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LUZERN: Der beste Diebstahlschutz ist ein Elektromotor

Die Hochsaison für Velodiebe hat begonnen. Wer nicht riskieren will, dass sein Bike wegkommt, der fährt am besten ein möglichst unauffälliges Modell. Oder noch besser: Ein elektrisches.
Pascal Imbach
An E-Bikes sind Fahrraddiebe wenig interessiert. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

An E-Bikes sind Fahrraddiebe wenig interessiert. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Pascal Imbach

Nicht weniger als 2618 Velodiebstähle wurden der Luzerner Polizei letztes Jahr gemeldet. Deutlich mehr als noch in der Vorjahresperiode (damals waren es 2180). Luzern ist ein gutes Pflaster für Velodiebe. Sie schlagen überall zu: an Bahnhöfen, vor Büros, Gewerbehäusern, Läden, Einkaufszentren, Turnhallen, Bars, Restaurants, Kirchen ... Und selbstverständlich schrecken Langfinger nicht davor zurück, Drahtesel auch direkt vor Haustüren oder im privaten Innenhof mitgehen zu lassen. Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit ist nun die Hauptsaison der Velodiebe angebrochen.

Doch: Wie erhöht man die Chancen, dass einem sein Velo eben nicht geklaut wird? Klar muss man es abschliessen respektive irgendwo festmachen. Und zwar immer und überall. Doch bereits hier machen viele einen entscheidenden Fehler. Denn: «Wenn ein Schloss nicht mindestens 10 Millimeter dick ist, lacht sich jeder Dieb ins Fäustchen», sagt Marius Graber, Geschäftsleitungsmitglied des Veloladens Velociped in Kriens. Schon mit einfachstem Werkzeug wird ein dünnes «Schlössli» aufgeknipst, das geht etwa gleich schnell, wie den Veloständer hochzuklappen, sagt Graber – und fügt mit einem Schmunzeln an: «Für Diebe sind dünne Schlösser kein Hindernis, sondern eher ein ‹Gschänkbändeli›.» Hier lohnt es sich also, etwas Geld zu investieren. «Ich staune immer wieder, wenn sich jemand für ein paar hundert Franken ein Velo kauft, dann aber nicht bereit ist, noch etwas Geld für ein gutes Schloss auszugeben. Dabei gibts gute Schlösser schon ab 30, 35 Franken.»

Direkter Weiterverkauf ins Ausland

Meldet man ein gestohlenes Velo bei der Polizei (was man nur schon aus Versicherungsgründen tun muss), bekommt man auf dem Posten einen gut gemeinten Ratschlag: Am besten kaufe man sich als nächstes ein Velo, dass möglichst «dezent» sei. Also kein durchdesigntes Top-Bike, kein Hightechfahrrad. Denn bei der Polizei weiss man: «Grundsätzlich suchen professionelle Velodiebe teure Velos», wie Polizeisprecher Simon Kopp auf Anfrage bestätigt. Diese gehen in den allermeisten Fällen direkt in den Export, sprich: Sie werden ins Ausland weiterverkauft. «Alte Fahrräder kommen zwar auch weg, sie werden aber eher spontan für kurze Fahrten entwendet, und dann wieder irgendwo abgestellt. Wird also ein «08/15-Velo» geklaut, besteht immerhin die Chance, das es der Besitzer zurückbekommt. Beim teuren, edlen Fahrgerät besteht da wenig Hoffnung.

Diebe scheuen den Aufwand

Eine bestimmte Gattung von Velos scheint bei dieser Thematik jedoch die Ausnahme zu sein: die E-Bikes. Obwohl sie mit Preisen ab rund 1500 bis 7000 (!) alles andere als günstig sind, wurden letztes Jahr im Kanton Luzern gerade mal 54 Stück davon gestohlen, im Jahr zuvor war es laut Angaben der Polizei sogar kein einziges.

Marius Graber von Velociped kennt den Grund dafür: Elektrovelos sind für Diebe mit Aufwand verbunden. Denn um sie weiterverkaufen zu können, müssen sie sich auf einem anderen Weg zuerst noch das passende Ladekabel oder gar einen Akku besorgen. «Kommt hinzu, dass bei vielen Modellen ein Schlüssel fürs Akkufach benötigt wird, was wiederum mühsam ist aus Sicht der Diebe.» Viele gestohlene Velos gehen nach Osteuropa. Dort und auch in anderen ärmeren Ländern sind E-Bikes wegen des Stromverbrauchs nicht so gefragt – auch ist es nicht überall einfach, passende Ersatzteile zu bekommen. Graber, der selber auch elektrische Velos verkauft, hat nur selten E-Bike-Kunden in seinem Laden, die von einem Diebstahl berichten. «Nur etwa in 1 bis 2 Prozent der Fälle, in denen jemand ein neues Velo braucht, weil seines gestohlen wurde, geht es um E-Bikes», das sind wirklich Einzelfälle.

Die Investition in einen etwas teureren, elektrischen Drahtesel könnte sich aus diebstahltechnischer Sicht also lohnen. Aber denken Sie auch in diesem Fall an das dicke Schloss. Sie wollen einem potenziellen Dieb ihr schönes E-Bike ja nicht mit einem «Gschänkbändeli» schmackhaft machen ...

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