel: «In Marrakesch sehen die Häuser von aussen praktisch alle gleich aus. Der Reichtum zeigt sich erst, wenn man die Tür zum Hof hinter sich gelassen hat. Wer es sich leisten kann, schafft sich eine kleine Oase – mit Brunnen, Teichen und Bäumen.» In Nordeuropa, wo es kälter ist, sind Innenräume wichtiger. Aber auch in Ägypten, wo die Temperaturen öfters auf über 35 Grad steigen, wird mehr ins Innere der Häuser investiert. Weil man es draussen kaum aushält.

«Ich könnte mir vorstellen, dass der Klimawandel dazu beiträgt, dass auch in Luzern immer mehr Wert auf schöne Innenhöfe gelegt wird», sagt Luca Deon. Es setzt eine Mediterranisierung der Lebensweise ein, was auch die Gesellschaft verändert. «Gartenanlagen können sich zu einem Treffpunkt entwickeln. Darin sehe ich ein riesiges Potenzial. Die Innenhöfe sind ein Angebot, wo sich eine Gemeinschaft entwickeln kann – ganz ohne Zwang. Sie sind nicht einfach nur schön, sondern sie erfüllen einen Zweck.»

Grün, ruhig und individuell

Deon hat sein Architekturbüro in der Pfistergasse in Luzern, einem historisch bedeutenden Strassenzug nahe der Reuss. Er geniesst es, dass der dortige Innenhof ein Stück Natur inmitten der Stadt bewahrt. «Vorne dröhnen die Autos, hinten stehen Tannen, und man wähnt sich in einem Wald», schwärmt er. Das sei, was die Magie von Innenhöfen ausmache. «Dort ist man ungestört und hat einen Raum für sich.» Bei der Gestaltung seien daher drei Punkte wichtig: Der Hof soll ruhig sein, er soll grün sein – und zu den Bewohnern passen.

Vision eines Pfads durch die Höfe

Stadtoasen statt graue Hinterhöfe: Das ist ein Anliegen, das inzwischen auch die Politik erkannt hat. SP und Grüne fordern den Stadtrat aktuell in einem Vorstoss auf, Ideen zu entwickeln, mit welchen Mitteln die Innenhöfe wieder ihren ursprünglichen Charakter erhalten und für Anwohner vermehrt nutzbar gemacht werden können.

Luca Deon glaubt, dass es dafür neue Ideen braucht. «Der kürzeste Weg von A nach B führt durch die Innenhöfe», sagt er. «Meine Vision wäre ein ‹Insiderweg› durch die Stadt. Die Stadt könnte einen solchen Pfad zusammen mit Liegenschaftsbesitzern lancieren.»

Innenhof am Zihlmattweg bei der Allmend. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof in der Anna-Neumann-Gasse im Tribschenquartier. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof an der Landenbergstrasse, Bürgenstrasse, Johanna-Hodel-Gasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof an der Landenbergstrasse, Bürgenstrasse, Johanna-Hodel-Gasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof an der Bireggstrasse, Ulmenstrasse, Ahornstrasse, Birkenstrasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof an der Bireggstrasse, Ulmenstrasse, Ahornstrasse, Birkenstrasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof an der Bireggstrasse, Ulmenstrasse, Ahornstrasse, Birkenstrasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof an der Himmelrichstrsse, Bundesstrasse, Tödistrasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof beim Neuweg, Bleicherstrasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof beim Neuweg, Bleicherstrasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof beim Neuweg, Bleicherstrasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof an der Rhynauerstrasse, Eichmattstrasse, Moosmattstrasse, Voltastrasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof an der Rhynauerstrasse, Eichmattstrasse, Moosmattstrasse, Voltastrasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof an der Rhynauerstrasse, Eichmattstrasse, Moosmattstrasse, Voltastrasse. (Bild: Philipp Schmidli)
Innenhof an der Rhynauerstrasse, Eichmattstrasse, Moosmattstrasse, Voltastrasse. (Bild: Philipp Schmidli)
15 Bilder

Das sind die Luzerner Stadtoasen

Der Innenhof in der Anna-Neumann-Gasse im Tribschenquartier... (Bild Philipp Schmidli)

Der Innenhof in der Anna-Neumann-Gasse im Tribschenquartier... (Bild Philipp Schmidli)

... und jener am Neuweg. (Bild Philipp Schmidli)

... und jener am Neuweg. (Bild Philipp Schmidli)

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