Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

LUZERN: Der Nachwuchs bringt neues Leben in den Hirschpark

Innerhalb eines Monats sind im Gehege beim Friedental acht Jungtiere zur Welt gekommen – so viele wie noch nie.
Stefan Dähler
Vier der insgesamt acht Jungtiere erkunden gemeinsam mit ihren älteren Artgenossen den Hirschpark Luzern. (Bild Boris Bürgisser)

Vier der insgesamt acht Jungtiere erkunden gemeinsam mit ihren älteren Artgenossen den Hirschpark Luzern. (Bild Boris Bürgisser)

Einige von ihnen springen bereits wild herum, auch wenn die Bewegungen teils noch etwas unbeholfen sind. Im Hirschpark Luzern haben innerhalb weniger Wochen acht Rothirschkälber das Licht der Welt erblickt. Das erste wurde am 22. Mai geboren beziehungsweise «gesetzt», wie man bei Hirschen sagt. Das jüngste gestern Morgen früh. «Alle Neugeborenen sind gesund», sagt Marcel Etterlin, Hirschpfleger im Luzerner Gehege. «So viele Jungtiere hatten wir noch nie», fügt Anita Weingartner, Präsidentin des Vereins Freunde des Hirschparks Luzern, hinzu. Durchschnittlich sind es fünf Kälber pro Jahr. Hirsche setzen meistens nachts ohne menschliche Hilfe. Sie ziehen sich dafür an einen geschützten Ort zurück. Bereits nach zwei Tagen beginnen die Kälber, selbstständig zu gehen.

Mehr Weibchen als Männchen

Fünf der Jungtiere sind weiblich, zwei männlich, das Geschlecht des zuletzt geborenen Kalbs wurde gestern noch nicht festgestellt. «Es ist üblich, dass mehr Weibchen geboren werden», sagt Etterlin. «Das hat die Natur wohl so eingerichtet.» Denn zur Fortpflanzung braucht es mehr weibliche Tiere. Die acht Kälber im Hirschpark wurden von acht verschiedenen Hirschkühen gesetzt, aber alle vom selben Platzhirsch gezeugt – dem vierjährigen Muck. Dieser scheint angesichts des reichen Nachwuchses ein besonders potentes Exemplar zu sein.

Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ)Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ)
Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ)Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ)
Im Luzerner Hirschpark hat es Nachwuchs gegen. Fotografiert am 24. Juni 2016. NLZ Boris Bürgisser (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))Im Luzerner Hirschpark hat es Nachwuchs gegen. Fotografiert am 24. Juni 2016. NLZ Boris Bürgisser (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ)Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ)
Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ)Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ)
Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ)Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ)
NLZ Boris Bürgisser (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))NLZ Boris Bürgisser (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
7 Bilder

Hirschnachwuchs in der Stadt Luzern

«In der Wildnis leben die männlichen Tiere getrennt von den Weibchen und den Jungtieren», sagt Etterlin. Die Männchen machen in Kämpfen untereinander aus, wer sich fortpflanzen darf. «Es gibt pro Rudel nur einen Platzhirsch, der zeugen darf», erklärt Weingartner.

Im Hirschpark läuft dies anders ab, da Muck das ganze Jahr über dort ist. Das sei nicht nur einfach für ihn. Er ist mit vier Jahren verhältnismässig noch ein junger Platzhirsch. Die Tiere werden 12 bis 15 Jahre alt. Etterlin: «Wenn er das Geweih abwirft, verliert er seine dominante Stellung im Rudel. Dann hält er sich eher im Hintergrund auf. Die Leitkuh übernimmt in dieser Zeit die Aufsichtspflicht. Während das Geweih des Hirsches nachwächst, steigt auch sein Selbstvertrauen wieder.» In der Regel werfen männliche Hirsche ihr Geweih im Februar oder März ab, bis Mitte Juli wächst es wieder nach.

Kapazitätsgrenze erreicht

Insgesamt leben im Hirschpark nun 14 Hirsche und 8 Kälber. «Das ist das Maximum, da bei uns der Platz beschränkt ist», sagt Etterlin. Die männlichen Jungtiere werden den Hirschpark in voraussichtlich einem Jahr, wenn sie geschlechtsreif werden, verlassen. Weingartner: «Wir müssen schauen, dass es keine Inzucht gibt.» Muck deckt eher die älteren Hirschkühe. In ein paar Jahren wird er zudem ausgewechselt, damit er sich nicht mit dem eigenen Nachwuchs paart. Ziel sei, die männlichen Tiere an einen Zoo oder einen anderen Hirschhalter weiterzuvermitteln. Es könne aber auch sein, dass Tiere an Restaurants verkauft werden.

Seit 2007 erhält der Hirschpark kein Geld mehr von der Stadt. Darum wurde zur Finanzierung der Verein Freunde des Hirschparks Luzern gegründet. In den folgenden Jahren kämpfte dieser stets gegen das Aus (wir berichteten). Dank einem starken Mitgliederzuwachs, Sponsoren, Spenden und Tierpatenschaften ist der Verein aber inzwischen finanziell gesund. Er zählt heute rund 500 Mitglieder und 200 Gönner. 2009 waren es noch etwa 100 Mitglieder und 50 Gönner. «Pro Jahr benötigen wir für den Betrieb rund 60 000 Franken», sagt Weingartner. Dieser Betrag sei gedeckt. «Für weitere Investitionen suchen wir aber noch Spender.» So steht die Renovation des Wärterhauses an, die rund 110 000 Franken kosten dürfte.

Stefan Dähler

Weitere Impressionen aus dem Hirschpark auf www.luzernerzeitung.ch/bilder

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.