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LUZERN: Deklaration: Jede dritte Schoggi fällt durch

Allergiker aufgepasst: Von 21 Schokoladen musste der Lebensmittelkontrolleur ein Drittel wegen ungenügender Kennzeichnung beanstanden. Entwarnung gab es dafür bei zwei anderen Sorgenkindern.
Mit Schokolade versüsst so mancher seinen Kuchen: Der Pro-Kopf-Konsum von Schokolade lag 2017 in der Schweiz bei 10,5 Kilogramm. (Bild: Getty)

Mit Schokolade versüsst so mancher seinen Kuchen: Der Pro-Kopf-Konsum von Schokolade lag 2017 in der Schweiz bei 10,5 Kilogramm. (Bild: Getty)

In der Auslage eines Luzerner Schoggi-Herstellers gab es kürzlich eine Lücke: Ein Produkt wurde aus dem Verkehr gezogen. Grund dafür war eine Untersuchung der Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz des Kantons Luzern. Sie hat von Oktober bis Dezember letzten Jahres 21 Schokoladen von neun Luzerner Betrieben kontrolliert. «In einer Schokolade wurden nicht deklarierte Milchbestandteile nachgewiesen. Da diese Allergien oder andere Reaktionen auslösen können, musste das betroffene Produkt beschlagnahmt werden», sagt Kantonschemiker Silvio Arpagaus. «Dieser Mangel kann zu ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden führen. Hier gibt es Verbesserungspotenzial.»

Weniger Kakao drin als auf der Packung drauf

Insgesamt wurde jede dritte Schokolade wegen mangelhafter Kennzeichnung beanstandet. Zu den «Klassikern» gehören Mängel bei der Nährwertdeklaration oder bei den Zutaten – die Auflistung hat mengenmässig in absteigender Reihenfolge zu erfolgen, was den Verantwortlichen nicht immer bewusst sei. «In einem Fall wurde auf einer dunklen Schoggi mehr Kakao deklariert, als enthalten war. Dies beurteilen wir als Täuschung», sagt der Kantonschemiker. Bei Beanstandungen hatten die Betroffenen die Kontrollkosten von 100 Franken und mehr zu tragen. «Im Wiederholungsfall droht eine Strafanzeige.» Dazu sei es bei diesen Kontrollen aber nicht gekommen.

Trotz dieser Mängel zieht Arpagaus insgesamt eine «erfreuliche» Bilanz. Denn: Wider Erwarten wurden etwa in keiner einzigen Stichprobe Salmonellen nachgewiesen. «Das wissen wohl die wenigsten: Aber diese Krankheitserreger können in Schokolade lange überleben», sagt Arpagaus. Die Kontamination erfolge hauptsächlich über den Kakao. «Das Rösten der Bohnen vermag nicht alle Salmonellen abzutöten», sagt Arpagaus. Später wirke der hohe Fettanteil der Schoggi wie eine Schutzkapsel für die Salmonellen. «Sogar die Magensäure kann den Mikroorganismen so nur wenig anhaben, wodurch die Infektionsgefahr steigt.» Übrigens: Schoggi im Offenverkauf ist nicht anfälliger auf Krankheitserreger als andere. «Werden die Hygienevorschriften beachtet, gibt es auch keine Probleme.»

Das zweite Sorgenkind des Chemikers heisst Cadmium: Höhere Spuren des Schwermetalls finden sich oft bei Kakaobohnen aus Lateinamerika. Beim Verzehr ist keine akute toxische Wirkung zu erwarten, langfristig kann Cadmium aber gesundheits­schädigend sein. Arpagaus: «Bei dunkler Schokolade mit mehr als 40 Prozent Kakaoanteil haben wir relevante Mengen an Cadmium vorgefunden. Wir verzeichneten Werte zwischen 0,1 und 0,7 Milligramm pro Kilo, was noch unter dem Richtwert von 0,8 liegt. Vermutet hätten wir eher, dass dieser auch überschritten wird.»

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

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