LUZERN: Dem Verkehrshaus drohen weitere Kürzungen

Spart der Kanton bei den Kultursubventionen, fallen auch Beiträge der Stadt weg. Da das Verkehrshaus vom Bund unterstützt wird, befürchtet man dort gar weitere Ausfälle.

Roger Amberg
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Die im September eröffnete Ausstellung «3D Ecke» im Verkehrshaus. Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 30. September 2016)

Die im September eröffnete Ausstellung «3D Ecke» im Verkehrshaus. Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 30. September 2016)

Der Kanton Luzern will im Rahmen des Sparprogramms KP 17 den Beitrag an den Zweckverband Grosse Kulturbetriebe um insgesamt 1,2 Millionen Franken reduzieren. Davon wären das Luzerner Sinfonieorchester, das Luzerner Theater, das Lucerne Festival, das Kunstmuseum, aber auch das Verkehrshaus betroffen.

Das Verkehrshaus allein müsste mit einer Einbusse von 120 000 Franken rechnen. Das sagte dessen Kommunikationschef Olivier Burger am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Diese auf den ersten Blick kleine Subventionskürzung könnte selbst für das meistbesuchte Museum der Schweiz mit einem jährlichen Umsatz von insgesamt rund 25 Millionen Franken zum Problem werden.

Fixer Verteilschlüssel zwischen Stadt und Kanton

Wenn der Kanton seinen Beitrag an den Zweckverband senkt, sinken automatisch auch die Subventionsbeiträge der Stadt Luzern. Die Beiträge an die grossen Luzerner Kulturbetriebe, zu denen seit 2015 auch das Verkehrshaus gehört, sind nach einem fixen Verteilschlüssel zwischen Stadt und Kanton geregelt. 70 Prozent bezahlt der Kanton, 30 Prozent die Stadt Luzern. Zudem könnten angesichts der Luzerner Sparmassnahmen auch die Nachbarkantone ihren Beitrag an die Subventionierung des Verkehrshauses kürzen.

«Das kantonale Sparprogramm bereitet uns Sorgen», sagt Olivier Burger. «Diese geplante Leistungskürzung, nach bereits erfolgten früheren Sparpaketen, erschwert unsere Tätigkeit bei der Pflege der Sammlung und Erfüllung des Leistungsauftrags.» Insbesondere seien die Auswirkungen auf die Subventionen des Bundes gross. Grund dafür ist eine Neuregelung des Bundes, wonach ab 2018 die kulturellen Vergaben nach dem Subsidiaritätsprinzip vergeben werden. Das bedeutet, dass kulturelle Institutionen wie das Verkehrshaus der Schweiz nicht mehr Geld vom Bund erhalten, als sie bereits von Kanton und Stadt erhalten.

Weniger Subventionen von allen Seiten

2015 subventionierte der Kanton Luzern das Verkehrshaus noch mit 1,04 Millionen Franken, während der Bund einen Beitrag von 1,6 Millionen Franken leistete. Einsparungen beim Kanton würden sich somit auch auf die Subventionierung des Bundes auswirken. Einen Betrag wollte das Verkehrshaus gestern nicht nennen.

Betroffen vom kantonalen Sparpaket ist insbesondere auch das Sinfonieorchester Luzern (LSO). Dieses wehrte sich mit diversen Aktionen gegen die Subventionskürzung (wir berichteten). Beim Verkehrshaus scheint die Lage nicht ganz so dramatisch zu sein. Dennoch ist man wenig erfreut über die neuen Entwicklungen: «Auch wenn das Verkehrshaus einen schweizweit einzigartigen Eigenfinanzierungsgrad von über 80 Prozent für den Betrieb aufweist, ist es für die Pflege der Sammlung umfassend auf die öffentlichen Gelder angewiesen», betont Burger. Irritierend sei insbesondere, «dass 2015 für mehrere Jahre eine Leistungsvereinbarung zwischen dem Zweckverband und dem Verkehrshaus abgeschlossen wurde, die nun bereits wieder erneuert werden soll».

Petition gegen Sparmassnahmen

Der Kanton Luzern will mit seinem Sparprogramm KP 17 den Beitrag an den Zweckverband «Grosse Kulturbetriebe Kanton Luzern» um 1,2 Millionen Franken kürzen (siehe Bericht). Nun wehren sich Kulturschaffende mit der Petition «Ja zur Kultur in Luzern». Für sie ginge mit der Verwirklichung dieser Sparmassnahme unter anderem das Vertrauen in die öffentliche Hand und die Regierung verloren.

Erst 2015 habe man den Kulturbetrieben vertraglich festgesetzte Beträge bis zum Jahr 2018 zugesichert. Die Petitionäre wollen darauf aufmerksam machen, dass der vermeintlich geringe Betrag für die Kulturbetriebe zu grossen Einbussen und Problemen führen könne und möchte die Kantonsräte davon überzeugen, von den Kürzungen abzusehen. Bis gestern Abend haben über 4200 Personen die Petition unterzeichnet.

ram

Roger Amberg