LUZERN: Das Verkehrshaus plant Neubau der alten Schienenhalle

Das Museum plant an der Haldenstrasse einen Neubau. Darin soll auch die Administration Platz finden – damit im alten Bürogebäude etwas völlig Neues entstehen kann.

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Das neue Gebäude innerhalb des Verkehrshausgeländes soll schon in drei Jahren stehen. (Bild: Damian Amstutz/Photopress (Luzern, Juni 2009))

Das neue Gebäude innerhalb des Verkehrshausgeländes soll schon in drei Jahren stehen. (Bild: Damian Amstutz/Photopress (Luzern, Juni 2009))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Das Verkehrshaus investiert derzeit kräftig in seine Ausstellungen. In den letzten Monaten sind unter anderem die Halle Strassenverkehr sowie die Raumfahrtausstellungen umgebaut worden. Weiter wurde 2016 die Sonderausstellung zur Neat durchgeführt. Total betrugen die Investitionen 9 Millionen Franken, wobei ein Grossteil durch Partner wie Privatfirmen oder Universitäten finanziert wurde.

Nun kündigt das Museum ein weiteres Projekt an: Die Schienenhalle 1 an der Haldenstrasse aus dem Jahr 1959 soll abgerissen werden. An ihrer Stelle soll ein Neubau für grob geschätzt 30 Millionen Franken entstehen. Das Verkehrshaus will dafür auch Fremdkapital aufnehmen. Vom Projekt nicht betroffen sind die neueren Schienenhallen 2 und 3.

Eröffnung erfolgt voraussichtlich 2020

«Die Baueingabe ist Ende dieses Jahres vorgesehen», sagt Verkehrshaus-Direktor Martin Bütikofer. Das Gebäude werde voraussichtlich 2020 eröffnet. Der Neubau sei nötig, weil die Halle sich senke und generell baufällig sei. Unter Schutz stehe sie nicht.

«Im Erdgeschoss des Neubaus ist ebenfalls wieder eine Ausstellung vorgesehen.» Darüber plant das Verkehrshaus Büroräume, unter anderem für die Museumsadministration. Diese ist derzeit, gemeinsam mit Drittmietern, im 31-Meter-Hochhaus neben dem Planetarium untergebracht. Weil dieses Hochhaus künftig als Jugendherberge genutzt werden soll, braucht es einen neuen Standort für die Administration und die Mieter (Ausgabe vom 19. Mai 2016).

Neue Jugendherberge kommt erst nach 2020

Vorgesehen ist, dass zuerst der Neubau realisiert wird. So können die Nutzer des Hochhauses in den Neubau ziehen, bevor ab 2020 die Sanierung ebendieses Hochhauses beginnt. Diese Arbeiten sollen rund 20 Millionen Franken kosten und mehrheitlich vom Verein Schweizer Jugendherbergen finanziert werden. Nötig sind die Arbeiten, weil die Fassade gemäss Verkehrshaus Korrosionsschäden aufweist und der Energieverbrauch sehr hoch ist. Geplant sind rund 240 Betten. Ob die bestehende Luzerner Jugendherberge am Jugiweg auch nach der Eröffnung beim Verkehrshaus weiter betrieben wird, ist noch unklar, wie die Schweizer Jugendherbergen auf Anfrage mitteilen. Ebenfalls noch offen ist, ob das Verkehrshaus das Hochhaus im Baurecht an die Jugendherbergen abgibt oder verkauft.

Zurück zum Neubau: Derzeit befinden sich in der Schienenhalle 1 Ausstellungsobjekte wie das Gotthard-Modell oder die Lokomotiven «Genf» und «Krokodil». «Ein Teil der Ausstellung soll weiterhin zu sehen sein», sagt Bütikofer. Das detaillierte Konzept werde noch erarbeitet. «Eine Herausforderung ist die Unterbringung der Objekte während der Bauzeit.» Einige könnten in andere Hallen zügeln, für andere müsse man noch einen Platz zum Zwischenlagern finden.

Gemäss der städtischen Bau- und Zonenordnung darf der Neubau maximal 21 Meter hoch sein. «Ob wir das ausnutzen, hängt auch davon ab, wie viele Mieter wir für das Gebäude finden», sagt Bütikofer. Klar ist, dass das Gebäude breiter sein soll als die heutige Halle, die derzeit 1185 Quadratmeter Fläche belegt. Das genaue künftige Volumen ist noch nicht bekannt, deutlich grösser wird es aber nicht sein. «Das Zubringergleis an der Haldenstrasse benötigen wir aber weiterhin, dieses wird bestehen bleiben.» Dies gelte auch für die Lokomotiven, die dort jeweils stehen. «Diese sind ein gutes Aushängeschild für das Museum.»

Bund entscheidet über Subventionen

Noch keine Neuigkeiten gibt es zu den künftigen Bundessubventionen. Der Entscheid wird im Juli erwartet. Bisher erhielt das Verkehrshaus rund 1,6 Millionen Franken jährlich, ab 2018 sollen es 2,4 Millionen sein. Dann führt der Bund das Subsidiaritätsprinzip ein. Das heisst, er bezahlt höchstens so viel wie Gemeinden und Kantone zusammen.

Derzeit erhält das Verkehrshaus von Kanton und Stadt Luzern sowie von den weiteren Zentralschweizer Kantonen total 1,5 Millionen Franken. Die Stadt will nun die Subventionen für das Verkehrshaus um 945 000 Franken pro Jahr erhöhen. Im Gegenzug stellt die Stadt dem Museum neu die Nutzung des Grundstücks für 945 000 Franken in Rechnung. So steigt der Subventionsbeitrag von Stadt und Kantonen auf ebendiese 2,4 Millionen Franken. Der Grosse Stadtrat hat diesen Rechnungskniff bereits bewilligt, im Herbst entscheidet noch das Stimmvolk darüber.

Dieses Gebäude aus den 60er-Jahren beim Verkehrshaus soll nach einer Sanierung zur Jugendherberge werden. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Dieses Gebäude aus den 60er-Jahren beim Verkehrshaus soll nach einer Sanierung zur Jugendherberge werden. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)