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LUZERN: Der Grossbauer vom Hinterland ist ein Wiederholungstäter

Nach einer Kontrolle Ende Dezember sind bei einem Bauern 31 Rinder beschlagnahmt worden. Die Tiere waren gesundheitlich in einem bedauernswerten Zustand. Bereits 2015 wurde der Landwirt wegen Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz verurteilt.
Thomas Heer

Die Aktion unter der Leitung des Luzerner Kantonstierarztes löste weit über die Region hinaus Schlagzeilen aus. Am 19. Dezember wurden bei einem Bauern, der im Luzerner Hinterland auf insgesamt sechs Höfen 450 Kälber, Rinder und Stiere hält, 31 Tiere beschlagnahmt. Diese wiesen vorwiegend Lahmheiten auf, litten aber auch unter Infektionen im Klauenbereich. Einige Tiere mussten danach geschlachtet oder eingeschläfert werden.

Otto Ineichen ist ans Amts­geheimnis gebunden. Er darf daher nicht sagen, wie viele Rinder schlussendlich eingeschläfert werden mussten und somit für die Nahrungsmittelindustrie unbrauchbar wurden. Hingegen steht fest, dass die Erträge all jener beschlagnahmten Tiere, die geschlachtet wurden, vorerst an den Kanton fliessen. Diese Gelder werden später gegenüber den Kosten verrechnet, die durch das behördliche Einschreiten an­fielen, und vom Verursacher, das heisst dem fehlbaren Landwirt, zu tragen sind.

Die Tiere wurden ungenügend gepflegt

Der Grossbauer, der früher als Kieshändler seinen Lebensunterhalt verdiente, geriet bereits ­früher auf den Radar der Justiz. In einem Strafbefehl, datiert vom 2. Februar 2015, ist unter anderem nachzulesen: «Sie haben sich schuldig gemacht der Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen das Bundesgesetz über Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände.»

Konkret ging es um einen Vorfall, der sich am 23. September 2014 abspielte. Damals wurden auf einem der Höfe des ­Bauern vier Tiere «der Rindergattung abgeholt und zum Schlachthof der Firma Bell nach Oensingen gebracht», wie es im Strafbefehl heisst. Die Tiere ­waren aber derart verschmutzt, dass die Behörden davon ausgehen mussten, diese würden «ungenügend gepflegt» respektive ungenügend gereinigt. Dafür wurde der Grossbauer neben anderen Verstössen, zumeist wegen Bauens ohne Bewilligung, zu einer Busse von 8000 Franken verurteilt.

Warum musste die Polizei vor Ort sein?

In Sachen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz ist der Mann also ein Wiederholungstäter. Das dürfte Folgen haben, und zwar dahingehend, dass dem Unternehmer Direktzahlungen gekürzt oder sogar vollständig gestrichen werden. Diese Massnahme ist möglich, wie Thomas Meyer, Abteilungsleiter Landwirtschaft bei der entsprechenden kantonalen Dienststelle, bestätigt.

In Luzern wurden letztes Jahr 216 Millionen Franken an Direktzahlungen überwiesen. Pro Betrieb macht das im Durchschnitt rund 50 000 Franken aus. Im Fall des Hinterländer Grossbauern ist das aber wesentlich mehr und dürfte sich im Bereich von zirka 200 000 Franken bewegen. Der fehlbare Unternehmer muss also mit massiven Mindereinnahmen rechnen.

Im Fall der Rinderbeschlagnahmung fiel auch auf, dass beim Einsatz nicht nur Mitarbeiter des Veterinärdienstes und externe Helfer vor Ort waren. Es brauchte auch den Support der Polizei. Aussenstehende stellen sich womöglich die Frage, weshalb bei einer solchen Aktion die Polizei anwesend sein muss. Ein naheliegender Grund ist, dass die Verantwortlichen zur Einschätzung kamen, die Sicherheit des Per­sonals sei nur dank Polizeipräsenz gewährleistet. Otto Ineichen sagt dazu: «Bei allen Kontrollen wird eine Risikoeinschätzung gemacht und je nachdem Polizeischutz beantragt.»

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

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